Wer kann am schnellsten über die rote Ampel fahren?

Gestern war es nach fast einem Jahr Planung und ´Gespannt-sein‘ endlich soweit… das Flugzeug in Richtung Subkontinent hat inklusive mir abgehoben. Zum Glück wurde ich dabei schon in den ersten Stunden meines Abenteuers von der Tatsache, so viele liebgewonnene Menschen über 9 Monate nicht zu sehen, abgelenkt. Einen Tag vor Beginn wollte ich die Möglichkeit ausnutzen, mich im Online-Check zu registrieren. Blöd nur, wenn man damit wichtige Informationen überklickt (erfahrenere Flieger oder auch Menschen, die mitdenken, hätten sich das wohl auch denken können) und übersieht, dass das Mitführen eines Pfeffersprays vollkommen illegal ist, nur ein Feuerzeug pro Person erlaubt ist und eine Powerbank im Koffer nichts zu suchen hat. Jetzt bin ich auf jeden Fall auch schlauer und genug Aufmerksamkeit habe ich sicherlich auch von den zahlreichen ungeduldig wartenden Fast-Urlaubern bekommen. Als dann alles Verbotene aus meiner Tasche verbannt war und auch der Abschied schweren Herzens hinter mir lag hätte es eigentlich losgehen können… wäre da nicht der erste indische Bürger gewesen, der mir wohl in Erinnerung bleiben wird. Ein Mann, dem es scheinbar in Deutschland so gut gefiel, dass er seinen Sitzplatz trotz unzähliger Aufforderungen, unter anderem durch den Kapitän, sturköpfig nicht einnehmen wollte. Somit hatte ich aber jemanden gefunden, der weit mehr Aufmerksamkeit als ich beim Ausräumen meines gesamten, kleinteiligen Kofferinhalts bekam. Nach etwa einer halben Stunde gab es keinen anderen Ausweg, als die Polizei einzuschalten und den Mann aus der Maschine zu bringen. Nachdem auch der Koffer gefunden wurde, konnten die nächsten 8 Stunden in der Luft eingeleitet werden und ich konnte es mir mit vielen Filmen gemütlich machen.

Am Flughafen dann die erste Überraschung: Mindestens 15 Männer mit Rollstühlen, die darauf warteten, Menschen zu befördern. Gut, der Weg bis zum ‘immigration point’ war auch nicht gerade ein Katzensprung, aber da sagt mir nochmal jemand, dass Menschen mit Behinderung in Indien überhaupt gar keine Chance hätten… Ich werde das weiter beobachten Also auf zur Visa-Kontrolle, die überraschenderweise vollkommen unproblematisch verlief, allerdings auch, weil ich glücklicherweise das Employmentvisum statt eines verdächtig-wirkenden Touristenvisums bekam. Als ich dann auch nur auf den zweiten Blick meinen Namen auf einem der gefühlt 3000 Schilder entdeckt habe, nahm meine kurzzeitige vollkommen auf mich allein gestellte Zeit auch schon wieder ein Ende. Timothy und der Taxifahrer standen schon bereit und meine Tasche musste ich nicht einmal selbst tragen :). Los ging es nun also in den indischen Verkehr. Dass die Hupe eine häufiger genutzte Autofunktion als in Deutschland ist, war ja abzusehen. Dass eine rote Ampel hier aber scheinbar keine Bedeutung hat, war mir neu, zumindest wenn ich Timothys Worten glauben schenke. Dass ich beim Versuch, mich anzuschnallen, komisch angeschaut werde, hätte ich mir auch vorher denken können (es war aber ohnehin keine Befestigung für den Gurt im Auto). Entlang einer Straße ohne Markierung, ohne vorgegebene Seite auf der überholt wird oder Helme auf den Köpfen der Mofafahrer ging es nun in das Haus, was sich die nächsten 9 Monate mein Zuhause nennen wird.

