Unser Freiwilliger Tim stellt sich vor

Guten Tag an euch alle!

Jetzt wird es wohl so langsam ernst. Ich spüre, dass etwas passiert. Rein äußerlich ist schon eine ganze Menge passiert. Immerhin schreibe ich euch diese Zeilen nun endlich nicht mehr aus meinem alten Kinderzimmer, sondern wirklich und wahrhaftig aus einem Flieger, der innerhalb einer Zeit von 7,5h die Strecke von München nach Mumbai zurückzulegen erstrebt. Bis jetzt hat er sich ganz gut geschlagen, wenngleich der Start aufgrund von technischen Schäden und mangelhaften Ersatzteilen etwas hinausgezögert werden musste.

Im Flieger: Ich trete zu meinem ersten Flug überhaupt an! °o°

Auf dem etwa tablet-großen Bildschirm vor mir kann ich neben Hörspielen und Filmen auch den Flug selbst über eine putzige Animation verfolgen. Wir bewegen uns mit einer Geschwindigkeit von 854 km/h vorwärts und draußen herrscht eine Temperatur von -55°C. Interessant. Die Ankunftszeit ist auf 23:46 Uhr geschätzt, womit wir eine Verspätung von 36 Min verbuchen können. Ist in Ordnung.

Früh um halb 9 haben Jael und ich uns an dem Münchner Bahnhof in Terminal 2 getroffen und nun sitzen wir wirklich in diesem sich mit rasanter Geschwindigkeit fortbewegendem Ungetüm! Es ist kaum zu fassen. Ich bin schon gestern, am 29.08.2022 am Zwickauer Bahnhof gestartet. Dabei bin ich von Herzensmenschen, die ein Lächeln auf dem zitterndem Mund, und Tränen in den geröteten Augen trugen, würdig verabschiedet wurden. Ich danke euch. Ich selbst musste noch nicht weinen, aber meine Trauerphase kommt noch, dessen könnt ihr euch sicher sein!

Aber auch innerlich spüre ich, dass ich bald ein Jahr in Indien verbringen werde. Ich beginne langsam, das Gewicht dieser Entscheidung zu erfassen. Und aus diesem Grund stelle ich mich noch in diesem Blog vor. Es gibt nämlich eine kleine Veränderung: Ab sofort erhält nicht nur mein Unterstützerkreis meine Updates, sondern die ganze Welt! Das ist doch mal was, oder?!

News

Was ich damit meine, ist, dass dieser Blog nun öffentlich im Internet zu lesen ist, und damit meine Leserschaft auf viele weitere Menschen erweitert wird, die sich in erster Linie nicht für mich, sondern allgemein für alles interessieren, was bei Imcares in Indien so los ist. Ich hoffe, meine neuen Leser können mir verzeihen, dass ich dennoch vieles über mich, meine Werte, Meinungen und Erfahrungen schreiben werde, schließlich sind das meine Blogeinträge, und es gibt, glaube ich, durchaus ein paar Leute, die das trotzdem wissen wollen.

Gestatten: Ich

Also lege ich ganz frisch und unverzagt los mit einer Vorstellung meiner Wenigkeit.

Mein Name ist Tim Hohnstädter, ich bin 19 Jahre alt und habe vor drei Monaten mein Abitur am Peter-Breuer-Gymnasium in Zwickau bestanden. Zur Orientierung für den Lauf meines weiteren Lebens habe ich mich für einen Freiwilligendienst entschieden, der über die Organisationen Christliche Dienste und Imcares sowie den Verein Seek and Care e.V. läuft und außerdem vom Förderprogram weltwärts getragen wird. Weiterhin unterstützt mich mein Spenderkreis von Zuhause. Ich freue mich vor allem auf die Kinder im Agape Village, die vielleicht ganz anders sind als die Kinder daheim, und ihnen andererseits doch so ähnlich sein werden, wie sie nur können. Ich will mit ihnen Musik machen, Cricket spielen, Gutenachtgeschichten vorlesen, etwas Kreatives erschaffen und noch viel mehr. Was davon überhaupt möglich ist und was außer dem, werde ich erst vor Ort auskundschaften können. Ich freue mich auf inspirierende Menschen, auf Kämpfer, Aufopferer und radikale Veränderer.

