Durchbruch

Hallo Freunde von Seek and Care,

Ich bin Martin und konnte mit auf die Reise nach Indien gehen. Dies hat nur geklappt weil meine Familie und meine Arbeitskollegen es mir ermöglicht haben, vielen Dank dafür und Liebe Grüße aus Indien.

Am Donnerstag Morgen sind wir erst mit dem Zug vier Stunden gefahren und dann eineinhalb Stunden mit dem Bus. Diese Reise durchs Land nach Pune war sehr spannend gewesen, da man hier im Zug Menschen auf eine andere Weise kennen lernt.
Essen wurde vom Bahnsteig in den Zug gereicht und Tee oder Kaffee konnte man von einem Männern kaufen der durch den Gang liefen. Auf der Fahrt konnte man sehen das dass Land stetig am wachsen ist, es wird überall gebaut.

Wir wurden als Team im Agape Village (Kinderdorf) total freudig aufgenommen.
Hier zu sein, ist ganz anders als in der Stadt. Die Sterne leuchten am Abend und es ist sehr ruhig.
In dem Gästezimmer gibt es alles was man braucht, Dusche, Toilette und Strom. Das gab es nicht einmal im Hotel in Mumbai, da war das Badezimmer auf dem Gang.
Unser Essen wird von der Hausmutter mit Unterstützung einer indischen Haushaltshilfe und den hier lebenden älteren Kindern vorbereitet. Lena, die hier ihren Freiwilligendienst macht, unterstützt die Hausmutter in allen Bereichen. Das Essen ist so lecker, dass man sich hier immer einen Nachschlag holen muss. Heute gab es noch Wassermelone zum Nachtisch.

altes Abflusssystem

Am Morgen hatten wir eine Baubesprechung. Wir haben alle Informationen gesammelt die wir benötigen um einen neuen Abfluss für die Küche zu installieren. Dieser macht schon länger Probleme und stört den Ablauf in der Küche.
Es hat mir sehr viel Spass gemacht im Team alle Ideen anzuhören und dann gemeinsam eine optimale Lösung zu planen.
Unser Team bestand aus Wolfram, Udo, Naomi, Timothy und meiner Person.

Nach dem die deutsche gründliche Bauphasenplanung abgeschlossen war, ging es in einen kleinen Laden für Abwasserzubehör in der Nähe.

Es reichte aus, dass nur einige aus dem Team in den Laden fuhren, um alle benötigen
Dinge zu organisieren.
In dieser Zeit konnte ich mit den Kinder Kricket spielen und lernte sie näher kennen.
Was mich sehr beeindruckte war, dass sie gut malen können und ein tolles Balance Gefühl haben.

Nach dem Mittagessen erfolgte erst einmal eine gute Mittagspause.

Jetzt ging es aber los. Wir legten draußen das Abwasserrohr frei, wo wir später die Einmündung des Abwassers planten. Danach folgte das Ausloten der Wand, wo wir die erste Bohrung machen wollten, diese über nahm Wolfram.
Dann halfen und packten viele Jugendliche mit an. Es wurde Strom organisiert und gebohrt. Die Arbeit am Außenbereich konnte schnell abgeschlossen werden.
Der Innenbereich gestaltete sich etwas schwieriger, denn es musste eine dicke Marmorplatte durchbohrt werden.
Aber unser Handwerker Udo hatte schon eine Idee. Wir bohrten langsam mit einem 6 Bohrer ca. 16 Löcher und dann dehnten wir die Löcher auf mit einem 10 Bohrer. Perfekt wurde es aber nur durch unseren speziell wassergeführten Bohrzusatz, einem Schwamm der immer den Bohrer kühlte.

Durchbruch!!!

Schwamm-Kühl-System beim Bohren

Es war geschafft und alles passte nach Plan. Es hat so viel Spass gemacht und die ältesten Jungs haben uns gut und motiviert geholfen.
Damit man das Abwasser aus der Küche noch nutzten kann, werden wir noch ein Sieb einbauen, um damit einen Küchengarten zu gießen.
Zusätzlich ist noch geplant eine Blende im Außenbereich anzubringen damit das Spritzwasser nicht in die Wand eindringen kann.
Zum Abschluss werden wir den Bereich mit einem Busch bepflanzen damit alles gut verdeckt wird.
Für die Frauen die immer in der Küche für circa zwanzig Personen kochen, wird es eine Freude sein jetzt alle drei Waschbecken zu benutzen.

neues Abflusssystem

Ich Danke Gott dafür, dass er hier am Wirken ist. Wir freuen uns, dass wir unsere Freunde während unserem Besuch so praktisch unterstützen können.

