Medical Camp, 02.02.2017

Hallo, Ich heiße Charlotte. Dieses Jahr bin ich das erste mal in Indien.

IMG_2989Ich möchte euch vom Donnerstag berichten. An diesem Tag sind ein Teil unsres Teams mit dem „Medical-Van“ zu einem Slum gefahren. Es waren 4 Mittarbeiter von Imcares und ein Doctor dabei. Nach ca. einer halben Stunde Fahrt sind wir angekommen. Unser erster Eindruck war, dass es sehr strak gestunken hat und uns wirklich schlecht geworden ist. Außerdem war es dort extrem  verdreckt und eklig. Einer aus unserem Team meinte, es sei der hässlichste Ort, den er je in Mumbai gesehen hatte. Es war wirklich sehr schwer vorstellbar, dort zu wohnen. Die Kinder sind dort ohne Schuhe in Müllbergen rumgelaufen und haben sich Flugdrachen aus Plastiktüten gebastelt. Die Aufgabe von Imcares war es, die Menschen mit Medizin zu versorgen. Es gab 3 Stationen.

  1. Station: Aufnahme des Name, des  Gewichts und des  Alters der Menschen in ein Buch. Sie haben auch einen Zettel mitbekommen, auf dem all diese Daten drauf standen.
  2. Station: Dann sind sie mit ihrem Zettel weiter zum Doctor, der als nächstes eine Diagnose gestellt hat und die passenden Medikamente auf dem Zettel notiert hat.
  3. Station: Der Zettel wurde weitergegeben zu einer Mittarbeiterin, die die entsprechenden Tabletten oder Tinkturen mit einer Anweisung, wie die Tabletten eingenommen werden müssen, an den Patienten gegeben hat.

Unsere Aufgabe war es beim Aufnehmen der Patientendaten und beim Ausgeben der Tabletten zu helfen.

Im Ganzen war es ein sehr erlebnisreicher Tag. Man hat noch mal eine ganz andere Seite Mumbai´s kennengelernt und konnte sehr konkret helfen. Wir waren nur ein paar Stunden dort und waren froh wieder im sauberen Hotel zu sein.  Bei so einer Aktion fällt einem mal auf wie leicht medizinische Versorgung in Deutschland ist und wie abhängig die Menschen dort in den Slums  von externer Hilfe sind. Schön zu sehen, dass sich Imcares regelmäßig auf den Werg macht, um diese Menschen zu erreichen.

Charlotte

Pioniere und Visionäre

Hallo,

heute war ein spannender Tag, wir haben ein Day Care Center im Slum besucht. Dort durfte ich Integration von einem Behinderten in eine Gruppe von über 76 Kindern erleben. Der Junge blüht sichtbar auf.

Es war faszinierend, welche Freude die Kinder hatten, zu kommen.

IMG_5974Mit Begeisterung haben sie bei den Bewegungsspielen mitgemacht und einer spannenden Geschichte, dargestellt von uns Mitarbeitern, gelauscht.

Die Lehrerin selber, hat eine solche Ausstrahlung und Ruhe, unglaublich. Sie macht das jetzt schon seit 12 Jahren ! Und ist immer noch begeistert. Es gibt eine Gruppe für Kindergartenkinder und eine Gruppe nachmittags zur Hausaufgabenbetreuung. Die Gruppe von 9 Uhr bis 13 Uhr dient auch dazu Müttern, die entweder auf den Gleisen Müll zum Wiederverkauf sammeln oder kleinere Geschäfte am Straßenrand haben, ihre Kinder sicher zurück zu lassen. Die Kinder wären ansonsten Gewalt, Missbrauch oder Menschenhandel ausgesetzt.

 

So ist die Idee, die Kinder an einem sicheren Ort zu sammeln, Ihnen einfache akademische Dinge beizubringen, christliche Inhalte zu vermitteln, einfache Gesundheitserziehung beizubringen (Hände waschen …) und eine gute warme Mahlzeit zu bieten, genial. Sie wurde wohl von anderen Organisationen in anderen Slumgebieten übernommen, sodaß Imcares dies nur noch an einem Ort anbietet und sich auf neue Projekte konzentrieren kann. Für mich sind sie Pioniere und Visionäre, die so flexibel sind, Brennpunkte zu erkennen und neue Projekte anzugehen.

