Romans erste Erlebnisse mit der Imcares Pavement Ministry

Ankunft Indien

Nach einem langen Flug bin ich heile in Mumbai angekommen. Wurde herzlich empfangen und konnte mich schnell an das Klima und die Kultur hier eingewöhnen.

„Pavement Ministry“

Pavement Ministry ist eines von vielen Projekten von Imcares, welches eine wichtige Rolle in der Organisation einnimmt. 

Für ein Jahr wird dieses Projekt den Schwerpunkt meines Dienstes hier einnehmen. Ich darf als Teil des Teams auf den Straßen Mumbais unterwegs sein und miterleben wie nicht nur die äußerlichen Wunden der Patienten von Tag zu Tag zuwachsen sondern auch die inneren und seelischen Verletzungen geheilt werden.

Wie neue Beziehungen entstehen indem man einfach nur für einen Menschen da ist, mit ihm redet und ihm seine Zeit und  Aufmerksamkeit schenkt.

Den Fokus beim bekämpfen einer Krankheit nicht nur auf die Linderung der Symptome zu setzten. Sonder versuchen den Kern und Ursprung davon zu beseitigen.

Hier behandeln wir einen Jungen, der in einem Unfall sein Fuß gebrochen hat. Weil die Familie sich aber mit Betteln ihren Lebensunterhalt verdient, haben sie den schlechten Gesundheitszustand ihres Kindes ausgenutzt um noch mehr Einnahmen zu erzielen. Als sie aber nach einer Zeit merkten, dass er immer noch nicht laufen kann und die Wunde sich deutlich stärker infiziert, ließen sie uns zu seine Verletzung zu Verbinden und gingen auf unseren Rat ins Krankenhaus um das Bein röntgen zu lassen. 

Wochen später sah ich ihn mit einem Gips am Bein lächelnd huckepack von seinem Vater durch die Straßen getragen.

Drogen und Alkohol

In diesem Bild sehen wir ein weiteres trauriges Problem auf den Straßen Mumbais. Menschen die ihre Hoffnung aufgegeben haben und ihren Schmerz und Frust damit bekämpfen, sich durch verschiedene Substanzen zu betäuben und berauschen zu lassen. 

Die Verteilung von Plastikmäntel ist besonders in der Regenzeit von Juni bis Oktober, gegen die starken und heftigen Regenfälle wichtig.

Armut

Oft trifft man Menschen die ein ganz normales Leben führen, Arbeiten gehen und Familien gründen. Aber dennoch aus dieser Armut keinen Weg hinaus finden. Wo der Gehalt grade noch so dafür reicht um zu überleben. 

Darunter leiden größtenteils die Kinder, weil sie schon im jungem Alter gezwungen sind, anstatt zur Schule, arbeiten gehen zu müssen. Was zur Folge hat das sie ohne Bildung aufwachsen und keine bessere Perspektive für ihre Zukunft sehen

Dieser Kreislauf geht über Generation zu Generation weiter. Hier hilft Imcares mit Bezahlung der Schulgebühren, Nahrungsrationen und Hygienemitteln.

Liebe Grüße aus Mumbai, Roman

Das erste mal ankommen im Agape Village

Hallo ihr Lieben,

Mumbai

auch wenn der letzte Blogeintrag noch gar nicht so lange her ist, durften wir in dieser kurzen Zeit schon wieder so viel neues erleben.

Wir, Tim und ich, sind aus dem lebhaften und lauten Mumbai, in das Agabe Village umgezogen. Anstelle von hupenden Autos und Menschen die feiernd durch die Straßen ziehen, schläft man hier mit Tier- und Regengeräuschen ein. Schon auf der Fahrt dort hin haben wir bemerkt, wie nach und nach sich die Landschaft und auch das Klima veränderten. Wir sind durch wunderschöne, grüne Berglandschaften gefahren, in denen man auch immer wieder gigantische Häuser sehen kann. Das sind Urlaubsresidenzen von reichen Leuten, die gerne während der Regenzeit in die Berge fahren. Was man aber auch echt nachvollziehen kann, es sieht einfach so schön aus und das Klima ist sehr angenehm. Timothy hat mir erzählt, dass sie in Indien ihre Grillfeste lieber im Regen abhalten, anders wie bei uns wo man sich nichts anderes wünscht als schönes Wetter, wenn man ein Fest für draußen geplant hat. Vielleicht sollten wir auch den Regen mehr genießen und nicht gleich immer alles ins Haus verlagern 😉 Aber zurück zur Fahrt.

