Freiwilligendienst Nr. 4

Liebe Blogleser,

Schon seit ein paar Jahren hegte ich den Wunsch, nach meinem Abitur für ein Jahr Deutschland zu verlassen und “in die große weite Welt” zu ziehen, um dort andere Menschen, Kulturen und Lebensumstände kennenzulernen. Und nun wird es tatsächlich Wirklichkeit, denn ab dem 07. August darf ich mit “Seek and Care” nach Mumbai reisen und für ein Jahr bei IMCARES mitarbeiten. Auf das kommende Jahr und all die vielen Erlebnisse bin ich schon sehr, sehr gespannt, aber bevor es losgeht und ihr regelmäßig meine Blogbeiträge lesen werdet, möchte ich mich noch kurz vorstellen.

Mein Name ist Lena Winkler, ich bin 19 Jahre alt, komme aus der Nähe von Trier, habe frisch mein Abitur absolviert und lernte über Michelle, die ehemalige Freiwillige, die Arbeit von “Seek and Care” kennen, da ich auf der Suche nach einer Organisation war, mit der man einen Freiwilligendienst oder ähnliches in Indien machen kann. Gott hatte mir für dieses Land das Herz erwärmt und je näher die Zeit bis zum Abflug voranschreitet, desto größer wird die Angst, Spannung und Vorfreude. Angst, da ich meine vertraute Heimat, meine Familie, Freunde und Gemeinde verlassen werde, Spannung vor dem Ungewissen, aber eben auch die Vorfreude auf das neu zu entdeckende Indien, welches nun für ein Jahr mein neues Zuhause werden wird.

Die meiste Zeit werde ich vermutlich im Agape Village, dem Kinderdorf ein wenig außerhalb von Mumbai, mitarbeiten und freue mich schon sehr auf die gemeinsame Zeit mit den Kindern. Ich danke allen lieben Menschen, die mich auf dieser Reise begleiten wollen und meinen Freiwilligendienst auch finanziell unterstützen.

Seid lieb gegrüßt, Lena

Volleyball hier, Study room dort.

 

Nach dem Spätabendgespräch mit Timothy hatten wir nun große Pläne. Wir beschwerten uns nicht, dass es erst 9.00 Uhr für uns Frühstück geben sollte, sondern begannen einfach schon bei angenehmen Temperaturen um 8.00 Uhr mit dem beseitigen der Grasstoppeln auf dem Volleyballfeld. Wie schnell sich doch die Natur Flächen zurück holt. Mit den urig, indisch typischen Werkzeugen quälten wir uns Meter für Meter. An Aufgeben wurde auch gedacht. Aber wir taten es einfach nicht. Mit Unterstützung von Brahesch, einem fleißigen 15 Jährigen, standen wir 4 Frauen stolz vor unserem Werk. Die gesamte Volleyballfläche war nun bespielbar und schon bald erstrahlte die Ziegelbegrenzung in einem neuen blauen Farbanstrich.

 

Anschließend sortierten und säuberten wir gemeinsam mit den Kindern den großen Spielraum. Sogar ein Dienst wurde eingeteilt, um besser darauf zu achten, dass nach der Spielzeit alles wieder zu seinem Platz zurück kehrt.

Unsere drei Männer kümmerten sich mit viel Geduld um die notwendigen Reparaturen an der Elektrik. Wir Frauen fanden: „Ihr habt viel geschafft!“ Unsere drei deutschen Techniker hakten es eher unter grobe Schadensbegrenzung ab. Doch an den nächsten Tagen sollte es weiter gehen.

Unser geplantes Projekt, einrichten des PC-Raumes für unsere zwei neuen Laptops (dickes Dankeschön an alle Spender), wurde kurzerhand etwas erweitert. Unser Sergej kristallisierte sich schnell als Leiter heraus. Die großen Jungs schraubten mit voller Kraft mit. Die Laptops werden noch 2-3 Tage auf ihren Platz warten müssen.

Nach dem Abendbrot, meistens gibt es Reis mit einer leckeren, natürlich scharfen Linsen-Gemüsevariante, animierte Sabine die Kinder zu vielerei Fingertricks. Auch Timothy genoss diese Zeit und brachte sich mit lustigen Games ein.