Nach diesem Tag fiel es mir leicht, mich in meinem neuen Bett niederzulassen und all die Geräusche – seien sie von der Straße (die ich übrigens gern aufnehmen und zum Nachempfinden einfügen würde), dem Ventilator oder der Klimaanlage – auszublenden und in einen tiefen Schlaf zu verfallen. In den nächsten Tagen wird zum ersten Mal Mumbai bei Tag erkundet, indisch gegessen und am Montag beginnt auch schon der erste Arbeitstag. Mal sehen, was mich alles erwartet…

Bis bald, liebe Grüße, Michelle:)

 

Freiwilligendienst Nr. 3

Hallo liebe Blogleser,

ich heiße Michelle Treu, bin 18 Jahre alt und habe in diesem Jahr mein Abitur in der Nähe von Jena gemacht. Um nach der Schulzeit mal etwas aus dem perfekt organisierten deutschen Alltag herauszukommen, sah ich einen Freiwilligendienst schon lang als perfekte Möglichkeit an. Als dann Seek and Care auf einem Berufsinfomarkt in meiner Schule vertreten war, wurde ich sofort von den Projekten, Bildern und Worten mitgerissen. Auch Blogeinträge der vorherigen Freiwilligen machten es mir leicht, meine Überlegungen zu umsetzbaren Plänen zu machen und als dann so langsam alles ins Rollen kam, ebenso meine Vorfreude zu vergrößern.

Schon jetzt, bevor es überhaupt so richtig losgegangen ist, bin ich schon dankbar für all die neuen, tollen Bekanntschaften die ich machen konnte und die Menschen die mir meinen Freiwilligendienst innerhalb meines Unterstützerkreises auch finanziell ermöglichen. Auch Naomi und Till konnte ich bereits persönlich kennenlernen und mir von ihren Erlebnissen berichten lassen. Darüber hinaus sogar schon Timothy und Sonali, die im Juni, wie in den vorigen Blogeinträgen lesbar, auch in Jena unterwegs waren.

Auch wenn es, gerade als weibliche und auch noch blonde Person, nicht immer einfach ist seine Mitmenschen von diesem Vorhaben zu überzeugen, gibt es oft genug Menschen die ohne zu überlegen sofort hinter einem stehen und es beeindruckend finden, dass man diesen Schritt wagen möchte.
Vom 08.09.18 bis mindestens 07.06.19 werde ich mein Bestes geben und die Mitarbeiter von Imcares tatkräftig unterstützen und hier von meinen Erlebnissen berichten. Schaut also gern öfter mal rein 🙂

l’Art pour l’Art – die Entstehung eines Musikraums

Hallo liebe Leser!

Erstmal vorab ein persönliches Update. Nach doch recht krankheitsgeplagten 2 1/2 Monaten kommt von mir mal wieder ein Update, momentan kuriere ich meine Bronchitis aus. Ich hoffe euch geht es allen besser in Deutschland. Hier in Indien ist der Sommerangebrochen, Abends gerade so 10 Grad und Mittags locker 40 Grad. Leider läuft mein Einsatz steil dem Ende entgegegen… ahhhh nur noch 16 mal schlafen und dann Deutschland, ich pack es einfach nicht. Ich hab mir deshalb zum Ziel gesetz jetzt nochmal besonders kleine Veränderungen zu puschen und Projekte die lange Zeit schon besprochen und geplant waren anzufangen umzusetzen. So zum Beispiel auch der Musikraum 😀

Das Agape Village schlägt schon jetzt mit einem musikalischen Herzschlag. Jeden morgen und Abend erklingt das Heim voller Musik. Mit Trommeln, kleinen Pauken und 20 entzückende Kinderstimmen. Die Musik ist jedoch nicht nur auf die Andachtszeit beschränkt. Nur selten hört man keinen vor sich her singen.
Um dieses Interesse weiter zu fördern und allgemein musikalisches Interesse zu wecken haben wir angefangen einen Musikraum einzurichten. Die Eröffnung kommt erst nach Ende der Abschlussprüfungen. Der Musikraum wird mit 2 Gitarren, einem Keyboard und Musiknoten ausgestattet. Einen Teppich und angemalte Wände werden hoffentlich ein freundliches Klima für künstlerische Arbeit bilden. Die Wände werden von den Kids selber angemalt und bis jetzt sieht der Raum echt gut aus. Na gut von unserer Vision ist noch nicht viel in die Tat umgesetzt worden… ABER das Gitarrenbild steht schonmal. Es fehlen nur noch die Noten und der Musikalische Motivations Spruch auf englisch, falls ihr einen passenden habt, einfach in die Kommentare posten. Wir freuen uns über jeden Beitrag 😉

Nächste Woche fangen die wichtigsten Prüfungen des Jahres an weshalb sehr viel und intensiv gelernt wird. Mein arbeits Schwerpunkt hat sich von der Küchenhilfe zu mithilfe in der Buchhaltung und Nachhilfe geben gewendet. Englisch, Mathe und Science steht auf dem Programm. Es ist schön sein Wissen über Magnete, Planeten, Addieren, und komplizierteren Oberstufenmathe aufrischen zu können. Mich fasziniert momentan wie die Kinder doch teilweise recht schlechtes Englisch sprechen jedoch ohne Probleme Science in Englisch kapieren.