Indische Hochzeit und Vorweihnachtszeit

Liebe Blogleser!

Diese Woche haben sich meine vier Monate hier in Indien erfüllt, sodass also schon ein drittel meines Freiwilligendienstes hinter mir liegt. Verrückt, aber auch schön und es ist Zeit euch nochmal ein Update von meinem Leben hier zu geben und von ein paar Highlights zu berichten:

Im Oktober hat mich eine Freundin aus Deutschland für eineinhalb Wochen im Agape Village besucht und vor ihrem Rückflug verbrachten wir noch drei Tage in Mumbai. Oh, es war so schön nochmal jemand vertrautes, deutschsprachiges mit dem gleichen Hintergrund zu treffen und all die vielen Erlebnisse mit ihr gemeinsam zu verarbeiten. Für mich war es aber auch spannend, denn ich habe mich nochmal sehr in meine ersten Wochen zurückversetzt gefühlt und teilweise war es auch interessant, wie angepasst man doch schon nach so kurzer Zeit ist und manche indischen Eigenheiten oder Lebensumstände einem überhaupt nicht mehr so ins Auge fallen. Wir hatten auf jeden Fall eine sehr schöne Zeit zusammen und ebenso auch mit den Kindern und Heimeltern. Zu dieser Zeit haben auch die Diwali-Ferien angefangen, sodass uns der größte Teil der Kinder für zwei Wochen verlassen hat und ich muss schon zugeben, dass es ein wenig hart war, zu sehen, dass es außerhalb von unserem „idyllischen“ Leben hier, noch eine andere Welt gibt, aus der die Kinder eigentlich kommen und durch ihre Familie auch immer noch dorthin verbunden sind.

Am letzten Wochenende der Ferien, als unsere Kinder dann auch wieder zurückkamen, war hier im Agape Village außerdem ein Nachtreffen von ehemaligen Heimkindern, die sich immer mal wieder treffen und nun eben hier in ihrem ehemaligen Zuhause. Es war schon eine kleine logistische Herausforderung all die Gäste gut unterzubringen, für so viele Menschen zu kochen und auch noch die Rückkehr unserer Kinder zu managen, aber die Heimeltern haben es sehr gut hinbekommen und es haben viele helfende Hände mitangepackt. Es war richtig schön ehemalige Kinder kennenzulernen und hat Mut gegeben, die Arbeit hier weiter zu machen, auch wenn man vielleicht nicht immer direkt den Erfolg sieht, denn Gott ist auch mit ihnen, wenn sie diesen sicheren Platz verlassen und in die „weite Welt“ gehen… dass konnte ich nun mit eigenen Augen sehen und bin dankbar dafür.

Ein Wunsch von mir ging vor zwei Wochen ebenso in Erfüllung: Ich war auf einer INDISCHEN Hochzeit (einer IMCARES Mitarbeiterin)!! Sehr, sehr cool und spannend und schon ziemlich anders, als ich es von Zuhause kannte… halt doch sehr indisch… Es begann schon mit der Einladungskarte, auf der z.B. besonders wichtige Gäste oder alle möglichen Familienangehörigen genannt wurden, die ganz besonders dringend eingeladen waren. Außerdem fand die Verlobungsfeier am gleichen Tag wie die Hochzeitsfeier statt, wir saßen auf Plastikstühlen (die aber mit Hussen überzogen waren), alles wurde von unglaublich vielen Handys als Foto und Video festgehalten, die Hochzeit war im Freien, aber wir waren mit einem Zelt überdacht, die Frauen sahen alle sehr prächtig aus in ihren Saris, die Hochzeitszeremonie war ein wenig durcheinander, der Pastor vergaß den Namen des Bräutigams und der Tisch, auf dem die Hochzeitstorte angeschnitten werden sollte, bestand aus zwei Teilen – Platte und Beine, was beim Anheben und Verschieben Schwierigkeiten bereitete… Ihr könnt es euch auf jeden Fall sehr amüsant vorstellen (mir taten irgendwann wirklich die Wangen weh vom Grinsen), aber anders hätte es auch irgendwie nicht sein dürfen, sonst wäre es eben keine indische Hochzeit gewesen und für das Brautpaar war es wirklich ein schöner und unvergesslicher Tag – für mich ebenso! 😀

