Wiedersehen macht Freu(n)de

2017-03-03 NancyEnde Februar verbrachten wir eine Woche im Kinderheim Agape Village. Ich habe letztes Jahr als Volunteer dort gearbeitet und mich gefreut, die Jungs und Mädels wieder zu sehen.

2017-03-03Auf den ersten Blick ist alles beim Alten geblieben. Jedoch gab es im vergangenen Jahr Zuwachs. Nicht nur haben die Hühner endlich Küken ausgebrütet, es gab auch zwei Neuaufnahmen im Heim. Ein sechsjähriger Junge und ein etwa gleichaltrigen Mädchen wurden letzten Sommer durch ihre Eltern in die Obhut von IMCARES gegeben. In den nächsten Ferien können sie ihre Familien in Mumbai besuchen. Bis dahin springen sie
ausgelassen durch den Garten und spielen mit den anderen Kindern, als ob sie schon immer hier wohnen würden. Es ist erstaunlich, wie fröhlich die Kleinen wirken. Dabei sind sie die letzten Jahre auf den Straßen Mumbais aufgewachsen. Mit Mängel an Nahrung und sauberem Wasser, ohne Schutz vor Wärme, Nässe – ohne Dach über dem Kopf. Es war mir eine Freude, die beiden Süßen kennen zu lernen.

 

 

Nancy

Der Berg ruft

Am Sonntag, den 05.02.17, konnten wir den Kids ab 14 Jahren einen großartigen Ausflug ermöglichen.

IMG_6242Hinter dem Agape Village, einem Kinderheim außerhalb von Mumbai, erhebt sich eine beeindruckende Bergkette. Ohne Weiteres kann man einen Tagesausflug durch den Wald und auf den Berg unternehmen. Da es allerdings sehr an Mitarbeitern mangelt ist dies so gut wie nicht umsetzbar. Nur die älteren Kinder ab 14 Jahren dürfen bei so einer Tour mitkommen. Das bedeutet  eine doppelte Anzahl an Aufsichtspersonal, einmal für die Wandergruppe und einmal für die Jüngeren, die daheim bleiben.

Durch unseren Besuch hatte sich dieses Problem von selbst gelöst und so konnten wir die Kids mit in einen spannenden Wandertag führen. Gemeinsam mit zwei Mitarbeitern, die sich gut auskennen, ging es nach dem Gottesdienst gegen 12:30 Uhr los.

Die Kids waren schon Tage zuvor so aufgeregt und haben sich immer wieder vergewissert, dass ich auch dabei sein werde.

IMG_6300Jeder mit Rucksack, festen Schuhen und Kopfschutz ausgerüstet, verließen wir über einen Hinterausgang das Gelände. Die kleineren Kids winkten uns noch ewig nach und riefen so lange „Byebye Didi“ , bis wir tatsächlich außer Sicht- und Hörweite waren.

Hier ein kleiner Einschub: „Didi“ ist die Bezeichnung für große Schwester und damit die Standartansprache der Kinder an mich =)

IMG_6270Die Tour war ein ziemliches gekraksel. Es machte unglaublichen Spaß zu beobachten wie ausgelassen und fröhlich alle dabei waren. Unsere Mittagspause verbrachten wir auf dem Berg unter einem Mangobaum. Es gab Chapatti und Masala-Huhn – sehr lecker! Nach dem Essen machten wir alle im Schatten dieses weiten Baumes einen kleinen Mittagsschlaf. Dann ging es weiter. Wir genossen atemberaubende Ausblicke über das Land. Die kids brachten mir ein Quatschlied auf Hindi bei, das ich recht schnell beherrschte. Umso mehr brachen sie in Gelächter aus, wenn ich das Lied anstimmte und noch dazu die entsprechenden Bewegungen machte.

Nach einer langen Tour kämpften sogar die energiegeladensten der Kinder, um die letzten hundert Meter nach Hause zu überwinden. Erfüllt, erschöpft und bester Laune kamen wir am Abend zurück. Dort warteten die anderen bereits neugierig, um von unseren Erlebnissen zu hören.

Ich hab diesen Tag besonders genossen, weil ich diese Freude der Kinder so hautnah miterleben durfte. Sie waren so ausgelassen und die gegenseitige Hilfe untereinander beim Abstieg hat mich auch total begeistert.

