3, 2, 1…

Nach einer langen Durststrecke ohne „medical camps“ wurden vergangene Woche nicht ein oder zwei, sondern vier Stück an verschiedenen Stellen der Stadt veranstaltet. Auf dem Weg dorthin gab es auch den ersten Auffahrunfall. Nicht weiter schlimm, um die Sache nicht zu dramatisieren. So was kann bei den plötzlichen Bremsmanövern auf Grund von aus dem Nichts erscheinenden Taxis oder den „Geschwindigkeitsbrechern“ in Form von Bodenwölbungen, die oft schwer erkennbar sind, schnell passieren. Nach einem kurzen verbalen Aggressionsaustausch ist das aber auch wieder aus der Welt.
Angekommen gab es einiges zu tun, da gerade Erkältungszeit ist. Ja, hört sich doch etwas verrückt an, dass das hier zwar auch im Winter, trotzdem aber bei tagsüber mindestens 30 Grad, der Fall ist. Zum Glück bin ich da also andere Temperaturunterschiede gewöhnt.
Somit konnten wir bei den 4 camps zusammenaddiert 321 Menschen versorgen, eine Zahl, die die erfolgreiche Woche gut abrundet

 

Außerdem stand ein wichtiges erstes Treffen im Day Care Center an, bei dem die Eltern über Impfungen, insbesondere Kinderlähmung, aufgeklärt wurden. Hierzu folgt in den kommenden Wochen die Impfung, da alle Eltern sehr überzeugt schienen.

 

 

Des Weiteren wurden wir auf einen Mann in sehr schlechter Verfassung aufmerksam gemacht. Bei Patienten, welche offensichtlich nicht in der Lage sind sich selbst zu versorgen, oder Anzeichen auf beispielsweise Tuberkulose aufweisen, wird die Polizei von uns benachrichtigt, um den Patienten dann in ein Krankenhaus oder Rehabilitationszentrum zu befördern, da das ohne Fahrzeug nicht möglich ist. Diese Zusammenarbeit hat ein weiteres Mal, direkt in der Nähe des Büros, sehr gut geklappt. Aber leider sammelt sich auch hier innerhalb von Sekunden eine riesige Menschenmasse, um das Geschehen zu beobachten. Da kommt man sich schon etwas blöd vor, wenn man selbst praktisch dazu gezwungen ist das Geschehen genau zu beobachten und für die Dokumentation auch noch Fotos machen muss. Trotzdem überwiegt das gute Gefühl im Anschluss, dass der Mann nun, zumindest für einen gewissen Zeitraum, ein Dach über dem Kopf hat, regelmäßige Mahlzeiten bekommt und zumindest die Chance auf eine erfolgreiche Zeit in der Entzugsklinik besteht.

Als ich mich nach dem Feierabend schon entspannt im Kinosessel niedergelassen hatte, dachte ich es würde nichts Außergewöhnliches mehr passieren. Falsch gedacht, denn gleich nach den teilweise fragwürdigen Werbungen mit sämtlichen Bollywood-Schauspielern standen sofort alle kerzengerade, um der Nationalhymne zu lauschen und bei Bedarf mitzusingen.

Auf den etwas längeren Zugfahrten kann die Zeit hier aber gleich noch sinnvoll genutzt werden um den ein oder anderen Einkauf zu erledigen. Durch die vorhandenen reinen Frauenabteile findet man also oft eine riesige Auswahl an Schmuck, Nagellack und Haarutensilien, glücklicherweise aber auch oft Obst zu Schnäppchenpreisen.

Auf so einer Zugfahrt ging es am Wochenende in den Nationalpark Mumbais. Den größten weltweit, der komplett von einem Stadtgebiet umgeben ist. Er ist der Grund, warum die Verschmutzungs- und Smogverhältnisse hier immerhin noch nicht die Ausmaße Delhis erreicht und Mumbai auf der ‘Liste der Städte mit der weltweit stärksten Luftverschmutzung’ lediglich Platz 151 erreicht. Hinauf durch frische Luft und Bambuspfade zum höchsten Punkt Mumbais, von dem man zugegebenermaßen keinen klaren Blick hat, den hat man vom Brocken aus aber auch nicht :D. Auch wenn die Gründe dafür dort wohl weniger umweltbelastend sind.

Hat sich jemand von euch schon einmal gewünscht, einfach mal wieder Kind zu sein, nur für eine Weile…? Kein Problem, denn wenn „Kabaddi“ auch bei uns etabliert wird, steht dem Fangen-Spiel als anerkannte Sportart nichts mehr im Wege. Hierbei wird doch sehr viel ernster an die Sache herangegangen, von Grund auf sind die Regeln aber nicht sehr viel komplizierter. Aber nur für Mitspieler, die kein Problem mit der Erlaubnis des ‚Wiedertipps‘ haben geeignet :D.

Die letzten Wochen vor Weihnachten stehen bevor und es ist viel geplant. Wie genau das umgesetzt werden kann und wird steht noch offen, ich denke aber, dass wir trotz der momentan fehlenden finanziellen Mittel etwas Schönes auf die Beine stellen werden.

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