Gerade befinden wir uns ja in der Vorweihnachtszeit und deshalb haben wir nun schon mit dem Üben für unser Weihnachtsfest begonnen, denn immer kurz vor Weihnachten kommen einige Unterstützer von IMCARES hier ins Agape Village zu Besuch und die Kinder führen Lieder, Tänze oder auch kleine Anspiele vor. Ich bin sehr beeindruckt davon, wie hier Groß und Klein das Tanzbein schwingt und es echt gut ausschaut! Wir sind alle gespannt auf dieses Fest und freuen uns darauf – davon berichten werde ich dann im nächsten Blog.

Ansonsten ist hier das ganz normale Leben am voran schreiten: Die Kinder schreiben Examen, es wird ein wenig „kälter“, denn die Winterzeit bricht herein, es sind zwei neue Jungs im Grundschulalter zu uns gekommen, außerdem hat einer unserer Hunde zwei kleine Hundebabys entbunden, die Moskitos sind weiterhin aktiv, gerade als ich diese Zeilen schreibe, haben wir Stromausfall, ….

Es waren vier Monate mit ganz vielen neuen Eindrücken und Lebenserfahrungen und ich schätze mich glücklich diesen Freiwilligendienst machen zu dürfen.

Liebe Grüße,
Lena

Die Kinderpsychologin für’s Kinderdorf ist da!

Liebe Mitglieder und Freunde,

im September starteten wir eine Spendenaktion, um für die Kinder im Agape Village eine Psychologin engagieren zu können. Unser Spendenziel von zweitausend Euro wurde sogar übertroffen! Insgesamt kamen zweitausendzweihundert Euro zusammen, die wir bereits zu unserem Partner Imcares India weitergeleitet haben.

Die “Initiative Regenbogen” übergibt die gesammelten Spenden an Seek & Care e. V.

Eintausendfünfhundert Euro konnten wir durch die Unterstützung der “Initiative Regenbogen” generieren, die durch regelmäßige Basare gemeinnützige Projekte finanziell unterstützt. Wir sind allen Unterstützern sehr dankbar!

Hier folgt nun ein kleiner Einblick in den Hintergrund der Spendensammlung.
Die Kinder im Agape Village stammen aus stark missbrauchsgefährdeten Verhältnissen auf Mumbais Straßen und aus den Rotlichtvierteln der Metropole. Imcares sucht den Kontakt zu den Frauen, die dort zur Prostitution gezwungen werden. In geduldiger und liebevoller Arbeit bauen die Sozialarbeiter eine vertrauensvolle Beziehung zu den Müttern auf. Mit der Hilfe von Imcares gelingt es den jungen Frauen dann, ihre Kinder aus diesem schrecklichen Umfeld zu retten. Die Betreuung der Müttern geht weiter, während die Kinder in einem familienähnlichen Umfeld außerhalb der großen Stadt aufwachsen dürfen. Dieser Ort heißt “Agape Village”. Hier genießen die vier bis achtzehn Jährigen Schulbildung im angrenzenden Dorf und dürfen ihre Kindheit voll ausleben.

links: Kinderpsychologin Juie rechts: Projektleiterin Sonali Gaikwad

Da die Kinder oft stark traumatisiert sind, ist deren psychologische Betreuung sehr wichtig. Dank der gesammelten Spenden wird nun die Psychologin Juie aus Mumbai eine intensive Anamnese jedes einzelnen Kindes durchführen. Zwei Monate lang, voraussichtlich bis Ende Januar, wird sie jedes Kind in Einzelgesprächen untersuchen. In Zusammenarbeit mit den Eltern und den Betreuern stellt sie die Ressourcen der Kinder heraus und berät die Pädagogen in ihrer Arbeit mit den Kindern.

