Bunt gemischt

Nach einer langen Pause gibt es endlich wieder Neuigkeiten aus Mumbai. Zwischenzeitlich konnte ich  meinen Urlaub nach der Hälfte der insgesamt 9 Monate, die schon vergangen sind, mit meinen Eltern genießen und ihnen mein Leben hier zeigen. Neben den ganzen Kulturschocks, die hier auf sie warteten, gab es zum Glück auch noch Zeit, um am Strand alles zu verarbeiten und auch für mich mal vollkommen abzuschalten. Eine vergleichsweise ruhige Abwechslung gab es schon an Silvester, da Feuerwerk und Böller hier glücklicherweise nur sehr rar zu finden waren, weil dieses eher beim Fest des Lichts, dem Diwali, welches ja schon vorüber ist, in die Luft geschossen wird.

Jeder Tag ist hier anders. So habe ich ein paar Tage im Day Care Center ausgeholfen, was gar nicht so leicht war. Umso einfacher fällt es mir aber meine bisherigen Essgewohnheiten zu ändern. Nicht nur, dass die Zeit sich sehr weit nach hinten verschoben hat, auch Nudeln und Reis zum Frühstück finde ich mittlerweile sehr angenehm. Um die 45 Kinder auf so engem Raum unter Kontrolle zu bekommen ist eigentlich komplett unmöglich. Da sich hier alle gemeinsam austoben können, da es verhältnismäßig wiederum viel mehr Platz ist, als normalerweise zum Spielen zu Verfügung steht, kann man ein wenig Chaos auch schonmal verkraften.

Außerdem konnten wir einem Mann mit einer offenen Wunde am Bein helfen. Die einst unbedenkliche Wunde hatte sich innerhalb der letzten 2 Wochen auf Grund der mangelnden hygienischen Bedingungen maßgebend verschlechtert. Somit wurde erstmal ordentlich desinfiziert und dafür gesorgt, dass sich auf keinen Fall Maden einnisten können, da schon sehr viele Fliegen angelockt wurden. Von erneut sehr vielen Zuschauern umgeben konnte der Mann schlussendlich wieder freudestrahlend und erleichtert weiterziehen und nun hoffentlich mit neuem Elan seine Medikamente auch wirklich alle einnehmen, damit er schnell aus dem kritischen Zustand herauskommt.

 

Der letzte Arbeitstag 2018 wurde mit einer letzten wichtigen Tat abgeschlossen. Wer im Krankenhaus stationär aufgenommen werden möchte, braucht hier zwangsläufig eine verantwortliche Person aus der Familie, die sich beim möglichen Todesfall um die Beerdigung kümmert. Das liegt daran, dass sich das Krankenhaus nicht um die unendlich vielen verschiedenen Rituale in den unterschiedlichen Religionen und Abspaltungen kümmern kann und will. Das wird natürlich sehr schwer, wenn der Patient entweder allein oder aber auch in einer nur zweckmäßig geschlossenen Ehe lebt, so wirklich verantwortlich wird sich da nicht gefühlt. Durch viele Mitarbeiter und die Polizei, die wir dafür wieder einschalten mussten, fuhr die Ehefrau schlussendlich mit, da sie die Notlage nun wohl endlich auch erkannte. Der Mann befand sich bereits im letzten Tuberkulose-Stadium, weiterhin auf der Straße zu überleben wäre also unmöglich gewesen.

In den letzten Tagen konnte zwar leider keine Weihnachtsfeier stattfinden, dafür aber umso wichtigere Dinge erledigt werden. Nachdem alle 150 Decken mit Schleifen verschönert wurden konnten diese an die bekannten Patienten verteilt werden, um ihnen eine ruhigere Nacht zu ermöglichen. So langsam merke auch ich die Temperaturunterschiede und bin froh, dass diese nun ein klein wenig geschützter durch den Winter kommen.

Bis bald, es wird ab jetzt wieder regelmäßiger etwas von mir zu hören geben! 🙂

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