 

Agape Village

Um so näher wir dem Village gekommen sind, um so mehr ist die Aufregung gestiegen. Wie wird es wohl sein? Werden wir uns gut mit den Hauseltern verstehen? Wie wird es mit der Sprache klappen? Wie wird es mit den Kids? Fragen über Fragen. Dann waren wir nach einer vierstündigen Autofahrt endlich da. Durch ein Tor sind wir auf das große Gelände gefahren. Da kam auch schon Kaki (die Hausmama) und zwei der älteren Mädchen aus dem Haus und haben uns willkommen geheißen. Als später auch die anderen Kinder aus der Schule kamen, wurden wir auch von ihnen und Kaka (dem Hauspapa) herzlich aufgenommen. In den letzten Tagen durften wir unsere Zimmer beziehen und uns heimisch einrichten. Den Schulweg, das Dorf und ein paar Bekannte kennenlernen. Wir haben schon viele verschiedenen leckere indische Gerichte ausprobiert, indische Spiele kennengelernt und uns Stück für Stück an unsere neuen Aufgaben mit den Kindern und im Haushalt herangetastet. Auch wenn wir jetzt erst seit einer Woche hier sind, fühlt es sich schon wie eine neue Heimat und eine richtige Familie an und ich freue mich riesig auf die nächste Zeit und alles was kommen mag.

Liebe Grüße Jael

1. Blogeintrag von dem Tim

!Dislaimer! Die hier geschilderten Situationen, Gebäude, Personen und Ereignisse sind meine eigene, persönliche und subjektive Wahrnehmung. Meine Berichte dürfen auf keinen Fall als für ganz Indien zutreffend verstanden werden, weil ich nur einen kleinen Teil dieser vielschichtigen und gigantischen Kultur wahrnehmen und einen noch kleineren Bruchteil dessen wiedergeben kann. !Disclaimer!

2.09.2022

Hallo Freunde.

Ich befinde mich nun schon seit, …, seit, …, ääääääähh, …, lasst mich mal bitte kurz nachschauen.

*öffnet Kalender* sieht, dass heute erst der 02. September ist. *die Ankunft war in der Nacht vom 30. Auf den 31. August* Mathebrain: er ist seit 2,5 Tagen in Mumbai *das kann nicht sein* das ist zu kurz *steht auf, fragt Jael* Jael: Ja, dass stimmt, heute ist unser dritter Tag in Indien *er glaubt es immer noch nicht* setzt sich wieder hin *versucht, irgendwie auf sein Leben klarzukommen*

Tja.

So wie es aussieht, befinde ich mich tatsächlich erst seit 2,5 Tagen in Mumbai. So ganz dahinter gekommen bin ich noch nicht. Ich habe seit meiner Ankunft hier soviel gesehen, gehört, gelernt, akzeptiert, fotografiert, geschrieben, gelesen, geredet, gestaunt, ausprobiert, riskiert, das geht einfach nicht. Es können nicht nur 2,5 Tage sein! Das ist unlogisch. Aber ich glaube, es ist wahr.

Und wo fange ich jetzt an? Es gibt soviel zu berichten! Wisst ihr was, ich male euch zunächst unser Haus vor Augen, in dem wir hier in Mumbai wohnen. Es ist das Hauptbüro von Imcares und Jael und ich bleiben hier nur kurz, bis wir ins Agape Village zu den Kindern entsendet werden. Hier wird es nur „The Office“ genannt.

The Office – unser vorübergehendes Zuhause

Eigentlich trägt das Haus ja den offiziellen Namen „Elim“, aber weil der kaum benutzt wird, bleibt es für mich das Office. Das Office befindet sich gemeinsam mit einigen anderen Häusern in einem gesicherten Bereich, der durch einen Metallzaun und ein große schwarzes Tor samt Pförtner geschützt wird. Das ist hier durchaus üblich. Über einen glatten, steinernen Weg, der in einer leichten Linkskurve verläuft und auf den ca. 1,5 Autos nebeneinanderpassen, bewegen wir uns in Richtung unseres Zieles. Rechts und links des Weges befindet sich viel Grün. Ranken und Sträucher schlängeln sich an den Maschendrahtzäunen entlang und von oben spendet ein mächtiges dunkelgrünes Laubdach großzügig Schatten.

Wir betreten den Vorhof des Office. In ihm tummeln sich allerhand Pflanzen: Palmen, Farngewächse, Büsche sowie eingetopfte Exemplare. Außerdem auch Fahrzeuge: Fahrräder, größere PKW, Motorroller und ein nostalgischer weiß rosaner Bus, der Imcares für ein Jahrzehnt als fahrendes Krankenhaus gedient hat, aber diese guten Zeiten nun schon hinter sich hat.