Am 23.10.2019 erhielten wir vom Geschäftsführer von Imcares, Timothy Gaikwad, folgende Bestätigung:  “Just signed the contract with the child psycholgist for the case study documentation and work already started. Thank you for your support.” (“Soeben heben wir mit der Kinderpsychologin den Vertrag unterschrieben. Ihre Fallstudien und Arbeit hat bereits begonnen. Wir danken Euch für Eure Unterstützung!”)

Auch wir, vom Seek & Care Vorstand, danken Euch herzlich und freuen uns, Euch auf dem Laufenden zu halten!

Von Künstlern, Handwerkern und Sportskanonen

Liebe Blogleser!

Meine ersten eineinhalb Monate hier im Agape Village liegen bereits hinter mir und deshalb möchte ich mich gerne nochmal bei euch melden und euch ein wenig über das Leben hier berichten.

Unser Tag beginnt hier um sechs Uhr mit dem Morgensport, auf dass alle müden Kinder und Mitarbeiter erwachen und wir mit ein bisschen Schwung in den Tag starten. Danach hat jeder seine Aufgaben zu verrichten und sich selbst fertig zu machen, sodass wir dann um acht Uhr mit der Morgenandacht starten, danach das jederzeit soooo leckere Frühstück zu uns nehmen und ich mir daraufhin zwei der Kinder schnappe für den Computerunterricht.

Es war zu Beginn eine richtige Freude, den Kindern dabei zuzusehen, wie begeistert und voller Unwissenheit sie den Laptop bestaunt und bedient haben… oft sind sie fasziniert von vielen Kleinigkeiten, wie z.B. den Standard Hintergrund von Windows, der uns nicht wirklich vom Hocker reißt, oder dass man mit dem Laptop Fotos und Videos machen kann, was uns doch als so normal erscheint, sodass es mich manchmal schon beschämt hat, wie gering meine Dankbarkeit auch für die kleinen Dinge im Leben sind und auch ich einiges von ihnen lernen konnte. Zuerst haben sie die Grundlagen zur Bedienung des Laptops, also Dinge wie den Mausklick, An- und Ausschalten, eine App/Ordner/Datei öffnen, usw. erlernt, danach haben wir die verschiedenen Möglichkeiten ein Dokument zu gestalten getestet und gerade sind sie dabei einen Steckbrief über sich selbst und ihr Leben zu gestalten, um weiterhin vertraut mit der Tastatur zu werden und auch, um ihr Englisch zu verbessern.

Zwischen halb zehn und elf Uhr verlassen dann alle Kinder das Haus, um in die Schule zu gehen, sodass mir ein wenig Zeit bleibt, um etwas zu lesen, mein Zimmer wieder zu ordnen und zu putzen. Gegen zwölf Uhr gehe ich dann runter in die Küche, in der schon Adgie, unsere Haushaltshilfe, am arbeiten ist, um zusammen mit Kaki (= die Heimmutter; Kaki bedeutet in Marathi „Tante“) das Mittagessen vorzubereiten. Ich bin sehr dankbar, dass ich so vieles von ihr über das Kochen lernen darf und mir wird die indische Küche immer lieber! Das Essen ist wirklich fabelhaft und bis jetzt hat alles sehr gut geschmeckt!!

Im Nachmittag verabschieden wir uns dann für die Mittagspause meist auf unsere Zimmer und entweder beantworte ich E-Mails, schlafe ein wenig, schreibe meine Erlebnisse nieder oder telefonier nach Hause.

Um kurz nach fünf kommen alle Kinder aus der Schule wieder und haben natürlich einiges zu erzählen. Nach einem kleinen Snack nehme ich die nächste Gruppe in den Computerunterricht, danach folgen für die Kinder ihre Schulaufgaben, während Kaki und ich (manchmal auch zusammen mit den Mädchen) das Abendessen vorbereiten, welches wir dann nach der Abendandacht verspeisen. Meistens ist dann noch ein wenig Zeit für die Kinder, um die Nachrichten oder ähnliches im Fernsehen zu sehen und dann geht es auch schon wieder ab ins Bett.

Zurzeit fällt aber auch viel Arbeit rund ums Haus an, denn durch die Regenzeit sprießt hier alles grün hervor, aber die Jungs sind alle fleißig dabei wieder Ordnung herzustellen.