Und ich freue mich auf die Andersartigkeit, das Unbekannte und das Abenteuer. Das wird toll.

Meine Hobbys X)

Grundsätzlich noch zu meinen Freudenbeschäftigungen, weil das an dieser Stelle einfach standartmäßig mit erwähnt sein will: Für’s Singen und Gitarrespielen bin ich gern zu haben, bevorzugt bei Kindermusicals, Passionen oder Lobpreissessions. Ich lese gern Bücher, schreibe Texte, Gedichte und Listen, zeichne oder male gern etwas und löse Rätsel. Auch Gesellschaftsspiele feiere ich sehr. Sport ist mir wichtig, da gehören zu meinen Interessenfeldern Volleyball, Fahrradfahren und Klettern. Es gibt aber Vieles, das ich noch nie ausprobiert habe und noch machen möchte, also wird diese Liste wahrscheinlich noch exponentiell ansteigen. Vielleicht auch nur monoton steigend, ich hab den Graphen noch nie berechnet.

MERKE!

Nur weil ich etwas mag und es mir Freude macht, heißt das noch lange nicht, dass ich besonders gut darin bin. Zugegebenermaßen hat Gott mir einige Fähigkeiten ins Herz und an die Hand gelegt, die es in diesem Leben zu entdecken und auszubauen gilt. Aber so manches wird eine amateurhafte Tätigkeit und keine gereifte Fähigkeit sein und bleiben. Und das ist absolut okay.

Schwächen

Zu guter letzt will ich auf meine Schwächen eingehen, weil ich finde, dass so etwas für eine vertraute Beziehung immer notwendig ist, und ich will, dass mein Leserkreis ein authentisches Bild von mir hat.

Ich bin unglaublich schlecht darin, mir Namen, Zahlen, oder allgemein Informationen über eine Person zu merken. Wenn ihr also wissen wollt, wie die neuesten Babys in meinem Bekanntenkreis heißen, was jemand in meinem Umfeld beruflich macht, wie alt mein zweitältester Onkel mütterlicherseits ist, seit wann mein Cousin schon in der Schule ist, oder auch was meine Freunde denn so studieren und wo überhaupt, dann fragt bitte nicht mich!

Ich weiß es doch auch nicht!!

Also ernsthaft, ich kämpfe immer noch darum, mein eigenes Leben zusammenzuhalten, ich kann nebenher nicht noch Daten über sämtliche Menschen in meinem Umfeld in meiner Hirnplatte abspeichern. Es ist ja nicht so, als würde ich es nicht versuchen. Im Gegenteil, ich gebe mir ernsthafte Mühe. Aber so richtig meine Stärke ist das nicht. Es kommt auch nicht selten vor, dass ich jemandem mehrmals dieselbe Frage stelle, weil ich die Antwort vom letzten Mal schon wieder unterbewusst vergessen habe. Wenn du so jemand bist, dann tut mir das echt leid. Ich habe dich trotzdem voll lieb, mein Langzeithirn hat leider nur noch 2MB Speicherplatz zur Verfügung. Das ist nicht viel. Vielleicht sollte ich mir mal eine SD-Karte kaufen.

Was ich mir gut merken kann, sind Bilder. Damit kann man arbeiten. Wenn ihr wollt, dass ich mir irgendetwas über euch merken kann, zum Beispiel, dass ihr Zirkusartist seid und 6 ó Kinder habt, dann malt mir ein Bild, auf dem ihr im Zirkuskostüm durch einen feurigen Reifen über eure 6 ó Kinder springt. Wer das macht, den vergesse ich bestimmt nicht so schnell. Außerdem kann ich leicht abgelenkt werden, deshalb muss ich Aufträge entweder sofort erfüllen oder mir einen Wecker stellen, sonst mache ich es halt nicht. Zwei Aufgaben parallel bearbeiten, kriege ich auch nicht hin. Bei mir geht nur eins nach dem anderen. Es sei denn, es reicht wenn ich beides nur zur Hälfte erledige.