Ich wünsche euch einen schönen Palmsonntag!
Lg,

Naomi 😀

gitarrenbild

Weihnachtsfeier Teil 2

Hallo 🙂

172DB369-EBD0-4588-826C-58A9E8E0264BAm 17.12 war die offizielle Weihnachtsfeier im Agape Village. Ich kam erst an dem Sonntag Mittag dazu, um zu helfen, aber Till hat schon am Samstag die Bühne mit aufgebaut. Das Weihnachtsprogramm war echt schön. Erst wurde gesungen, dann wurden die Tänze von den Kindern aufgeführt. Mich hat es sehr gefreut, die eh schon guten Tänze nochmal auf einem ganz anderen Niveau zu sehen. Till, ich und 2 andere Freieillige aus Argentinien und Costa Rica haben zum Abschluss ein kleines Konzert von Stille Nacht gegeben. Auf Spanisch, Deutsch und Englisch. Nach der Bescherung und einem Abendessen, welches eines solchen Events gebührig ist, klang der Abend mit einem Lagerfeuer aus. Der Freiwillige aus Costa Rica hatte mit den Kindern ein Schlagzeug aus alten Dosen und Reifen gebaut und ihnen einen Rhytmus Crashkurs gegeben. Das gelernte Wissen wurde beim Lagerfeuer gleich angewandt. Die Jamsession, die folgte, war ein guter Abschluss eines gelungenen Abends.

CA340A76-A8C4-472D-B2DB-42F391E79669Weihnachten war sehr ähnlich und so ganz anders als gewohnt. Reinzufeiern und morgens um 1 eine Tanzparty zu veranstalten hab ich an Weihnachten noch nicht erlebt. Die bunte und fröhlich Art zu feiern ist nicht nur sehr indisch, sondern wie ich fand auch sehr passend 🙂 Danach gab es mittags nochmal ein Weihnachtsprogramm für die Freunde, Lehrer und Bekannten der Kids. 150 Leute insgesamt 🙂

Ich hab jetzt knapp 2 Wochen Ferien, in denen es sehr abenteuerlich durch Indien geht. Deswegen wünsche ich euch jetzt schon ein gutes neues gesegnetes Jahr.

Lg Naomi 🙂

Weihnachtsfeier Teil 1

Hey Leute,

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Erstmal sorry, dass ich so unregelmäßig schreibe. Hier im Agape Village ist doch immer etwas zu tun, was mich das Blog schreiben vergessen lässt. Genug über meine unregelmäßigen Beiträge. Momentan ist eine Krankheitswelle auf der Mädels Etage ausgebrochen. Die Hälfte der Mädchen ist krank, manche haben nur eine Erkältung, manche sind durch Fieber richtig ans Bett gebunden. Ich bin dadurch momentan als Krankenpflegerin aktiv, doch auch Till hilft fleißig beim Tee machen. Mehr Decken wurden verteilt und Fenster provisorisch abgedichtet, um die kalte Luft besser draußen zu halten.
Abgesehen davon, bauen wir momentan an einem Ofen. Der Prototyp wurde vom Heimvater genehmigt weshalb wir in den nächsten Tagen einen Art Pizzaofen mit Zement befestigt bauen werden. Denn Weihnachten ohne selbst gebackene Plätzchen sind halt keine richtigen Weihnachten.

Vor 2 Wochen habe ich eine Woche in Mumbai verbracht, um bei den Vorbereitungen für die Weihnachtsfeier für die Pavement Ministry mitzuhelfen. Erst dachte ich, es gäbe nicht viel zu tun, da wir am Montag noch ganz normal durch die Straßen gelaufen sind und die Klienten besucht und eingeladen haben. 2017-12-22 at 07.11.52Doch schon am Dienstag ging es dann so richtig zur Sache. Wir haben 200 Decken und Mützen mit dem Imcares Siegel versehen und dann schön eingepackt. Das Komplette Office wurde geputzt und Essen für 80 Leute vorbereitet.

 

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Snehalata und Ich sind dafür extra mit dem Bus zu einem der größeren Märkte Mumbais gefahren und haben alles von Papptellern bis hin zu Gewürzen, Kartoffeln und Zwiebeln bekommen.