Das Gebäude selbst ist ein dreigeschossiger Bau mit braunen Fensterläden, der vor einigen Jahren in einer Farbe zwischen gelb und sandfarben gestrichen wurde. Er macht von außen einen etwas alten Eindruck. An manchen Stellen bröckelt der Putz von den Wänden ab, so dass die roten Backsteine sichtbar werden. Andere Flächen wurden dem Regen so lange ausgesetzt, bis sie sich schwarz färbten. Sträucher haben es sich neben Regenrohren auf einer Ebene gemütlich gemacht, die die eine handkantenlänge aus der Mauer hervortretende Decke des Erdgeschosses darstellt. Ein etwa faustdicker Stamm klettert an der rechten Ecke des Hauses an einem senkrechten Regenrohr entlang nach oben, um dort seine Blätter auszustrecken.

Teile des Nebendaches, das sich links neben dem mit Schindeln gedeckten Hauptdach erstreckt und etwas niedriger liegt, sind mit blauen , orangenen oder weiß-milchigen Plastikplanen überdeckt. Wir entdecken zwei Flaggen der Nation Indien: Die erste an der uns zugewandten Seite des Hauses. Die zweite an der linken Seite, die zur Straße blickt.

Von unserer Position aus lassen sich außerdem die beiden Eingänge ausmachen, die aus einer metallenen schwarzen Gittertür und einem Vordach aus Wellblech bestehen, unter dem sich jeweils weiße Plastikstühle versammelt haben.

Hinter dem linken Eingang liegen die Büros, in denen Meetings, wichtige Gespräche und Papierkram stattfinden. In der ersten Etage befindet sich der wichtigste Raum der Anlage: Die Küche!

Hier werden deliziöse echt indische Gaumenfreuden zubereitet und nebenan im Wohnzimmer verspeist. In den Raum darüber gelangt man durch den anderen Eingang, der weiter rechts liegt. Dort befinden sich die Schlafgelegenheiten der derzeitigen Freiwilligen, also auch die meiner Wenigkeit. Hier wohnt man einfacher. Allerdings könnte ich nicht behaupten, dass irgendetwas fehlt. Mein Zimmer enthält ein Bett, einen Stuhl, einen niedrigen Couchtisch, einen Ventilator und ein Fenster. Ein Schreibtisch wäre noch schön, aber den habe ich ja dann im Village.

Mein Zimmer befindet sich in einem hervorragenden Zustand, nur einige Wände im Treppenhaus verlieren ihren Putz und bei manchen Türen löst sich die Farbe, aber das ist okay. Das hat tatsächlich seinen eigenen Flair, weil alles verschiedene Farben hat. Die Treppe ist braun, die Tür ins Büro hellolivgrün, die Treppe samt Tür zur Küche dunkelgrün, manche Wände sind blau, andere gelb und wieder ein andere rot. Da vieles alt oder von Pflanzen überwuchert ist, erinnert mich Mumbai ein bisschen an Jurassic Park: The Lost World.

Wie es mir geht.

Ich glaube, ich werde das alles hier unglaublich vermissen. Ich meine, ich bin wirklich im Jetzt und wirklich im Hier, was mir nicht immer leicht fällt. Oft hat sich in vergangenen Jahren meines Lebens Sehnsucht in mir breitgemacht, nach einer besseren Zukunft, oder einem Ort, an dem ich mich wirklich wohlfühle. Dann war ich weder im Jetzt, noch im Hier, sondern geistig praktisch abwesend. Das ist sehr schlecht, weil man dann nie das Leben genießen, dankbar sein und merk-würdige Erinnerungen schaffen kann. Man nutzt auch kaum etwas von seinem Potential.

Aber seit einiger Zeit bin ich im Hier und Jetzt und tue das, was mir Freude macht. Auch in Mumbai hat sich das fortgesetzt und ich bin sehr dankbar dafür. Manchmal, wenn ich am Essenstisch sitze, freue ich mich plötzlich sehr, dass ich gerade hier im Office und nirgendwo anders bin. Hier soll ich sein und hier will ich sein. Aber dann fällt mir auch ein, wie schnell die Zeit vorübergehen wird und dass ich mich in nicht mal einem Jahr nur noch daran erinnern kann. Deshalb versuche ich, die Tage hier so achtsam wie möglich zu verleben und Details wertzuschätzen.