Unser Team wertete den Tag bis 23.00 Uhr aus und schlüpfte dann in die Zwei- oder Dreibettzimmer. Zum Glück sind die Mücken nicht allzusehr auf Angriff gebürstet.

Sonntags-Frühstück

Moviestar

Unsere letzte Woche war nochmal ganz schön aufregend.

 

Wir lernten das Team von Seek and Care aus Deutschland kennen. Wir wurden 3 Tage von einem Filmteam, das unsere Arbeit hier dokumentiert, begleitet. Und wir legten noch einmal all unsere Energie in die Therapie der Kinder.

 

 

 

Außerdem hielten wir Mitte der Woche einen Workshop für das Team von Imcares. Hier gaben wir zunächst einen Überblick über die unterschiedlichen Krankheitsbilder und versuchten möglichst praktisch einige Übungen zu etablieren, die dann in Zukunft durch die Sozialarbeiter ausgeführt werden. So können wir sicher sein, dass das Team ein großes Repertoire an Übungen besitzt und die Kinder weiterhin gut fördern können auch wenn wir nicht mehr Vorort sind.

 

Damit ihr einen kleinen Einblick in unsere tägliche Arbeit bekommt, hier ein kurzes Beispiel.

Einen Jungen konnten wir in den letzten Wochen mehrmals behandeln. Er ist 11 Jahre alt, aufgeschlossen und sehr freundlich. Hat aber eine sehr geringe Rumpfstabilität und große Probleme in fein- und grobmotorischen Bewegungen sowie der Koordination. Außerdem spricht er kaum und kommuniziert nur über Laute und Gesten. Er strahlte schon immer über das ganze Gesicht, wenn er uns sah und freute sich auf die kommenden Übungen. Motiviert konnte er die Übungen in den unterschiedlichsten Variationen ausführen und mit unseren selbstgebastelten Motivkarten konnten wir sogar objektbezogene Gesten anbahnen.

Wir hoffen sehr, dass die Übungen durch die Eltern und die Sozialarbeiter weitergeführt werden. Denn wir haben bereits kleine, aber bemerkenswerte Fortschritte beobachten können.

 

Wir hatten eine wundervolle Zeit hier in Mumbai und kehren mit vielen neuen Erfahrungen im Gepäck nach Hause. Wir hatten viel Freude daran unser therapeutisches Wissen hier in Indien anzuwenden, denn es gibt so viele Kinder, die diese Unterstützung sehr gut gebrauchen können.

Wir sind überzeugt, davon viele Therapeuten vom Interkulturellen Therapeutenaustausch (ITHA) begeistern zu können, denn wir hatten eine „once in a lifetime experience“.
Es war WUNDERVOLL.
Vielen Dank Imcares für diese tolle Erfahrung!