Außerdem hat es sich noch ergeben, dass ich nun den älteren Mädchen Stricken beibringe, was teilweise schon gut klappt, aber mal sehen, ob wir wirklich etwas zustande bekommen, denn gerade bei Stricken ist ja auch Wille und Ausdauer gefragt.

Liebe Grüße aus dem schönen Indien
eure Lena

Einleben und Andersartigkeiten

Liebe Blogleser!

Nun bin ich schon seit zwei Wochen hier in Indien und somit auch schon voller Eindrücke von diesem Land und den Menschen hier. Am Flughafen wurde ich von Timothy in Empfang genommen und durfte auch gleich darauf schon den verrückten Verkehr von Mumbai kennenlernen… Es ist wirklich ein Abendteuer, aber nach einer gewissen Zeit gewöhnt man sich tatsächlich daran, dass hier scheinbar jeder nach seinen eigenen Regel Auto fährt.

In der ersten Woche haben wir erstmal noch alles wichtige fürs Visum erledigt, Sonali und ich waren indische Kleidung kaufen, ich durfte einige Mitarbeiter von Imcares kennenlernen, wir haben auf dem Roller Mumbai erkundet, ich war das erste Mal in der Kirchgemeinde (es war auf Hindi, aber mir wurde glücklicherweise ins Englische übersetzt), mein Mund hat sich an das scharfe Essen gewöhnt, ….

Und eine gute Woche später sind wir dann am „Independence Day“ ins Agape Village gefahren! Das Dorf liegt in den Bergen weit entfernt vom Trubel der Großstadt, sodass es hier natürlich viel ruhiger zugeht und das Klima für mich auch angenehmer ist. Sehr herzlich wurde ich von den Kindern und Heimeltern in Empfang genommen und ich freue mich sehr, dass ich nun die nächsten Monate hier mit ihnen verleben darf. Die Kinder sind sehr lebendig und aktiv und ich glaube, dass es eine schöne Zeit zusammen werden kann. Manchmal hindert leider die Sprachbarriere ein wenig beim Kommunizieren, denn die meisten Kinder sprechen kaum Englisch und nur Marathi, aber irgendwie mit Händen und Füßen, kann man sich doch verständigen!
Meine Aufgaben sind unter anderem Wissen bezüglich des Computers/Internets zu vermitteln (auf dass die Laptops auch gut genutzt werden können), das Mithelfen im Haushalt, die Leitung des Morgensports, auf Englisch mit den Kindern reden, bei den Hausaufgaben mithelfen und hier und da mit anpacken, wo es gerade benötigt wird.

Manchmal überfordern mich die vielen neuen Eindrücke und Andersartigkeiten und da passiert es mir auch, dass ein wenig Heimweh nach Zuhause, nach meiner Familie in meinem Herzen aufkommt. Aber, Gott sei Dank, werden diese Momente immer weniger und ich lebe mich hier in meiner „neuen Familie“ immer besser ein.
Sehr gespannt bin ich, was in dem kommenden Jahr so geschehen mag und freue mich auf die vor mir liegende Zeit hier in Indien.

Liebe Grüße

Eure Lena

Kein Goodbye, sondern ein Bis bald

 

Wir werten den Aufenthalt gemeinsam aus und blicken in die bevorstehenden gemeinsamen Monate.

Vor unserem Abflug wurden zum CEO von Imcares,Timothy und seiner Frau Sonali zum Tee eingeladen. Wir besprachen unseren Aufenthalt und stellten viele Fragen über das was ist und wie es bei Imcares und Seek and Care weiter gehen soll. Im Mai kommt Timothy nach Deutschland und freut sich, die Teammitglieder wieder zu sehen. Auch die daheimgebliebenen freuen sich auf seinen Besuch. Der Vorstand von Seek and Care plant derzeit Timothys Deutschlandreise. Wer Timothy in seine Stadt einladen möchte, kann sich gern bei uns melden. info@seekandcare.de

Timothy Gaikwad kommt gern für eine Gesprächsrunde zu Ihnen.

Der neue Study room mit Laptops

Feierlich weihen wir an unserem letzten Abend den neu gestalteten Study room mit den Laptops ein.