Ich will dieses Jahr wirklich erleben. Und ich will das tun, was ich wirklich will und mich nicht von Ängsten oder falscher Scheu aufhalten lassen. Sonst bereue ich das später nur und Reue kann nur allzu leicht zu Selbsthass führen.

Menschen im Office

Hier ist auf jeden Fall gut für uns gesorgt. Timothy, der Leiter von Imcares, hat immer ein offenes Ohr für uns. Sein Vater, den wir Opa nennen, ist auch oft da und erzählt uns Geschichten und Weisheiten. Timothys Frau Sonali sorgt um uns und ist bemüht, uns Fragen jeder Art verständlich zu erklären. Die Mitarbeiter von Imcares sind natürlich auch jederzeit zur Stelle und helfen, wo sie nur können.

Das hier, das sind wirklich großartige Freunde. Obwohl wir uns in Englisch unterhalten, haben wir schon vertraute Beziehungen geknüpft. Mit den Leuten hier, mit denen kann man einfach reden. Da ist eine so selbstverständliche und bedingungslose Liebe, das habe ich woanders noch nicht erlebt. Vor allem in so kurzer Zeit. Das sind auch Menschen, mit denen man Stille teilen kann, ohne das es unangenehm wird. Es zählt, dass man die Zeit trotzdem gemeinsam verbringt.

Bemerkt

Ein Detail, das mir aufgefallen ist: Die Menschen hier Lächeln, weil sie sich ehrlich freuen, einen anderen lieben Menschen zu sehen. Dieses Lächeln ist nicht aufreizend, spöttisch, schadenfroh, aufgesetzt, lästerhaft oder falsch. Es ist wahre Freude, Liebe und Wertschätzung. Wenn wir das in Deutschland hätten!

Und hier wird viel gelächelt. Das fühlt sich richtig gut an. Bei einigen meiner neuen Freunde hier könnte ich mir nicht vorstellen, länger als drei Minuten mit ihnen zu verbringen, ohne dass sie sich über etwas freuen und ihrer Freude mit einem Lächeln Ausdruck verleihen. Dieses natürliche Lächeln werde ich versuchen, mir auch anzueignen. Bald werden Jael und ich zum Agape Village fahren und dort unsere eigentlichen Aufgaben angehen. Bis dahin bleiben wir noch hier und genießen die Zeit. Und etwas zu tun, findet sich schon.

Ende

Das war’s jetzt erstmal, ich versuche nämlich, kürzere Einträge zu verfassen und mich dafür öfter zu melden. Gebt mir deshalb bitte weiterhin Feedback, Reschtchreibveller, Verbesserungsvorschläge, Lob und Dank, ihr kennt die alte Rede.

Aber diesmal machen wir eine kleine Änderung: Ich fordere euch heraus, mir in einem Adjektiv mitzuteilen, wie ihr persönlich den Blog findet! Beispiele: Interessant, gut, lang(weilig), qualvoll, erquickend, etc. Gerne so originell wie möglich.

Außerdem nehme ich gern Fragen jeder Art entgegen und beantworte sie ggf. im nächsten Eintrag, anonym natürlich wenn nicht anders gewünscht. Beim nächsten Mal gibt es wahrscheinlich Input zu Mumbai als Stadt. Ich sende euch. Ihr lest mich.

Tschau!

Euer Tim : ) *wertschätzendes Lächeln*

Unser Freiwilliger Tim stellt sich vor

Guten Tag an euch alle!

Jetzt wird es wohl so langsam ernst. Ich spüre, dass etwas passiert. Rein äußerlich ist schon eine ganze Menge passiert. Immerhin schreibe ich euch diese Zeilen nun endlich nicht mehr aus meinem alten Kinderzimmer, sondern wirklich und wahrhaftig aus einem Flieger, der innerhalb einer Zeit von 7,5h die Strecke von München nach Mumbai zurückzulegen erstrebt. Bis jetzt hat er sich ganz gut geschlagen, wenngleich der Start aufgrund von technischen Schäden und mangelhaften Ersatzteilen etwas hinausgezögert werden musste.

Im Flieger: Ich trete zu meinem ersten Flug überhaupt an! °o°

Auf dem etwa tablet-großen Bildschirm vor mir kann ich neben Hörspielen und Filmen auch den Flug selbst über eine putzige Animation verfolgen. Wir bewegen uns mit einer Geschwindigkeit von 854 km/h vorwärts und draußen herrscht eine Temperatur von -55°C. Interessant. Die Ankunftszeit ist auf 23:46 Uhr geschätzt, womit wir eine Verspätung von 36 Min verbuchen können. Ist in Ordnung.