Miri und Kathi

Laptops für das Kinderdorf

In Mumbai angekommen, stand bereits eine wichtige Aufgabe auf unserem Programm:
Laptops für das Agape Village kaufen! Das versprach spannend zu werden.
An dieser Stelle noch einmal ein großer Dank an alle Spender zu Hause, die dies möglich machten! Damit können die Kinder nun Hausaufgaben und andere Schulprojekte für die ein Laptop notwendig ist, entsprechend zu erledigen.
Kaum in Mumbai angekommen, ging es damit los. Unser Gastgeber Timothy hatte eigentlich schon alles organisiert und wir sollten nur noch die Laptops im Hotel in Empfang nehmen. Über einen Mitarbeiter aus der IT-Branche hatte er ein günstiges Angebot direkt vom Produzenten erhalten.
Tja ganz so einfach und schnell wie sich ein Deutscher dieses Prozedere vorstellt geht es hier in Indien bei weitem nicht. Drei Stunden nach der verkündeten Ankunftszeit kam der Händler im Hotel an und eine Stunde später war der Verkaufsprozess dann endlich abgeschlossen. Typisch indisch!
Nach dem nun endlich geglücktem Kauf der Laptops folgte sofort die Ernüchterung:
Eins der TouchPads der Laptops funktionierte nicht! Jeglicher Reparaturversuch von unseren 3 Laptop-Inbetriebnahmespezialisten Mario, Sergei und Marcus blieb leider erfolglos. Mist, die Laptop-Odyssee ging wohl weiter.
Nach dem erfolglosen Reparaturversuch tags darauf sah auch der Verkäufer ein, dass wohl ein Hardware-Defekt vorliegt. Also musste ein neuer Laptop ran. Jeder nahm natürlich an, dass einfach ein neuer Laptop desselben Typs aus dem Regal genommen wird und an uns verschickt wird, aber weit gefehlt. Ein komplett anderer Laptop als der gekaufte kam am 3. Tag dieser ganzen Misere an. Gott sei dank sah Sergei sofort beim Anschauen des Paketes, dass etwas nicht stimmte.
Also startete wieder eine gefühlt endlose Diskussion über viele Ecken, bei der versucht wurde einen möglichst guten Kompromiss zu finden. Das konnte ewig dauern.
Plötzlich, nach gefühlt zwei Stunden, war dann doch etwas möglich. Es wurde vom Verkäufer zumindest ein Modell gleicher Größe und mit vorhandenen DVD Laufwerk angeboten – ein Muss für den angedachten Einsatzzweck – und hoffentlich mit funktionierendem TouchPad!
Dieser wurde zu unserem Gastgeber geliefert, während wir schon im Bus nach Pune sahsen. Er brachte den neuen Laptop gestern mit ins Kinderdorf.
Die Kinder haben einen nicht genutzten Raum beräumt und gesäubert. Die Laptops werden heute von uns eingerichtet, mit nützlichen Programmen, Security-Software, ect. Morgen kann der Computerraum dann eröffnet werden!
Was für eine Odyssee mit dieser chaotischen Mentalität der Inder. Aber nun bin ich wirklich guter Dinge, die Kinder viel Freude an diesen Laptops haben werden.
Liebe Grüße nach Deutschland,
Euer Marcus

Auch wir haben schon einiges gelernt…

…Wenn man denkt es passen nur drei Leute auf die Sitzbank, gehen auf jeden Fall noch vier bis fünf mehr. Wenn es heißt wir gehen jetzt los, dauert es mindestens noch 30 – 60 Minuten. Wenn es heißt wir therapieren heute nur drei Kinder kommen sechs Kinder. Wenn es heißt es kommt heute nur ein Kind, kommt keins. 🙂 Ihr seht also Spontanität ist gefragt und unsere deutsche Struktur muss etwas bei Seite gelegt werden. Außerdem halbiert sich das deutsche Schritttempo um mit der indischen Gelassenheit mithalten zu können. Eine volle sechsspurige Straße zu überqueren funktioniert auch ohne Fußgängerampel, und für uns mittlerweile ohne erhöhten Puls.

   

Die meisten Kinder hier leiden an Epilepsie, Deformitäten, hyperflexiblen Gelenken, Lähmungserscheinungen, Polio, Autismus und oft kommen auch noch Sprachprobleme und mentale Entwicklungsverzögerung hinzu. Vorwiegend üben wir mit den Kindern an den motorischen Defiziten, sodass sie wieder besser im Alltag zurechtkommen. Aber wichtiger als die Übungen für die Kinder, ist die Kommunikation mit den Eltern. Dies soll sie motivieren die Übungen zuhause fortzusetzen. Oftmals fehlt das Verständnis für die Wichtigkeit einer regelmäßigen Therapie und Arztbesuche. In einem besonderen Fall unterstützen die Eltern das Kind nicht zur Therapie zu gehen, da es durch das Betteln mit einer Behinderung mehr Geld bekommt. Ohne Behinderung würde die Haupteinnahmequelle der Familie wegfallen.
Viele Eltern sind aber sehr motiviert und nehmen extra den langen Weg zu dem DayCare Center auf sich um an unserer Therapie teilzunehmen. Somit konnten wir manchen Kindern schon täglich eine Therapie ermöglichen.
Trotz der Verständnisschwierigkeiten funktioniert es immer sehr gut durch Gesten den Kindern zu zeigen was wir von ihnen wollen. Im Zweifelsfall ist aber immer einer der Sozialarbeiterinnen als Dolmetscher an unserer Seite. Es ist sehr schön zu sehen, wie sehr sich die Kinder über die ganze Aufmerksamkeit freuen und dadurch aufblühen. Sie überraschen uns immer wieder zu was sie alles fähig sind trotz ihrer Einschränkungen. Die Kinder probieren selbst die schwersten Übungen aus und sind sehr motiviert. Auch bei einem Misserfolg können alle lachen und haben Spaß.

