Feuer, Feuer! Achso, das ist gewollt…

Die vergangene Woche war auch ohne Festival um einiges ereignisreicher als erwartet. Hier wurde mir aber wieder klar, dass ich mir genau das richtige Land ausgesucht habe, da ich mir nicht vorstellen kann, nach 9 Monaten hier alles normal zu finden.
Am Montag machte ich mich mit einem weiteren Mitarbeiter auf den Weg in ein Tuberkulosekrankenhaus, in dem wir 3 Patienten besuchten. Dass mich hier keine bekannten Verhältnisse erwarten werden war mir klar, dass hier aber wirklich jeweils um die 60 Patienten Bett an Bett in einer riesigen Halle auf uns warten würden, hat mich dann trotzdem ein wenig überrascht. Glücklicherweise haben sich bisher schon 2 von ihnen sehr gut erholt und können sogar bald wieder nach Hause. Die dritte Patientin hat leider noch sehr mit der Krankheit zu kämpfen, ich hoffe aber, dass wir ihr etwas mehr Mut und Kraft zusprechen konnten.
Zwischendurch hatte sich eine Mitarbeiterin am Teewasser verbrannt, wofür es aber schnell eine Lösung gab. Sofort wurde eine halbe Tube Zahnpasta auf den Arm geklatscht. Davon habe ich zwar auch schon mal als praktisches Hausmittel gehört, verwendet habe ich sie so aber noch nie.
Am Mittwoch wusste ich zu Beginn noch nicht so richtig, was mich an diesem Tag erwarten würde, da ich mir unter dem Namen ‚cleaning camp‘ zwar einiges vorstellen konnte, welche Ausmaße das aber nehmen würde hatte ich nicht gedacht. Als wir im Osten Mumbais aus dem Taxi stiegen warteten wir noch ein paar Minuten auf das Erscheinen einer anderen Organisation, welche einige hilfreiche Utensilien dabeihatte. Neben Essen und Trinken für die fleißigen Helfer, die uns später unterstützten, auch Besen, feuerfeste „Schaufeln“ (kleine Bretter, die so zum Einsatz kamen) und natürlich Handschuhe und Atemschutz. Mit dem Gepäck liefen wir durch eine schmale Gasse, in welcher der Geruch schon intensiver wurde und kamen an einer riesigen Überdachung an, unter der zahlreiche Menschen, Ziegen, Hühner und Hunde zu Hause sind. Da wurde nicht lang gefackelt und alle Mitarbeiter, Freiwillige und die helfenden Jungs verteilten sich in alle Bereiche der Halle, um möglichst viel Müll zu Haufen zusammenzukehren. Das war nicht unbedingt immer einfach. Neben der Hitze, die unter der Überdachung aber auszuhalten war, waren viele Plastikteile schon teilweise eingegraben, da ein Großteil des Untergrundes aus Erde und nicht aus Stein besteht. Da war nichts mit Perfektion und auch als wir die Haufen schlussendlich anzündeten, musste ich Gewohntes erstmal ganz weit in den Hintergrund schieben. Eine andere Möglichkeit gibt es hier aber leider nicht. Den Sport, den ich mir eigentlich für abends vorgenommen habe, konnte ich nach diesem Tag getrost verschieben, aber die Mühe hat sich auf jeden Fall gelohnt. Auch wenn die Zustände trotzdem nichts mit Sauberkeit zu tun haben, kann man jetzt immerhin für einen gewissen Zeitraum umherlaufen, ohne an Plastiktüten, Schnüren oder Ähnlichem hängen zu bleiben. Eine Woche, die so also gern nochmal wiederholt werden kann (bis auf die Sache mit dem verbrannten Arm)…
Die nächsten 2 Wochen ist wieder etwas Abwechslung angesagt und ich werde im Agape Village, bei angenehmeren Temperaturen, aushelfen.

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