Wenn ich etwas Neues mache, mache ich es grundsätzlich erst einmal falsch, deshalb frage ich lieber viel davor, im Zweifelsfall mache ich es aber einfach und weiß es durch die Erfahrung beim nächsten Mal besser. Grundsätzlich bin ich eher der langsame Typ, der seine Zeit braucht und sich auch bewusst Zeit nimmt, was ich im Hier und Jetzt sein will und das was er tut, gründlich und gut erledigt wissen will. Außerdem schreibe ich manchmal zu lange

Blogeinträge, aber mein bisheriger Leserkreis kennt mich ja und da hat sich noch niemand übermäßig beschwert. Ich versuche schon, mich kurz zu halten. An dieser Stelle setze ich deshalb den Schlussstrich und hoffe, dass ihr mich nun etwas besser kennt. Sendet mir wie immer gern euer Feedback, Ermutigungen, Dank, Freude, Inspiration sowie Kritik und Rumgemecker. All dies ist bei mir immer willkommen. Bis zum nächsten Mal, dann aber schon aus Mumbai!

Euer Tim : )

Schlussstrich

Unsere Freiwillige Jael stellt sich vor

Hallo, ich bin die Jael.

Ich bin 19 Jahre alt und habe gerade mein Abitur geschrieben.  Aufgewachsen bin ich mit drei jüngeren Schwestern im wunderschönen Baden-Württemberg.
Aus meinem kleinen Dorf geht es für mich nun raus in die große weite Welt.
Nach Indien zu reisen und dort ein Jahr zu leben ist schon seit einiger Zeit mein großer Traum und ich freue mich riesig, dass es nun bald kein Traum mehr sein wird.
Ich freue mich darauf, die Kultur, die Menschen und vor allem die Kinder im Agape Village kennenzulernen.
Mit Kinder zu arbeiten und mit ihnen das Leben zu entdecken, ist eine große Leidenschaft von mir. Und es ist mein Wunsch, den Kindern die Liebe weiterzugeben, die ich erfahren durfte.
Ich freue mich auf ein buntes, herausfordertes und spannendes Jahr, in dem ich viel lernen darf und auch persönlich wachsen kann.

Unser Freiwilliger Roman stellt sich vor

Hallo, Roman mein Name.

Ich bin 27 Jahre alt und komme aus der Stadt Osnabrück. Geboren bin ich in der Ukraine und im Jahre 1996 ist meine Familie als Spätaussiedler nach Deutschland gezogen, wo ich auch größtenteils groß geworden bin. Aus meiner Leidenschaft zur Musik habe ich erfolgreich meine Ausbildung zum Tontechniker absolviert und als Selbständiger in der Branche gearbeitet. Anfang des Jahres 2022, um genau zu sein am 01.01.2022, hat sich mein Leben um 180 Grad gewendet. Aus Gnade erfuhr ich meine Berufung für mein Leben und seit dem Tag wurde mir der Sinn meines Lebens klar. Nicht mehr für mich selbst zu leben, sondern für die, die durch welche Gründe auch immer, in Not sind und Hilfe benötigen.

Ich bin dankbar, dass mir Seek and Care die Möglichkeit gibt, 12 Monate in Indien dienen zu dürfen. Dass ich Lernen, Mithelfen und was Gutes bewirken darf.

Nähkurse im Imcares Kinderdorf

Seek and Care e.V. hat auf den Wunsch der Mitarbeitenden zwei Nähmaschinen samt Nähtisch gekauft. Die Idee kam auf, als die Kinder Sonali gespannt über die Schulter schauten, als diese bunte Patchworkdecken quiltet. Deshalb sollen sich interessierte Kinder und Jugendliche im kleinen Gruppen an den Maschinen versuchen dürfen.

Vielleicht entdeckt der ein oder andere sein neues Hobby oder den künftigen Berufswunsch.