 

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Zu der Weihnachtsfeier selbst, die am Freitag war, kamen dann tatsächlich auch so viele Leute wie erwartet. Es wurde gesungen, Dankesreden gehalten, gepredigt, gegessen und die Decken dankbar entgegengenommen. Es war echt schön mitzuerleben, wie glücklich die Leute alle waren und wie viele gekommen sind, obwohl doch sehr viele einen sehr weiten weg haben.

Die restlichen Decken wurden von den Mitarbeitern in der Woche drauf direkt beim Ablaufen der Straßen verteilt. Während der Feier war ich Fotograf und durfte nach einem kurzen Crashkurs, wie man Fotos richtig macht, Bilder von der Feier schießen. Am Sonntag ging es dann auch schon wieder ins Agape Village, um die Weihnachtsfeier der Kids mitzuerleben. Doch das ist schon Teil 2.

Liebe Grüße aus Indien :D,

Naomi

Advent mal ganz anders

Hallo Liebe Leser,

Till ist nun auch im Agape Village und es tut gut nicht immer nur Englisch zu reden. Hier im Heim waren die letzen Wochen doch sehr anstrengend und stressig wegen Krankheitsfällen von Yarden und meinerseits und die erhöhte Arbeitslast in der Küche, da wir momentan keine Köchin haben. Jedoch ist es echt ein Geschenk zu erleben wie die Mitarbeiter sich gegenseitig unterstützen und jeder jeden unter die Arme greift so dass die Lasten immer durch mehrere getragen werden.

Ich hab vor 2 Wochen angefangen den Kindern Englisch Unterricht zu geben. Wir haben sie in drei Gruppen eingeteilt. Gruppe A, die Grundschulgruppe, Gruppe B, Anfänger und Gruppe C die Fortgeschrittenen. Bisher klappt das beibringen von Aussprache Regeln eigentlich ganz gut nur das lernen der Vokabeln noch nicht ganz so gut. Falls es Lehrer oder Nachhilfelehrer unter den Lesern gibt, wie motiviert ihr die Schüler zum lernen? Würde mich über Tipps sehr freuen. Die Kindergeschichten die ich mit Gruppe C gerade lese scheinen den Kindern aber gut zu gefallen und wir kommen gut voran in den Stunden. Man merkt aufjedenfall dass sie sich immer mehr trauen Englisch zu reden was mich echt freut.

Wir erweitern momentan den Anbau auf der Farm und haben Gemüse wie Gurken und Spinat gepflanzt. Das Wetter ist unnormal für die Jahreszeit. Es ist stark bewölkt, regnet ab und zu und die Stromausfälle dauern länger an. Die Schulen wurden heute wegen dem Wetter geschlossen was nicht bei jedem Freude auslöst aber bei den meisten. Es gibt dann aber auch wieder Abende wo man mitten im Dezember ohne Probleme im T-shirt draußen sitzen kann. Die Hauseltern waren beim Anblick von den Bildern des verschneiten Deutschlands ganz entzückt 🙂

Was natürlich im Dezember auf keinenfall fehlen kann ist ein Adventskalender. So haben Till und ich beschlossen einen für die Kids zu gestalten. Leider wurde uns es nicht erlaubt den Familien Kalender aufzuhängen da das Konzept eines Adventskalender für die Kinder völlig fremd ist. Aber es ist auch schönes Gefühl die Schokolade und das kleine Geschenk den Kindern einzelnd geben zu können wenn es Zeit ist deren Türchen zu öffnen.

Liebe Grüße aus Indien und einen gesegneten Start in den Advent,

Naomi 🙂

Freiwilligendienst Nr. 2

Hallo liebe Freunde von Seek & Care und alle anderen Leser!

 

TillMein Name ist Till Morgenfrüh, ich bin 19 Jahre alt und komme aus Jena.
Mit den kommenden Zeilen möchte ich mich kurz vorstellen, also könnt ihr euch ja vielleicht schon denken, was es damit auf sich hat. Ich werde in den kommenden Tagen der zweite Freiwillige bei IMCARES sein und freue mich schon auf die kommenden 4 Monate.

Nachdem ich 2016 die Schule mit meinem Abitur abschloss, absolvierte ich im letzten Jahr bereits einen einjährigen Freiwilligendienst in einem Soziokulturellen Zentrum in Rudolstadt. Bereits zu dieser Zeit spielte ich mit dem Gedanken im kommenden Jahr mir Zeit zu nehmen, um vor meiner beruflichen Zukunft Erfahrungen im Ausland zu sammeln.
So war ich glücklich, als durch den persönlichen Kontakt zu Seek & Care e.V. die Möglichkeit entstand eben jene Erfahrungen bei IMCARES in Indien zu sammeln.