Früh um halb 9 haben Jael und ich uns an dem Münchner Bahnhof in Terminal 2 getroffen und nun sitzen wir wirklich in diesem sich mit rasanter Geschwindigkeit fortbewegendem Ungetüm! Es ist kaum zu fassen. Ich bin schon gestern, am 29.08.2022 am Zwickauer Bahnhof gestartet. Dabei bin ich von Herzensmenschen, die ein Lächeln auf dem zitterndem Mund, und Tränen in den geröteten Augen trugen, würdig verabschiedet wurden. Ich danke euch. Ich selbst musste noch nicht weinen, aber meine Trauerphase kommt noch, dessen könnt ihr euch sicher sein!

Aber auch innerlich spüre ich, dass ich bald ein Jahr in Indien verbringen werde. Ich beginne langsam, das Gewicht dieser Entscheidung zu erfassen. Und aus diesem Grund stelle ich mich noch in diesem Blog vor. Es gibt nämlich eine kleine Veränderung: Ab sofort erhält nicht nur mein Unterstützerkreis meine Updates, sondern die ganze Welt! Das ist doch mal was, oder?!

News

Was ich damit meine, ist, dass dieser Blog nun öffentlich im Internet zu lesen ist, und damit meine Leserschaft auf viele weitere Menschen erweitert wird, die sich in erster Linie nicht für mich, sondern allgemein für alles interessieren, was bei Imcares in Indien so los ist. Ich hoffe, meine neuen Leser können mir verzeihen, dass ich dennoch vieles über mich, meine Werte, Meinungen und Erfahrungen schreiben werde, schließlich sind das meine Blogeinträge, und es gibt, glaube ich, durchaus ein paar Leute, die das trotzdem wissen wollen.

Gestatten: Ich

Also lege ich ganz frisch und unverzagt los mit einer Vorstellung meiner Wenigkeit.

Mein Name ist Tim Hohnstädter, ich bin 19 Jahre alt und habe vor drei Monaten mein Abitur am Peter-Breuer-Gymnasium in Zwickau bestanden. Zur Orientierung für den Lauf meines weiteren Lebens habe ich mich für einen Freiwilligendienst entschieden, der über die Organisationen Christliche Dienste und Imcares sowie den Verein Seek and Care e.V. läuft und außerdem vom Förderprogram weltwärts getragen wird. Weiterhin unterstützt mich mein Spenderkreis von Zuhause. Ich freue mich vor allem auf die Kinder im Agape Village, die vielleicht ganz anders sind als die Kinder daheim, und ihnen andererseits doch so ähnlich sein werden, wie sie nur können. Ich will mit ihnen Musik machen, Cricket spielen, Gutenachtgeschichten vorlesen, etwas Kreatives erschaffen und noch viel mehr. Was davon überhaupt möglich ist und was außer dem, werde ich erst vor Ort auskundschaften können. Ich freue mich auf inspirierende Menschen, auf Kämpfer, Aufopferer und radikale Veränderer.

Und ich freue mich auf die Andersartigkeit, das Unbekannte und das Abenteuer. Das wird toll.

Meine Hobbys X)

Grundsätzlich noch zu meinen Freudenbeschäftigungen, weil das an dieser Stelle einfach standartmäßig mit erwähnt sein will: Für’s Singen und Gitarrespielen bin ich gern zu haben, bevorzugt bei Kindermusicals, Passionen oder Lobpreissessions. Ich lese gern Bücher, schreibe Texte, Gedichte und Listen, zeichne oder male gern etwas und löse Rätsel. Auch Gesellschaftsspiele feiere ich sehr. Sport ist mir wichtig, da gehören zu meinen Interessenfeldern Volleyball, Fahrradfahren und Klettern. Es gibt aber Vieles, das ich noch nie ausprobiert habe und noch machen möchte, also wird diese Liste wahrscheinlich noch exponentiell ansteigen. Vielleicht auch nur monoton steigend, ich hab den Graphen noch nie berechnet.

MERKE!

Nur weil ich etwas mag und es mir Freude macht, heißt das noch lange nicht, dass ich besonders gut darin bin. Zugegebenermaßen hat Gott mir einige Fähigkeiten ins Herz und an die Hand gelegt, die es in diesem Leben zu entdecken und auszubauen gilt. Aber so manches wird eine amateurhafte Tätigkeit und keine gereifte Fähigkeit sein und bleiben. Und das ist absolut okay.