Mit großen Augen betrachten die Kinder die Neuanschaffungen. Es braucht etwas Zeit, bis sie sich an die Bedienung des Touchpads gewöhnt haben. Auch der Jüngste (6 Jahre alt) sitzt aufgeregt vor dem Bildschirm. Seine “Didis” und “Dadas” (Schwester und Brüder) rufen ihm durcheinander zu, wohin er den Curser bewegen soll. Als der Taschenrechner die richtige Lösung errechnet hat, klatschen wir in die Hände.

In der Schule lernen die Kinder zwar den Umgang mit dem Computer, allerdings an einem Desktop-PC. Mit einem dicken “Thank you” bedanken sie sich für die Lenovo-Laptops, die wir über den Spendenaufruf im Februar 2019 finanzieren konnten. Ein IT-qualifizierter Mitarbeiter soll die Kinder zukünftig in der Computernutzung schulen.

Neben den Computerarbeitsplätzen entstehen in dem schönen hellen Raum auch drei Arbeitsplätze um sich auf die “Final Exams” nächste Woche vorbereiten zu können.

 

Danas erste Tage in Mumbai

Dana beschreibt ihre ersten Tage in Mumbai:

Nun ist es schon der dritte Tag in Mumbai und wir gewinnen stetig neue Eindrücke dieser riesigen, mit Menschenmssen befüllten und lauten Stadt dazu.

Nachdem wir uns am ersten Tag erstmal ein kurzes Nickerchen gegönnt haben (da AirIndia uns hat zwei Stunden länger am Flughafen warten lassen als geplant, was zu einer Verspätung der Ankunftstzeit in Mumbai führte), sind einige von uns losgezogen, um die Umgebung des Hotels zu erkunden. Das Hotel liegt an einer sehr gut befahrenen Straße und nebenan liegt auch gleich die Moschee, die zumindest diejenigen, die ein Zimmer zur Straße bewohnen morgens um 06:00 Uhr daran erinnert, auch nicht allzu spät aufzustehen

Nachdem alle die ersten Eindrücke der Umgebung gewonnen haben kam es auch schon zu einem kurzen Treffen mit Timothy und seiner Frau Sonali, die uns im Hotel besucht haben. Es war eine nette Runde, in der sich zunächst einmal alle vorgestellt haben, um anschließend den weiteren Ablauf der nächsten Tage zu klären. Abends gab es dann ein leckeres Abendessen im Hotel. Das Essen war klasse!

Am zweiten Tag haben wir das IMCARES-Center besucht. Die Organisation liegt sehr zentral gelegen und es war wie immer aufregend mit dem Taxi durch die chaotischen Straßen Mumbais zu fahren. Erst einmal angekommen, sind wir auch schon auf einige Mitarbeiter von IMCARES getroffen und haben uns ein wenig ausgetauscht.

Aufgabe des Tages lautete: Die Bildung zweier Gruppen, um in den täglichen Arbeitsablauf der Organisation eingeführt zu werden. Die Gruppen wurden jeweils von einem IMCARES-Mitarbeiter begleitet.

Eine Gruppe von uns begleitete die Mitarbeiterin Sneha (eine Mitarbeiterin, die schon seit einer geraumen Zeit bei IMCARES tätig ist), welche uns durch die Grand Road führte, ein berüchtigtes Rotlicht-Viertel Mumbais. Nach einer kurzen Zeit trafen wir auch schon auf viele Klienten von IMCARES, ehemalige, sowie auch viele neue Personen. Personen, die selbst Hilfen in Anspruch nehmen, sowie auch Personen, deren Kinder im Agape-Village untergekommen sind. Die meisten von Ihnen leben in sehr ärmlichen Verhältnissen, viele davon auf der Straße. Eine Begegnung, die im Kopf hängen blieb war die einer allein sitzenden Frau am Straßenrand, welche in einem Topf Essen zubereitete. Dieses Bild haben wir anschließend noch öfter antreffen können.

Da Sneha die IMCARES-Klienten alle mittlerweile schon gut kennt und ins Herz geschlossen hat, sind auch wir mit einigen Personen, trotz Sprachbarrieren, ins Gespräch gekommen. Auffällig war dabei, dass trotz Obdachlosigkeit die Mehrheit der Personen, welche wir angetroffen haben ihr Lachen und ihre Freude nicht verloren haben und auch für jegliche Späße bereit waren. Die meisten von Ihnen waren alle sehr interessiert und haben uns zum Teil auch etwas mehr über ihre Familien wissen lassen.