In meiner Freizeit treibe ich gern Sport, zumeist Fußball und Basketball, mache Musik und hoffe, dass ich meine Interessen auch im Agape Village einbringen kann. Die meiste Zeit werde ich, genau wie Naomi, im Agape Village arbeiten, worauf ich mich, nach dem Lesen der Blogeintrage, ungemein freue.
Ich freue mich auf eine erfahrungsbringende, spannende Zeit, auf das Kennenlernen einer völlig neuen Kultur und der Menschen und bereichernde Monate, die bereits heute am 18.11. in Mumbai beginnen werden (ich bin etwas spät dran mit meiner Vorstellung auf seekandcare.de).

Über das, was dann alles passiert werde ich euch natürlich am Laufenden halten.

Liebe Grüße von Till!

Küchenerfolge und Gärtnerfreuden

Hallo :),
Wow es ist schon November. Die Zeit verfliegt förmlich. Mit dem November bricht auch hier der
Winter an. Nicht nur von der Temperatur her ist ein Unterschied zu bemerken, sondern es wird
nun auch eifrig für das Weihnachtsprogramm geprobt.
Die kleinen Jungs (6-13 Jahre), die großen Jungs (13-17) und die kleinen Mädels (6-13) werden je einen Tanz aufführen und die großen Mädels (13-17) zwei. Auch ich werde bei den großen Mädels mittanzen, doch ich werde mit Yarden (Heimmutter) extra Tanzproben haben müssen. Ich war nämlich schon mit dem Tanz der kleinen Mädels überfordert und der ist um einiges leichter als meiner. Beim Weihnachtsprogramm werden auch Theaterstücke vorgeführt und es wird vorgesungen. Ich bin mir sicher das wird sehr lustig 🙂 .

WhatsApp Image 2017-11-08 at 07.06.52Hier im Heim wird sehr viel angebaut, vor allem Früchte. Es gibt mehrere riesige Mangobäume, ungefähr ein halbes dutzend Papayabäume, Bananen und Guavas. Die Papayas sollten in den nächsten 3-4 Wochen reif sein. Auch Erdnüsse werden angebaut. Wusstet ihr das Erdnüsse unter der Erde wachsen? Als ich das gesehen hab war ich echt erstaunt wie wenig ich eigentlich darüber weiß, wie Essen angebaut wird. Der Name ergibt jetzt sehr viel mehr Sinn als vorher.
Dadurch das es bis zum nächsten Monsun nicht mehr regnen wird haben wir einen kompletten Vormittag damit verbracht ein Bewässerungssystem um die Bäume herum zu graben. Die Farmarbeit ist körperlich echt anstrengend vor allem, da es sehr schnell sehr heiß wird, sobald die Sonne da ist. Am Ende waren uns aber nicht nur die Bäume für das Wasser dankbar, sondern Hira, der Hund des Heims, sichtlich auch.

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In der Küche bin ich nun immer mehr eine Hilfe da ich die meisten Rezepte mittlerweile gut genug kenne, um schon im Voraus zu wissen, wie ich die Kartoffeln und die Zwiebeln zu schneiden und den Knoblauch zu schälen habe. Was mich sehr gefreut hat war, als Maushi und ich mal wieder Chapati gebacken haben und ich ihr diesmal wirklich helfen konnte, da meine Chapati mittlerweile brauchbar sind. So haben wir nur 20-30 Minuten anstatt 50-60 Minuten gebraucht. Maushi ist übrigens kein Name sondern die Bezeichnung für ein Mutter Tochter Verhältnis. In Indien, vor allem auf dem Land, werden nur selten Namen gesagt und sehr häufig solche Anreden wie Maushi, Adji (Großmutter), Didi (große Schwester), Dada (großer Bruder), Tai (weitere Bezeichnung für Mutter) oder Uncle verwendet. Der eigentliche Name der Person wird dieser Bezeichnung vorne dran gestellt, um zu spezifizieren wer gemeint ist.