Schwächen

Zu guter letzt will ich auf meine Schwächen eingehen, weil ich finde, dass so etwas für eine vertraute Beziehung immer notwendig ist, und ich will, dass mein Leserkreis ein authentisches Bild von mir hat.

Ich bin unglaublich schlecht darin, mir Namen, Zahlen, oder allgemein Informationen über eine Person zu merken. Wenn ihr also wissen wollt, wie die neuesten Babys in meinem Bekanntenkreis heißen, was jemand in meinem Umfeld beruflich macht, wie alt mein zweitältester Onkel mütterlicherseits ist, seit wann mein Cousin schon in der Schule ist, oder auch was meine Freunde denn so studieren und wo überhaupt, dann fragt bitte nicht mich!

Ich weiß es doch auch nicht!!

Also ernsthaft, ich kämpfe immer noch darum, mein eigenes Leben zusammenzuhalten, ich kann nebenher nicht noch Daten über sämtliche Menschen in meinem Umfeld in meiner Hirnplatte abspeichern. Es ist ja nicht so, als würde ich es nicht versuchen. Im Gegenteil, ich gebe mir ernsthafte Mühe. Aber so richtig meine Stärke ist das nicht. Es kommt auch nicht selten vor, dass ich jemandem mehrmals dieselbe Frage stelle, weil ich die Antwort vom letzten Mal schon wieder unterbewusst vergessen habe. Wenn du so jemand bist, dann tut mir das echt leid. Ich habe dich trotzdem voll lieb, mein Langzeithirn hat leider nur noch 2MB Speicherplatz zur Verfügung. Das ist nicht viel. Vielleicht sollte ich mir mal eine SD-Karte kaufen.

Was ich mir gut merken kann, sind Bilder. Damit kann man arbeiten. Wenn ihr wollt, dass ich mir irgendetwas über euch merken kann, zum Beispiel, dass ihr Zirkusartist seid und 6 ó Kinder habt, dann malt mir ein Bild, auf dem ihr im Zirkuskostüm durch einen feurigen Reifen über eure 6 ó Kinder springt. Wer das macht, den vergesse ich bestimmt nicht so schnell. Außerdem kann ich leicht abgelenkt werden, deshalb muss ich Aufträge entweder sofort erfüllen oder mir einen Wecker stellen, sonst mache ich es halt nicht. Zwei Aufgaben parallel bearbeiten, kriege ich auch nicht hin. Bei mir geht nur eins nach dem anderen. Es sei denn, es reicht wenn ich beides nur zur Hälfte erledige.

Wenn ich etwas Neues mache, mache ich es grundsätzlich erst einmal falsch, deshalb frage ich lieber viel davor, im Zweifelsfall mache ich es aber einfach und weiß es durch die Erfahrung beim nächsten Mal besser. Grundsätzlich bin ich eher der langsame Typ, der seine Zeit braucht und sich auch bewusst Zeit nimmt, was ich im Hier und Jetzt sein will und das was er tut, gründlich und gut erledigt wissen will. Außerdem schreibe ich manchmal zu lange

Blogeinträge, aber mein bisheriger Leserkreis kennt mich ja und da hat sich noch niemand übermäßig beschwert. Ich versuche schon, mich kurz zu halten. An dieser Stelle setze ich deshalb den Schlussstrich und hoffe, dass ihr mich nun etwas besser kennt. Sendet mir wie immer gern euer Feedback, Ermutigungen, Dank, Freude, Inspiration sowie Kritik und Rumgemecker. All dies ist bei mir immer willkommen. Bis zum nächsten Mal, dann aber schon aus Mumbai!

Euer Tim : )

Schlussstrich

Unsere Freiwillige Jael stellt sich vor

Hallo, ich bin die Jael.

Ich bin 19 Jahre alt und habe gerade mein Abitur geschrieben.  Aufgewachsen bin ich mit drei jüngeren Schwestern im wunderschönen Baden-Württemberg.
Aus meinem kleinen Dorf geht es für mich nun raus in die große weite Welt.
Nach Indien zu reisen und dort ein Jahr zu leben ist schon seit einiger Zeit mein großer Traum und ich freue mich riesig, dass es nun bald kein Traum mehr sein wird.
Ich freue mich darauf, die Kultur, die Menschen und vor allem die Kinder im Agape Village kennenzulernen.
Mit Kinder zu arbeiten und mit ihnen das Leben zu entdecken, ist eine große Leidenschaft von mir. Und es ist mein Wunsch, den Kindern die Liebe weiterzugeben, die ich erfahren durfte.
Ich freue mich auf ein buntes, herausfordertes und spannendes Jahr, in dem ich viel lernen darf und auch persönlich wachsen kann.