Die Tour war insgesamt sehr spannend und war geprägt von unterschiedlichen Eindrücken, die jeder von uns wahrscheinlich anders verarbeitet hat. Wir sind nun schon auf die nächsten Tage gespannt. Geplant ist der Besuch eines Day-Care-Centers im Dharavi Slum, ein Slum, welches als das Größte in ganz Asien bezeichnet wird. Wir freuen uns schon alle auf den Besuch, da dieses Ereignis den meisten von uns höchstwahrscheinlich in Erinnerung bleiben wird.

Jeder ist ein Sieger! – Sportfest im Kinderdorf

Heute ist unser zweiter Tag im Kinderdorf und wir haben erst einmal viel Zeit mit den 19 Kindern verbracht. Wir weckten sofort Initiative mit den Malvorlagen. Die Englischkenntnisse wurden mit dem neuen Scrabble geschult. Am Nachmittag veranstalteten wir ein Sportfest. Die Begeisterung der Kinder war groß und mit zusammengesuchten Gegenständen aus dem Gelände, stellten wir 7 Stationen zusammen. Toll fanden wir, dass wir überhaupt das Vertrauen der Kinder von der ersten Minute bekamen.

Wir spielen Volleyball mit den Kindern

Viele liebe sonnige Grüße von Birgit, im Namen des Teams.

 

Das Kinderdorf Agape Village

Am Samstag packten wir unsere Koffer und Rucksäcke und reisten zum Kinderdorf. Es liegt 4 Autostunden von Mumbai entfernt.

Neben dem Kennen lernen der Arbeit von Imcares hat unsere Reise auch den Zweck, die indische Kultur kennen zu lernen. Im privatisierten Privattaxi ist dies schlechter möglich. Daher wählten wir die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Nach 6 Stunden Busgeschaukel, Warten, indischen Snacks, netten Gesprächen mit Inderinnen und Indern, die des Öfteren enger an uns gedrängt stehen mussten, als uns recht war, wurden wir Freudestrahlend von den Kindern begrüßt.

Es ist mein fünfter Besuch im Kinderdorf. Ich war etwas unsicher, wie sich das Wiedersehen anfühlen würde. Meine Bedenken waren grundlos. Als ich sah, wie sich die Kinder freuten, in bekannte Gesichter zu sehen, standen mir die Tränen in den Augen. Es ist wunderbar, dieses Mal nicht nur allein hierher zu kommen, sondern auch meiner kleinen Tochter diesen wunderbaren Ort und die tollen Kinder zeigen zu können.

So oft sie können, spielen die Kinder mit meiner Tochter und versuchen ihr eine Attraktion nach der anderen zu liefern. Ich genieße diese freundschaftliche, fast familiäre Atmosphäre.

Seit zwei Tagen sind wir nun im Bergdorf. Die angenehme Brise, die uns ab und zu erreicht, die schattigen Plätze unter den Bäumen, die Ruhe und die klare Luft erfrischen uns alle. Unsere Lungen können sich vom starken Smog der letzten Woche erholen.

Wir spielen viel mit den Kindern und genießen die gemeinsame Zeit. Die Kinder laben sich an der Aufmerksamkeit die sie vom Team erhalten. Neben dem versuchen wir allerlei praktische Dinge zu erledigen, für die aufgrund der Personalknappheit im Alltag keine Zeit bleibt.

Gestern haben Mario, Marcus und Sergei gemeinsam mit den Kindern die drei Fahrräder repariert. Reissäcke, ect. können damit vom Dorf hergebracht werden.

Heute befassen sich unsere Elektroniker mit Kabelage und Leckage, während der Rest des Teams das Volleyballfeld wieder auf Vordermann bringt. Wir haben ein neues Volleyballnetz aus Mumbai mitgebracht. Wir entfernen die Unkrautbüschel vom Feld und färben die Begrenzungssteine neu ein. Wir freuen uns auf ein Volleyballturnier morgen, wenn die Kinder von der Schule nach Hause kommen.

 

Phir melenge (bis bald),

Nancy