 

Liebe Grüße,
Naomi Burg

Von indischen Zügen, Hühnerstall und Cricket

Hallo :),
Es ist doch etwas länger her seitdem ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Vom 15.-28. Oktober waren Diwali Ferien. Neben den Sommerferien im Mai sind das die zweiten großen Ferien. Für Weihnachten gibt es nur am 25. einen freien Tag, keine Ferien wie in Deutschland, außer man geht auf eine private christliche Schule. In den Ferien gehen die meisten Kinder zurück zu ihren Familien, dadurch reduziert sich die Anzahl der Kinder im Heim von 25 auf nur 7.

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Ich war die Erste Woche selbst in Mumbai und habe im Office mitgearbeitet. Die Rückfahrt zum Dorf war ein Erlebnis für sich. Diesmal haben wir den Zug genommen und durch die Ferien war er mehr als überfüllt. In den Gängen und zwischen den Sitzen, überall standen/saßen Leute.
Bei einem Stop haben wir dann aus dem Fenster heraus Wada Pav gekauft. Der Indische Burger ist mit einem scharfen Kartoffel mix gefüllt und dann von Weißbrot umgeben. Eine Indische Zugfahrt sollte jeder mal erleben 😀 . Die Türen sind während der Fahrt offen um kühle Luft in die Wagons zu lassen. Auch sind an der Decke des Wagongs überall Ventilatoren angebracht.

Die zweite Woche war ich im Heim und hatte erstmals in meinem Leben sowas wie Ferien auf dem Dorf. Man bekommt nach einem Tag nichts tun den Drang zu arbeiten und aktiv zu werden. So Haben wir den Hühnerstall repariert, so das von nun an keine Katzen mehr reinkommen. Eine hälfte des Hühnerstalls hatte kein Dach mehr. Dieses haben die 4 Jungs und ich durch Bleche wieder hergestellt und anschließend wurde alles durch ein Tuch abgedichtet 🙂
Mehr gab es aber nicht zu tun, weshalb wir uns wieder dem Cricket zugewendet haben. Durch das viele Üben bin ich doch langsam recht gut geworden und hab das Spiel immer besser verstanden. Die ODI (One-Day-International) haben wir im Fernsehen natürlich verfolgt. Diese Spiele zwischen Indien und den anderen Cricketspielenden Nationen dauern wirklich den ganzen Tag, mindesten von 13:30 bis 21:00.

Der Winter bricht so langsam an. Es wird Abends kälter was mich sehr freut da es ein guter Ausgleich zu den 30 Grad ist, die es im laufe des Tages hat. Die Regenzeit ist seit circa 2 Wochen rum und man merkt sofort welche Auswirkungen dies hat. Die Berge die noch Anfang September knallgrün waren sind nun braun mit kleinen Flecken grün.

Liebe Grüße aus Indien, Naomi

Mülltrennung leicht gemacht

Ein Projekt, welches ich leiten sollte hieß „Aktion Mülltrennung im Agape Village“. In Indien wird kein Müll getrennt und eine Müllabfuhr außerhalb von Großstädten hab ich noch nicht entdecken können. Daher wird der Müll einfach auf den Boden geschmissen und landet neben der Straße. Diese Müllhaufen werden gelegentlich auch verbrannt, was bei Plastik doch recht schädlich wird. So starteten wir das Müllprojekt um nicht nur einen Plastikfreien Kompost zu erhalten sondern auch um das Verhalten der Kids zu verändern.WhatsApp Image 2017-10-14 at 13.41.21

WhatsApp Image 2017-10-14 at 13.40.58Das eingeführte System ist recht Simpel. Papier, Plastik und Kompost werden getrennt. Restmüll fällt eigentlich keiner an. Für die Essensreste und anderen Kompost wurde schon ein circa 2 1/2 x 1 1/2 x 3/4 M tiefes Loch gegraben. Wir nutzten zwei alte Wassertanks als Papier und Plastik Mülltonnen. Papier malten wir nach deutschem Vorbild Blau an und Plastik wurde Gelb. Das Papier wird verbrannt und für das Plastik schauen wir uns noch nach Recycle Möglichkeiten um.

Nachdem das Projekt fast eine Woche am laufen ist funktioniert es doch recht gut. Ich bin zuversichtlich dass diese einfach Trennung bestand haben wird.

Ich hab mich mittlerweile sehr gut im Agape Village eingelebt und die Zeit vergeht wie im Flug. Mit den Kids schau ich manchmal die U-17 Fußball WM an, die momentan in Indien stattfindet. Sie sind schon ware Deutschland Fans geworden 🙂

Liebe grüße aus dem doch recht verregneten Indien,

Naomi Burg