Nancy Reichel

June at the Imcares Agape Village

It’s been over a month since the children began returning to the Imcares Agape Village from their Holiday at home. With them, they brought their clothing, toiletries, and some snacks, along with the vibrant energy that we had all been missing. The days of their arrival were tough for the kids who had to say goodbye to their parents for the next year. Even days after their parents had left, some kids would still spontaneously burst into tears. Their cries were quiet, filled with sorrow, not seeking attention but simply release from the feeling of missing their family.

Soon enough, the kids returned to school, and a daily routine was restored – allowing them to settle back into life here in the village. Every day has been blessed with delicious food prepared by Kaki, usually followed by some sweet and juicy Mangos, picked straight from the trees outside. We’ve all worked, played, laughed, and argued together, just as any conventional family would.

Then, about two weeks ago, the Monsoon season arrived – bringing with it a gift in the form of water. As I write this blog, the rain is pouring down outside my window. We’ve had rain for the past week, every day,sometimes all-day. When in the rain, the kids dance, play, and laugh. They embrace the rain as one would an old friend. Between the heavy showers, the sun peaks at us through the thick blanket of grey clouds, bringing a glossy shine to every leaf, every stone. The air becomes clean and fresh with the smell of wet soil. The sound of chirping birds and grinding crickets reminds us that the village – our little paradise – is not only home to us but to an entire ecosystem of life.

Our daily routine, and the arrival of monsoon season, have put all here at Agape Village into a positive space. Day by day, week by week, we work together, creating a home for all that live here. With that, the plants grow, the animals grow, and we grow.

Many happy greetings from me, Daniel, and all here at the Imcares Agape Village.

Lunchbags für den guten Zweck

„Beim Stoffladen gibt es am Wochenende Rabatt!!! Ich kann noch welche nähen!“

Die gute Gabi aus Bamberg näht seit ein paar Wochen wasserdichte Lunchbags mit orientalischem Design. Weil die ersten so schnell vergriffen waren, geht sie mit ihrer Nähmaschine im Wohnzimmer in die zweite Runde. Für eine Spende von mindestens 30€ verschickt sie die Bags per Post. Farben und Muster variieren, nur so lange der Stoffvorrat reicht.

Einfach im Verwendungszweck LUNCHBAG und die Adresse angeben und die Bags flattern in den Briefkasten und die Spende nach Indien, zur Unterstützung der Sozialarbeit von Imcares in Mumbai.

Spendenkonto:

Seek and Care e. V.
Sparkasse Bamberg
IBAN    DE71 7705 0000 0302 8603 41

 

Gabis Lunchbags

A Happy day from the Imcares Agape Village

A little over a month ago my plane touched base at Bombay Airport. Since, I have experienced many new things and met many new people. If I had to report on everything, this blog entry would be much too long. Hence, I will share a portion of my time that I have come to quite appreciate.

Around two weeks back, the school holiday began here in the village. With that, the children here at Imcares Agape Village were allowed to return home and reconnect with their families. Day after day, the number of people around the table at dinner grew less. Many mornings were filled with children waiting anxiously for mum and dad to arrive. The waiting was generally followed by loud, joyful screams in combination with excited laughter. For me, it was quite sobering to see kids be so very grateful for their parents, in contrast to me who had always taken this for granted. 

Eventually, by the start of May, only one young boy was left. For the sake of this Blog, let us call him Raj. Suddenly, all of Raj’s friends, his roommates had left. No partners for cricket, to do homework alongside, no one to have a good laugh with. Fortunately for him, I too was missing companions to spend time with. Soon enough, it was decided that I was to teach Raj English and he was to teach me Marathi. Not too long later, Raj had learned some key phrases. His source for this newfound knowledge was, to a large extent, my interaction with our housefather Kaka who likes to use phrases like “Come, sit here” or “Go, have tea” and a personal favourite, “please, have more food”. Quite comically, Raj began using the same terminology, speaking to me much like an older man, even impersonating the facial expressions of our house father. This brought me much joy and with time, Raj and I began to bide our time best we could. This included teaching each other new games and perfecting old ones. I taught Raj how to ride a bike and he taught me how to touch my nose with my tongue. That said, it’s not all fun and games. Our daily routine also includes chores, Math and Marathi homework, and often general work that must be done around the property. 