Heute hatte ich mit den 2-5 jährigen  beim Spielen echt Spaß. Ein Mädel hat mir ein indisches Handspiel beigebracht.

Gruß Christine

Farbenfreude und Neuorientierung

Hi, ich heiße Christine und bin zum aller ersten Mal in Mumbai.

Sofort war ich begeistert von der Wärme und der Lebendigkeit dieser Stadt. Da ich Mitglied von Seek and Care e. V. in Bamberg bin, war ich sehr gespannt IMCARES life kennen zu lernen und schreibe hier vor allem von Timothys Einführung in die Arbeit.

Seit über 25 Jahren ist IMCARES dabei caritative Arbeit für die Armen anzubieten. Es hat sich gezeigt, dass zur Zeit doch viele andere gute Projekte auch in den Slums stattfinden und auch die Regierung  gute Unterstützung wie medikamentöse Versorgung und Ernährungsprogramme bieten.

Ein wichtiger Schritt zur Neuorientierung bestand darin nicht zurück zu schauen, sondern auf Neues, bzw. auf das was kommt. Alte Erfolge und auch das was runter zieht, schwer war,  loszulassen.

Timothy bewegte in einer intensiven Zeit Projekte, Ziele von IMCARES in seinem Herzen um zu wissen wo es hin gehen sollte.

Dabei wurde es immer deutlicher anlehnend an dem Gleichnis vom verlorenem Schaf sich um das Verlorene zu kümmern, sich auf die Armen der Armen auszurichten. Ihnen ihre vom Staat her anerkannte Existenz wirklich zu geben. Das heißt Ihnen zu helfen ihre Geburtsurkunde  einzufordern, sie zu Behörden und in Krankenhäuser zu begleiten. So nimmt der Dienst auf dem Bürgersteig einen neuen wichtigen Raum ein – sich um die zu kümmern, die  gar keiner will.

Die, die im Abseits, ohne Beachtung, gebrandmarkt als nicht existent, ohne Rechte, verloren  im umfassenden Sinne sind, will IMCARES unterstützen.

 

Timothy faßte dies in 2 Konzepten zusammen:

1: das R-R-R Konzept. Rescue-Rehabilitation-Reinstatement

Rescue: die Armen der Armen finden.

Rehabilitation: Ihnen Stimmrecht, Bürgerschaft verleihen, Rechte, die Ihnen zustehen an medizinischer Hilfe, vom Staat Angebote wahrzunehme. Dies ist oft sehr Personal- und Zeitaufwendig.

Reinstatement: Kinder, die aus ihrer Umgebung in eine sichere Wohnumgebung gebracht wurden, wie z.B. das Agape Village wieder in die Gesellschaft zu integrieren. So konnten schon viele dieser Kinder einen Beruf erlernen und ins Arbeitsleben starten.

 
2: Das W-W-W Konzept  welfare-wellbeing-wholesamness

Versorgung-Wohlsein-Ganzheit

 

WhatsApp Image 2017-01-30 at 19.53.53Neben den vielen Eindrücken der Armut, des Staubes des Hupgetöses, sah ich hier immer wieder Oasen für mein Auge: Papageien in den Bäumen am Straßenrand. Den farbenfrohen Gemüsemarkt, Zitronen, die mit ihrem Gelb einen schönen Kontrast zum grünen, violetten, roten, weißen, orangen Gemüse boten.

Begeistert bin ich von den Kleidern der Frauen. Es ist eine Freude fürs Auge. So bunt und farbenfroh. Endlich kombiniert mal jemand Farben wie Safran mit Rosa oder Orange und Rot, oder Türkis mit Pink…

Nachmittags war dann ein praktischer Einsatz. Wir sind im Viertel mit einer Mitarbeiterin mitgelaufen. Sehr beeindruckend fand ich Ihren Respekt gegenüber den Armen. Das Mißtrauen sich trotz größter Not nicht helfen zu lassen und einfach nach Namen zu fragen und weiter zu gehen im Wissen Hilfe angeboten zu haben. So kam dieser Mann am nächsten Tag selber zu IMCARES, im Rahmen des Medical Care und ließ sich seine Wunde versorgen.