Unser Freiwilliger Roman stellt sich vor

Hallo, Roman mein Name.

Ich bin 27 Jahre alt und komme aus der Stadt Osnabrück. Geboren bin ich in der Ukraine und im Jahre 1996 ist meine Familie als Spätaussiedler nach Deutschland gezogen, wo ich auch größtenteils groß geworden bin. Aus meiner Leidenschaft zur Musik habe ich erfolgreich meine Ausbildung zum Tontechniker absolviert und als Selbständiger in der Branche gearbeitet. Anfang des Jahres 2022, um genau zu sein am 01.01.2022, hat sich mein Leben um 180 Grad gewendet. Aus Gnade erfuhr ich meine Berufung für mein Leben und seit dem Tag wurde mir der Sinn meines Lebens klar. Nicht mehr für mich selbst zu leben, sondern für die, die durch welche Gründe auch immer, in Not sind und Hilfe benötigen.

Ich bin dankbar, dass mir Seek and Care die Möglichkeit gibt, 12 Monate in Indien dienen zu dürfen. Dass ich Lernen, Mithelfen und was Gutes bewirken darf.

June at the Imcares Agape Village

It’s been over a month since the children began returning to the Imcares Agape Village from their Holiday at home. With them, they brought their clothing, toiletries, and some snacks, along with the vibrant energy that we had all been missing. The days of their arrival were tough for the kids who had to say goodbye to their parents for the next year. Even days after their parents had left, some kids would still spontaneously burst into tears. Their cries were quiet, filled with sorrow, not seeking attention but simply release from the feeling of missing their family.

Soon enough, the kids returned to school, and a daily routine was restored – allowing them to settle back into life here in the village. Every day has been blessed with delicious food prepared by Kaki, usually followed by some sweet and juicy Mangos, picked straight from the trees outside. We’ve all worked, played, laughed, and argued together, just as any conventional family would.

Then, about two weeks ago, the Monsoon season arrived – bringing with it a gift in the form of water. As I write this blog, the rain is pouring down outside my window. We’ve had rain for the past week, every day,sometimes all-day. When in the rain, the kids dance, play, and laugh. They embrace the rain as one would an old friend. Between the heavy showers, the sun peaks at us through the thick blanket of grey clouds, bringing a glossy shine to every leaf, every stone. The air becomes clean and fresh with the smell of wet soil. The sound of chirping birds and grinding crickets reminds us that the village – our little paradise – is not only home to us but to an entire ecosystem of life.

Our daily routine, and the arrival of monsoon season, have put all here at Agape Village into a positive space. Day by day, week by week, we work together, creating a home for all that live here. With that, the plants grow, the animals grow, and we grow.

Many happy greetings from me, Daniel, and all here at the Imcares Agape Village.

A Happy day from the Imcares Agape Village

A little over a month ago my plane touched base at Bombay Airport. Since, I have experienced many new things and met many new people. If I had to report on everything, this blog entry would be much too long. Hence, I will share a portion of my time that I have come to quite appreciate.

Around two weeks back, the school holiday began here in the village. With that, the children here at Imcares Agape Village were allowed to return home and reconnect with their families. Day after day, the number of people around the table at dinner grew less. Many mornings were filled with children waiting anxiously for mum and dad to arrive. The waiting was generally followed by loud, joyful screams in combination with excited laughter. For me, it was quite sobering to see kids be so very grateful for their parents, in contrast to me who had always taken this for granted. 

Eventually, by the start of May, only one young boy was left. For the sake of this Blog, let us call him Raj. Suddenly, all of Raj’s friends, his roommates had left. No partners for cricket, to do homework alongside, no one to have a good laugh with. Fortunately for him, I too was missing companions to spend time with. Soon enough, it was decided that I was to teach Raj English and he was to teach me Marathi. Not too long later, Raj had learned some key phrases. His source for this newfound knowledge was, to a large extent, my interaction with our housefather Kaka who likes to use phrases like “Come, sit here” or “Go, have tea” and a personal favourite, “please, have more food”. Quite comically, Raj began using the same terminology, speaking to me much like an older man, even impersonating the facial expressions of our house father. This brought me much joy and with time, Raj and I began to bide our time best we could. This included teaching each other new games and perfecting old ones. I taught Raj how to ride a bike and he taught me how to touch my nose with my tongue. That said, it’s not all fun and games. Our daily routine also includes chores, Math and Marathi homework, and often general work that must be done around the property. 