I have begun to quite enjoy my time here at Agape Village with the young adults, the house parents and with Raj. Even when I start my day on the wrong side of the bed, my mood is soon set straight by some mischievous deed of one of the kids, bringing a smile to my face. Soon enough, all the kids will return from home and Raj and I will return to our busy daily routines, but until then, we will do our best to squeeze the maximum joy out of every day.

Many joyful greetings from the village, 

Daniel

A quick trip to the market

I preface this blog entry with a big Thank you to all that have enabled my time here at the Imcares Agape Village. I am truly grateful to be able to join this family for the time to come. 

Recently, I visited the market with Kaka, the house father here at the Imcares Agape Village. For him it was just another tedious errand, for me, a fascinating experience.

It was around noon at the Imcares Agape village in Paud when Kaki, our house mum, requested that Kaka, our housefather, and I go to the market to buy some vegetables. “Sure, no problem”, said Kaka before pouring a Glass of Chai tea for him and me. It is important to load up on sugar before confronting the sweltering, afternoon sun. A short while later, armed with our sunhats and sunblock, we started down the road that connects the Imcares Agape Village to the Paud market. The road was trafficked by hooting cars, scooters and trucks, decorated with brightly coloured patterns, moving as quickly as the narrow road would allow. 

Along the way, we passed by many small shops each selling very particular products like freshly ground wheat or homemade brooms. We saw street food stalls, wash saloons and even goats and cows with leathery skin, walking on the road as though forming part of the traffic itself. 

Soon, we arrived at the market. There were many little stalls selling products ranging from pots and pans to
sundried fish and homemade sweets. We manoeuvred through the dense mass of people to finally arrive at our vegetable stand. Here, we were met by an elderly lady dressed in a colourful orange, green and blue Sari  operating an old school, mechanical scale. Before her lay heaps of fresh, organic tomatoes, ginger, green chillies and many other vegetables that I have yet to know. After weighing and loading the requested vegetable into the bag, Kaka, who seems to be quite economical, began to negotiate for a reduced fee.

Eventually, a fair price was agreed and it was time for one final stop, Primary School. This was a large yellow building with three floors decorated by blue, glassless window frames. Soon enough, 7 kids, wearing oversized backpacks clumsily made their way toward us, ready to get home after a long day of school. The journey home consisted of much running back and forth, joking and giggling. Food for the soul I quietly thought to myself. After about another 15 minutes of walking in the scorching, Indian sun, we arrived back at the Imcares Agape village. After a quick prayer expressing gratitude for a safe journey, we made our way inside where Kaki was waiting with cool water and a hearty home-cooked meal.

Greetings from Daniel

Mumbai hautnah erlebt – ein Eindruck in den Slums

Im Rahmen unserer Asien Reise durften wir (Nicky und Steffi) die Arbeiten von Imcares kennenlernen und wurden auf eine emotional ergreifende Führung durch das Dhavari-Slum in Mumbai mitgenommen.

Zunächst hat uns Timothy (Leiter dieser Organisation) den Hintergrund und das Leitbild der Hilfsorganisation nahegelegt.

Besonders ergreifend ist die doch sehr große Differenz in der Sozialstruktur Indiens, insbesondere was den Umgang mit Menschen/Kindern mit Behinderungen betrifft. Scham und gar Verstoßung des eigenen Kindes sind die Folge. IMCARES verfolgt dahingehend das Ziel, solchen und auch anderen Betroffenen wieder ein “Gesicht” zu geben. Mit viel Wertschätzung, Einfühlugsvermögen und Kommunikation auf Augenhöhe werden Familien aus Armutsverhältnissen betreut und begleitet.

Die Führung durch das Dhavari-Slum zeigte auf tief treffende Weise wie groß doch die Spaltung in dieser Gesellschaft zwischen Armut und Reichtum zu sein scheint. Auf engstem Raum (zw. 15 – 20 qm) leben über 8 Personen in wallender Hitze. Gerade in Corona Zeiten waren die Zustände während der Ausgangssperre kaum auszumalen… .