Wir sind gespannt, ob unser Trainingsplan auch zuhause regelmäßig umgesetzt wird. Aber noch haben wir eine Woche Zeit, um es in ihrem Gedächtnis zu verfestigen.  🙂

Bunte Grüße aus Mumbai
Kathi & Miri

Von einem Picknick zum Nächsten

Nachdem wir am Tag zuvor die Medizinvorräte reichlich aufgestockt haben, konnte endlich wieder ein medical camp mit mir stattfinden. Da wir mit viel Personal angereist waren konnten wir uns zwischendurch zu home visits in der Umgebung aufteilen und somit wechselten die Aufgaben hin und wieder. Somit bin ich nach 5 Monaten nun auch endlich, zumindest halbwegs, in der Lage, die Schrift und die Ausdrucksweise des Doktors nachvollziehen zu können und muss jetzt nicht nur zwangsläufig bei der Medizinausgabe assistieren. Als Belohnung wurde ich bei der Rückkehr kurz vor dem Büro auch von einem Affen begrüßt. Es ist mir immer noch ein Rätsel wie und woher er sich in den Süden Mumbais verwirrt hat.

Für mich ging es außerdem ins Kinderheim, um Platz für die nächsten Helfer zu machen und hier zu versuchen, die Kinder so gut es geht bei den Prüfungsvorbereitungen zu unterstützen. Das Ausräumen meines Zimmers hat mir schnell deutlich gezeigt, wie viel sich schon angesammelt hat und lässt die Spannung wachsen, ob ich das alles mit nach Hause kriege….

Auch kulinarisch ging es weiter und Süßigkeiten konnten mit frischem Zuckerrohr (übrigens eine Kunst für sich es nur mit den Zähnen auseinander zu bekommen) und Tamarinde, einer Frucht, die nach meinen geliebten Centershocks schmeckt, ersetzt werden. Nach dem Volleyballtraining tut das auch sehr gut. Ich freue mich nämlich sehr und bin auch ehrlich gesagt etwas überrascht, wie gut meine Ratschläge angenommen und wie schnell sie umgesetzt werden.

Die Temperaturen hatte ich dabei etwas unterschätzt, da ich auf Grund des anstehenden Sommerbeginns im März davon ausgegangen bin, dass mich hier angenehme Temperaturen erwarten werden. Ansichtssache, allerdings sind die morgendlichen rund 7 Grad doch etwas frisch, vor allem aber beim Anblick der barfüßigen Kinder :D. Einfach die Tür zu machen, um das Eintreten der Kälte zu stoppen, ist hier schwer, also sind 3 Decken oder Hände an noch warmen Kochtöpfen aufwärmen die perfekte Lösung. Nachdem Affen die Solaranlagen schon mehrfach beschädigt hatten, funktioniert jetzt sogar das warme Wasser wieder optimal.
Tagsüber dagegen ist es mittlerweile schon wieder so warm, dass man es in der Sonne kaum aushält. Der Schatten unter dem riesigen Tamarindenbaum lädt dann zum gemütlichen Picknick ein, wer würde da -Nein- sagen? Sogar am frühen Abend noch angenehm, hauptsächlich aber auch wegen dem aufheizenden Baustrahler…. Auch morgens isst es sich in der Sonne deutlich angenehmer als auf dem eiskalten Fußboden. Umringt von den zahlreichen Hennen und den 3 Hunden muss man auch gleich hellwach sein, um selbst was vom Essen abzubekommen. Seit ein paar Wochen gibt es nämlich einen neuen Welpen, der natürlich jetzt der Mittelpunkt ist. Ich meine sagen zu können, dass ich nach ein paar Tipps wie man das macht, kurz davor stehe ihm den ersten Befehl beizubringen.