I have begun to quite enjoy my time here at Agape Village with the young adults, the house parents and with Raj. Even when I start my day on the wrong side of the bed, my mood is soon set straight by some mischievous deed of one of the kids, bringing a smile to my face. Soon enough, all the kids will return from home and Raj and I will return to our busy daily routines, but until then, we will do our best to squeeze the maximum joy out of every day.

Many joyful greetings from the village, 

Daniel

A quick trip to the market

I preface this blog entry with a big Thank you to all that have enabled my time here at the Imcares Agape Village. I am truly grateful to be able to join this family for the time to come. 

Recently, I visited the market with Kaka, the house father here at the Imcares Agape Village. For him it was just another tedious errand, for me, a fascinating experience.

It was around noon at the Imcares Agape village in Paud when Kaki, our house mum, requested that Kaka, our housefather, and I go to the market to buy some vegetables. “Sure, no problem”, said Kaka before pouring a Glass of Chai tea for him and me. It is important to load up on sugar before confronting the sweltering, afternoon sun. A short while later, armed with our sunhats and sunblock, we started down the road that connects the Imcares Agape Village to the Paud market. The road was trafficked by hooting cars, scooters and trucks, decorated with brightly coloured patterns, moving as quickly as the narrow road would allow. 

Along the way, we passed by many small shops each selling very particular products like freshly ground wheat or homemade brooms. We saw street food stalls, wash saloons and even goats and cows with leathery skin, walking on the road as though forming part of the traffic itself. 

Soon, we arrived at the market. There were many little stalls selling products ranging from pots and pans to
sundried fish and homemade sweets. We manoeuvred through the dense mass of people to finally arrive at our vegetable stand. Here, we were met by an elderly lady dressed in a colourful orange, green and blue Sari  operating an old school, mechanical scale. Before her lay heaps of fresh, organic tomatoes, ginger, green chillies and many other vegetables that I have yet to know. After weighing and loading the requested vegetable into the bag, Kaka, who seems to be quite economical, began to negotiate for a reduced fee.

Eventually, a fair price was agreed and it was time for one final stop, Primary School. This was a large yellow building with three floors decorated by blue, glassless window frames. Soon enough, 7 kids, wearing oversized backpacks clumsily made their way toward us, ready to get home after a long day of school. The journey home consisted of much running back and forth, joking and giggling. Food for the soul I quietly thought to myself. After about another 15 minutes of walking in the scorching, Indian sun, we arrived back at the Imcares Agape village. After a quick prayer expressing gratitude for a safe journey, we made our way inside where Kaki was waiting with cool water and a hearty home-cooked meal.

Greetings from Daniel

Mumbai hautnah erlebt – ein Eindruck in den Slums

Im Rahmen unserer Asien Reise durften wir (Nicky und Steffi) die Arbeiten von Imcares kennenlernen und wurden auf eine emotional ergreifende Führung durch das Dhavari-Slum in Mumbai mitgenommen.

Zunächst hat uns Timothy (Leiter dieser Organisation) den Hintergrund und das Leitbild der Hilfsorganisation nahegelegt.

Besonders ergreifend ist die doch sehr große Differenz in der Sozialstruktur Indiens, insbesondere was den Umgang mit Menschen/Kindern mit Behinderungen betrifft. Scham und gar Verstoßung des eigenen Kindes sind die Folge. IMCARES verfolgt dahingehend das Ziel, solchen und auch anderen Betroffenen wieder ein “Gesicht” zu geben. Mit viel Wertschätzung, Einfühlugsvermögen und Kommunikation auf Augenhöhe werden Familien aus Armutsverhältnissen betreut und begleitet.

Die Führung durch das Dhavari-Slum zeigte auf tief treffende Weise wie groß doch die Spaltung in dieser Gesellschaft zwischen Armut und Reichtum zu sein scheint. Auf engstem Raum (zw. 15 – 20 qm) leben über 8 Personen in wallender Hitze. Gerade in Corona Zeiten waren die Zustände während der Ausgangssperre kaum auszumalen… .

Wir danken Imcares und auch Nancy (Vorstand von Seek and Care) für diese wertvolle Erfahrung. Was die Mitarbeiter hier leisten sollte mehr Anklang und Wertschätzung erreichen. Von Herzen Danke und viel Kraft und Durchhaltevermögen für die weitere Zeit.

Viele Grüße

Steffi und Nicki