Und am Bahnhof habe ich als ungeübter Betrachter erst mal nach geraumer Zeit erkannt, daß ganze Familien einfach dort leben, Essen kochen, Kinder spielen, …und nicht auf den Zug warten.

Die Mitarbeiterin verriet uns, wenn die Polizei kommt, rennen alle los, sie werden  vertrieben und ihr weniges was sie haben, wird einfach weggeschmissen und sie müssen von vorne anfangen.

Das zu Montag dem 30.01.17.

Christine

Erste Eindrücke aus Mumbai

Ankunftstag in Mumbai:

DSCN0408Ich bin das erste Mal in diesem Land. Mein erster Eindruck: Es ist richtig krass!!! 30°  statt – 10° !!! Die vielen Autos kreuz und quer auf den Straßen, Gehupe ohne Ende
…, Menschen ohne Ende….provisorische Zelthäuser aus Planen, viele sichtbar arme Menschen!!!

Irgendwie kennt man Bilder aus dem Fernsehen, aber plötzlich mittendrin zu stehen, Wahnsinn!!!

 

Nächster Morgen:

Am Vormittag waren wir bei „Imcares“, der Organisation, mit der Seek and Care e. V. zusammenarbeitet. Der Leiter Timothy hat uns über deren Arbeit, die Projekte, die Grundhaltung den Menschen in Mumbai gegenüber und die Zielrichtung der Arbeit erzählt. Dazu mehr von Christine später….

Am Nachmittag war ich mit einem Mitarbeiter von Imcares (ein Inder) und noch einem Mann aus unserem Team bei der „pavement-ministry“ dabei: Wir waren in verschiedenen Armenvierteln und einem großen Rotlichtviertel.

Bei diesem  Dienst suchen die Mitarbeiter Menschen, die am Straßenrand leben, auf, sprechen sie an, versorgen sie medizinisch oder kaufen z.B. etwas zu essen…. Viele Klienten betreuen sie auch schon seit längerer Zeit.

Auch hier kann ich nur sagen: Echt krass, mittendrin statt nur im Fernsehen.

Ich bin heute Abend total erschlagen und überwältigt von den vielen Eindrücken. Was für ein anderes Leben!!!

 

Uta

Jeevan – Neustart in’s Leben

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Jeevans Geschichte hinterlässt bei mir einen bleibenden Eindruck für die großartige Leistung der Mitarbeiter von IMCARES. Täglich laufen sie durch Mumbais Straßen, um obdachlose, bedürftige und verletzte Menschen zu finden und ihnen die Hilfe zu ermöglichen.

Auf einer dieser Touren der Pavement Minsitry fanden sie den 40jährigen Jeevan (Name geändert) in einem erbärmlichen Zustand vor. Nach dem sich die Mitarbeiter ihm angenähert hatten und sein Vertrauen fanden, untersuchten sie ihn gründlich auf Verletzungen. Dabei fanden sie eine sehr tiefe Wunde an seinem Bein, die bereits von Maden besiedelt war und fürchterlich stank.

Im Beratungsgespräch fanden sie weiterhin heraus, dass Jeevan seit fünf Jahren auf der Straße lebt. Als Karren-Zieher lag sein Tageseinkommen bei ca. 1,50€. Aufgrund seines Alkoholproblems hatte ihn seine Familie ausgestoßen.

Mit Jeevan’s Zustimmung konnten die IMCARES Mitarbeiter seine Wunde reinigen und grundversorgen. Anschließend brachten sie ihn in ein staatliches Krankenhaus zur weiteren Behandlung. Sie besuchten ihn auch nach der Krankenhausbehandlung regelmäßig, um eine optimale Wundversorgung und den Verbandswechsel zu gewährleisten, bis das Bein gänzlich geheilt war. Zusätzlich wurde er in das Versorgungscamp auf dem Gelände von IMCARES eingeladen, wo er regelmäßig Beratung, Essen und Gebet erhält.

Jeevan hat nun wieder begonnen zu arbeiten und damit Selbstverantwortung übernommen. Die Mitarbeiter von IMCARES arbeiten jetzt mit ihm an seinem nächsten Ziel, der Familienzusammenführung.

Rebekka Kaminski