Soweit zum bisherigen Stand der Dinge. 🙂

Unsere ersten Eindrücke…

Hallo aus Mumbai 🙂

Wir freuten uns riesig, als wir nach unserem langen turbulenten Flug von Timothy herzlich empfangen wurden. Nachdem wir endlich unser Auto im riesigen Parkhaus gefunden hatten (der nette indische Aufzugwächter kennt uns jetzt sehr gut), machten wir uns auf den Weg in unser neues Zuhause.
Die Autofahrt war für uns „Deutsche“ schon etwas gewöhnungsbedürftig.
Der Linksverkehr, die vielen vielen Autos und das ständige Gehupe. Nachdem wir
unser Schlafbedürfnis gestillt hatten, richteten wir unsere neue Bleibe gemütlich ein
und lernten unsere Gastgeber Timothy und Sonali kennen.
Unser Wochenende diente zur Orientierung und wir konnten schon viele tolle
Eindrücke von Mumbai sammeln.
(z.B. das Kala Ghoda Arts Festival, unser erster Gottesdienst auf Hindi)

Die Woche startete mit einem Kennenlernen des Office, der Mitarbeiter und allen wichtigen Details über die Organisation IMCARES. Nachmittags gingen wir mit unserer Sozialarbeiterin das erste Mal auf die Straßen Mumbais um dort zwei Kinder, die von IMCARES betreut werden, zu besuchen.
Es waren schon ziemlich neue Eindrücke, Gerüche und Lebenssituationen, die wir so noch nicht kannten. Da diese Kinder wie viele andere hier, auch ihr tägliches „Brot“ durch betteln verdienen, sind sie nicht immer so leicht aufzufinden. Somit waren unsere Besuche mit langen Fußmärschen auch nur teilweise erfolgreich.

Am zweiten Tag schnappten wir uns ein sehr stylisches Taxi, welches für unsere Homevisits diente. Wir sagen nur so viel dazu – eine Taxifahrt kann bei dem Verkehrsaufkommen in Mumbai schon mal die dreifache Zeit in Anspruch nehmen.
Heute bekamen wir einen Einblick in das DayCare Center. Als wir in den Raum kamen, begrüßten uns ganz herzlich ca. 30 Kinder zwischen zwei und fünf Jahren, die in den Slums leben und denen dort ein Vorschulprogramm ermöglicht wird. Außerdem durften wir Bhushan kennenlernen, der für uns damals der Anlass war dieses Projekt zu unterstützen. Mit zwei weiteren Kindern konnten wir heute im DayCare Center eine kleine Therapieeinheit durchführen.

 

Wir sind begeistert wie herzlich wir aufgenommen wurden und freuen uns sehr durch unser therapeutisches Wissen ein paar kleine Herzen höher schlagen zu lassen.

Gespannt erwarten wir die kommende Woche.

Bis bald
Kathi und Miri
 

 

Alles Neue bringt der Februar

Hallo liebe Leser,

auch wir möchten uns heute im Blog kurz vorstellen.
Wir sind Miriam (Ergotherapeutin) und Katharina (Physiotherapeutin) und werden bald für drei Wochen in Mumbai das Projekt Ankur unterstützen.
Genauer genommen nennt sich das Programm „ITHA“ = Interkultureller Therapeuten Austausch, das heißt wir werden unsere therapeutischen Fähigkeiten, die wir tagtäglich hier in unserer Heimat Regensburg anwenden, dort zur Verfügung stellen. Wir hoffen einerseits, dass wir somit vor allem den benachteiligten Kindern mit körperlichen Einschränkungen ein Stück weit helfen können, damit diese ihren Alltag leichter bewältigen können. Andererseits möchten wir gerne einen Teil unseres Wissens dort lassen und angestellte Sozialarbeiter in therapeutische Möglichkeiten einarbeiten.

Der Kontakt mit Seek and Care e. V. und die Idee zu einem Therapeutenaustausch kam über unsere Arbeitsstelle, dem Therapiezentrum Rombach in Regensburg, und hier speziell durch unsere Chefs Matthias und Silvia Rombach zu Stande. Hier bekamen wir das umwerfende Angebot Seek and Care e. V. und somit IMCARES in Mumbai zu unterstützen und müssen dabei weder auf Gehalt noch Überstunden verzichten.
Dafür auch ein großes Dankeschön an alle unsere Kollegen, die uns in dieser Zeit in der Heimat vertreten werden.