Wir danken Imcares und auch Nancy (Vorstand von Seek and Care) für diese wertvolle Erfahrung. Was die Mitarbeiter hier leisten sollte mehr Anklang und Wertschätzung erreichen. Von Herzen Danke und viel Kraft und Durchhaltevermögen für die weitere Zeit.

Viele Grüße

Steffi und Nicki

Aufblühendes Agape Village

Die Hunde bellen laut, als wir im Kinderdorf ankommen. Die Kinder und Mitarbeiter schauen neugierig aus dem Haus und kommen auf uns zu um uns zu begrüßen. Die meisten der Kinder kennen mich noch. Ein paar Grundschulkinder sind neu dazu gekommen. Ein Junge ist erst vier Jahre alt.

Drei Jahre war ich nicht hier und es hat sich so viel verändert. Auf den ersten Blick fällt auf, dass die Fassade und alle Innenräume neu gestrichen wurden. Mittels der Weihnachtsspendenaktion konnten die Ventilatoren im Essbereich und in den Schlafbereichen erneuert werden.

Auf den zweiten Blick fallen mir Details auf, die neu sind. Der Essensbereich ist keine leere Halle mehr, in der die Kinder auf dem Boden auf Sitzteppichen sitzen. Bänke und Tische füllen den ganzen Raum. An der Wand steht ein großer Wohnzimmerschrank, in dem die Schulmaterialien der Kinder aufbewahrt werden. Alles in allem stelle ich fest: hier ist Familienleben!

Auch die Küche konnte durch lokale Spender um einen großen Kühlschrank und einen Gasherd erweitert werden.

Auch im Aussenbereich ist so viel Leben! Auf dem großen Grundstück des Kinderdorfs wird u.a. Getreide, Reis, Zuckkerrohr, Aubergine, Chili, Tomaten und Tulshi angebaut. Auch Papayabäume und Mangobäume versorgen die Kinder. Große Augen habe ich gemacht, als ich den voll intakten und „renovierten“ Hühnerstall gesehen habe. Januar 2015 hatten wir ihn mit viel Schweiß und fehlendem Werkzeug errichtet. Die Eckpfeiler wurden in die harte Erde einbetoniert und das Gehege mit Zäunen und Netzen komplett umringt, um das Eindringen von Schlangen und Greifvögeln zu verhindern. Der Monsun zerstört die Netze von Zeit zu Zeit, sodass sie erneuert werden müssen. Wir hatten damals 10 Hühner in das Gehege gesetzt. Januar 2019 waren nur noch zwei Hennen im Gelände und dem Gehege fehlte es an Wartung und konnte nicht genutzt werden. Durch Personalwechsel kann auf diese Dinge verständlicherweise keine Rücksicht genommen werden. Seit Frühjahr 2019 sind neue Heimeltern eingezogen, die die Betreuung der Kinder und das Management des Geländes mit sehr viel Hingabe und Energie übernehmen. So konnte das Gehege gewartet werden. Ich erinnere mich daran, dass 2015 ein etwa 10jähriger Junge sich sehr für die Hühner interessierte und täglich schaute, ob sie Eier gelegt haben. Dieser Junge ist nun fast ein Junger Mann. Stolz erzählen mir die Heimeltern, dass er die Hühner betreue. „Out of two chicken he made 50!“ Nun gibt es für jedes Kind jeden Tag ein Hühnerei! Früher wurden nur am Sonntag Eier gekauft.

Ich bin den Mitarbeitern vom Imcares sehr dankbar, dass sie den Kindern die Möglichkeit zur Entfaltung geben und immer eine Schulter frei haben, an die sich die Kinder lehnen können.

Ich bin begeistert, wie sich das Kinderdorf entwickelt hat. Es steht und fällt eben alles mit gutem Personal, das die Anreize erhält, auch länger mit Imcares zu arbeiten. Die Inflation steigt und die Löhne müssen entsprechend angepasst  werden. Ich freue mich, dass sich unsere deutschen Spenden in eine positive Richtung entwickeln, sodass wir unseren Beitrag leisten können, zu einer guten Kindheit von Kindern in Not.

 

Viele Grüße aus dem warmen Maharashtra,

Nancy, 18.04.2022