Wir sind schon ein bisschen stolz die ersten Küken des ITHA sein zu dürfen und freuen uns auf die nächsten Wochen. Es wird sicher eine spannende Zeit werden.
Damit ihr auch einen kleinen Einblick bekommt, werden wir hier im Blog von unseren Erlebnissen berichten.

Liebe Grüße
Miri und Kathi

 

Bunt gemischt

Nach einer langen Pause gibt es endlich wieder Neuigkeiten aus Mumbai. Zwischenzeitlich konnte ich  meinen Urlaub nach der Hälfte der insgesamt 9 Monate, die schon vergangen sind, mit meinen Eltern genießen und ihnen mein Leben hier zeigen. Neben den ganzen Kulturschocks, die hier auf sie warteten, gab es zum Glück auch noch Zeit, um am Strand alles zu verarbeiten und auch für mich mal vollkommen abzuschalten. Eine vergleichsweise ruhige Abwechslung gab es schon an Silvester, da Feuerwerk und Böller hier glücklicherweise nur sehr rar zu finden waren, weil dieses eher beim Fest des Lichts, dem Diwali, welches ja schon vorüber ist, in die Luft geschossen wird.

Jeder Tag ist hier anders. So habe ich ein paar Tage im Day Care Center ausgeholfen, was gar nicht so leicht war. Umso einfacher fällt es mir aber meine bisherigen Essgewohnheiten zu ändern. Nicht nur, dass die Zeit sich sehr weit nach hinten verschoben hat, auch Nudeln und Reis zum Frühstück finde ich mittlerweile sehr angenehm. Um die 45 Kinder auf so engem Raum unter Kontrolle zu bekommen ist eigentlich komplett unmöglich. Da sich hier alle gemeinsam austoben können, da es verhältnismäßig wiederum viel mehr Platz ist, als normalerweise zum Spielen zu Verfügung steht, kann man ein wenig Chaos auch schonmal verkraften.

Außerdem konnten wir einem Mann mit einer offenen Wunde am Bein helfen. Die einst unbedenkliche Wunde hatte sich innerhalb der letzten 2 Wochen auf Grund der mangelnden hygienischen Bedingungen maßgebend verschlechtert. Somit wurde erstmal ordentlich desinfiziert und dafür gesorgt, dass sich auf keinen Fall Maden einnisten können, da schon sehr viele Fliegen angelockt wurden. Von erneut sehr vielen Zuschauern umgeben konnte der Mann schlussendlich wieder freudestrahlend und erleichtert weiterziehen und nun hoffentlich mit neuem Elan seine Medikamente auch wirklich alle einnehmen, damit er schnell aus dem kritischen Zustand herauskommt.

 

Der letzte Arbeitstag 2018 wurde mit einer letzten wichtigen Tat abgeschlossen. Wer im Krankenhaus stationär aufgenommen werden möchte, braucht hier zwangsläufig eine verantwortliche Person aus der Familie, die sich beim möglichen Todesfall um die Beerdigung kümmert. Das liegt daran, dass sich das Krankenhaus nicht um die unendlich vielen verschiedenen Rituale in den unterschiedlichen Religionen und Abspaltungen kümmern kann und will. Das wird natürlich sehr schwer, wenn der Patient entweder allein oder aber auch in einer nur zweckmäßig geschlossenen Ehe lebt, so wirklich verantwortlich wird sich da nicht gefühlt. Durch viele Mitarbeiter und die Polizei, die wir dafür wieder einschalten mussten, fuhr die Ehefrau schlussendlich mit, da sie die Notlage nun wohl endlich auch erkannte. Der Mann befand sich bereits im letzten Tuberkulose-Stadium, weiterhin auf der Straße zu überleben wäre also unmöglich gewesen.

In den letzten Tagen konnte zwar leider keine Weihnachtsfeier stattfinden, dafür aber umso wichtigere Dinge erledigt werden. Nachdem alle 150 Decken mit Schleifen verschönert wurden konnten diese an die bekannten Patienten verteilt werden, um ihnen eine ruhigere Nacht zu ermöglichen. So langsam merke auch ich die Temperaturunterschiede und bin froh, dass diese nun ein klein wenig geschützter durch den Winter kommen.

Bis bald, es wird ab jetzt wieder regelmäßiger etwas von mir zu hören geben! 🙂

Wenn wir einen Weihnachtswunsch frei haben …

Liebe Mitglieder und Freunde,

Zur Vorweihnachtszeit möchten wir euch mit einer sehr bewegenden Geschichte in die Arbeit von Imcares mitnehmen.

Danke für eure bisherige Unterstützung, die schon so viel bewegt hat!

 

Aufgeblüht – Bushan’s Geschichte

Ein Sohn, und zugleich ihr erstes Kind, wurde in die Familie Kumbhar geboren. Die Familie lebt in Mumbais Slum „Mahim“. Einen Sohn zu gebären erfüllt indische Eltern mit viel Stolz. So nannten sie ihn „Bushan“, das bedeutet „Stolz“. 
Was die jungen Eltern damals nicht ahnten … der Junge kam mit einer Behinderung auf die Welt. In seiner Entwicklung zeigte sich schnell, dass er sich weder umdrehen, noch sitzen oder gar laufen konnte. Auch lief ihm der Speichel unkontrolliert aus dem Mund und er begann nicht zu sprechen. Für die Eltern war dies im kulturellen Hintergrund eine Schande. Sie behielten ihren Sohn im Haus, um die verurteilenden Kommentare der Gesellschaft zu vermeiden.

Die Mitarbeiter von Imcares besuchten Familie Kumbhar erstmals  im Jahr 2015 und ermutigten sie, Bushan in das Imcares Tageszentrum zu bringen. In diesem Zentrum werden seit über 25 Jahren benachteiligte Kinder vom Vorschul- bis ins Schulalter betreut. Sie erhalten dort Bildungsangebote und eine vollwertige Mahlzeit, sodass sich die Kinder in ihrem vollen Potential entwickeln können. 

Bushan mit Mutter und Schwester

Von nun an konnten wertvolle Schritte eingeleitet werden. Bushan lernte mit anderen Kindern  zu interagieren, selbstständig zu sitzen und mit seinen eigenen Händen zu essen. Dank  großzügiger Spenden, konnte Imcares dem Jungen eine Operation ermöglichen. Anschließend lernte er an Krücken zu gehen. Plötzlich begann Bushan sogar zu sprechen. 

Heute läuft der Junge jeden Tag mit seiner Mutter zu einer staatlichen Schule. Imcares betreut die Familie weiterhin pädagogisch und therapeutisch.  So kann Bushan und seine Familie immer mehr in ein selbstbestimmtes und freies Leben hineinwachsen. Familie Kumbhar hat ihren verlorenen Stolz zurück gewonnen!

 

 

 

 

 

„Ankur“ bedeutet „Aufblühen/Aufspreißen“. Mit diesem Projekt setzt sich Imcares für Kinder ein, die von Behinderung und lebensbedrohlichen, chronischen Krankheiten betroffen sind. Die betreuten Kinder stammen aus Familien, die in bitterer Armut leben und mit weniger als 1,50€ pro Tag ums Überleben kämpfen. Derzeit profitieren rund 100 Kinder von den therapeutischen und pädagogischen Angeboten. Hierbei findet auch die Vermittlung an staatliche Ressourcen, wie Schulen, Krankenhäuser, Medikamentenvergabe, Essensausgaben, etc. statt. Durch Unwissenheit und logistischen sowie gesundheitlichen Herausforderungen blieben vielen Familien diese Angebote ohne die Hilfe von Imcares verwehrt. 


Durch Eure Spenden können wir diesen Kindern wieder eine Stimme verleihen und Licht in ihr Dunkel bringen! Jede Eurer Spenden kommt zu 100% bei Imcares an.  

Wir freuen uns, wenn wir dieses Weihnachtsfest nutzen können, um das Projekt Ankur ein Jahr lang mit Spendengeldern zu sichern. Mit nur 35 Euro können die Betreuung und Versorgung eines Kindes durch Imcares für einen Monat gesichert werden.
Gemeinsam mit Euch können wir das bewirken!

 

Sparkasse Bamberg
Verwendungszweck: „Imcares Ankur“
IBAN    DE717705 0000 0302 8603 41
BIC       BYLADEM1SKB

 

Vielen Dank für Eure Unterstützung!

Herzliche Grüße,
Rebekka Kaminski
(1. Vors. Seek & Care e. V.)