Es wäre so schön, wenn wir das beim nächsten Besuch wiederholen können!

Rebekka

Streichen in Indien vs. Deutsche Gründlichkeit

Hier sind wir wieder 🙂

Am Samstag haben wir zunächst die Ruhe und die morgendliche Frische des Landlebens auf dem Dach unseres Schlafraumes genossen.

Heute wollten wir mit dem Streichen der Spielplatzgeräte beginnen.

IMG_6224Nach einem erfolgreichen Einkauf von Schleifpapier, Farbe, Terpentin und verschiedenen Pinseln in einem nahegelegenen „Miniort“ ging es am Nachmittag an die Arbeit: erstmal Abschleifen!

IMG_6232Die Kinder vom Agape Village waren sofort voll dabei und entdeckten sehr schnell, dass man mit der abgeschliffenen Farbe sich die Gesichter anmalen kann. Es war ein riesen Spaß für sie, auch für uns. 🙂

Von deutscher Präzisionsarbeit mussten wir uns leider verabschieden. Das Metal ist zum Teil derart verrostet und aufgesprungen, dass die Farbe nur bedingt haftet. Hinzu kommen unzählige kleine Fliegen, die von den frisch leuchtenden Farben angezogen wurden. So wurden dir Geräte gleichzeitig zur Fliegenfalle.

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Nichts desto Trotz war das Ergebnis am Abend sehr zufrieden stellend. Als Stärkung zwischendurch gab es einen sehr leckeren Kokos-Milchbrei aus etwas Ähnlichem wie Gries hergestellt.

Der Tag ging zu Ende mit einer Andacht der Hauseltern. Wir haben mit Liedern und einem Puppentheater dazu beigetragen.

 

Uta

Zugfahrt ins Landleben

Am Freitag machten wir uns auf den Weg ins Agape Village. Zuerst ging es mit dem Zug nach Pune. Mit Sack und Pack holte uns Mangesh, ein Mitarbeiter von Imcares, am Hotel ab. So war uns die Orientierung für jegliche Transportmittel gesichert. Christines Rücken machte einige Probleme, weshalb wir uns zunehmend der Entschleunigung hingeben mussten.

IMG_6131Mit indischer Pünktlichkeit fuhr der Zug los. Die Fenster mit Gittern versehen, um sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen zu können. Durch die nicht vorhandenen Fensterscheiben drang jegliche Geruchs- und Geräuschimpression von draußen auf uns ein. Doch mit zunehmender Fahrtzeit füllte sich das Abteil rasant. „Zum Glück haben wir reservierte Sitzplätze.“ Meinte Uta, als es schließlich so voll war, dass Menschen in den Gängen gedrängt standen und vor den Ausgängen auf dem Boden kniend schliefen. Durch das ganze Gedränge quetschten sich hier und da Händler, die Snacks oder Obst verkaufen wollten, oder blinde Bettler, die mit orientalischen Gesängen auf sich aufmerksam machten.

Nach vier Stunden erreichten wir Pune, wo wir zu Mittag aßen und mit einem abenteuerlichen Bus zu einem weiteren Bus fuhren, der uns ans Endziel bringen sollte. Mit dem zweiten Bus ging es über viele Ortschaften ca 1,5 Stunden Richtung Agape Village. 1km vor unserer Endstation hatte der Bus eine Panne, sodass alle aussteigen und zu Fuß weiterlaufen mussten. Wir schnappten also unsere Koffer und Rucksäcke uns überlegten, ob es Christine wohl schaffen würde. Zur Stärkung gab es noch ein Glas frisch gepressten Zuckerrohrsaft, den besten, den wir je getrunken hatten.

Nach ca. 100 Metern wies uns Mangesh an kurz zu warten und verschwand. Kurz darauf kam ein Inder in einem Minilader angefahren und redete auf Marathi auf uns ein. Wir verstanden natürlich nur Bahnhof. Als Mangesh zurück war, stellte sich raus, dass wir unsere Sachen und uns selbst auf die Ladefläche verfrachten sollten, um die letzte Strecke zu bewältigen. Christine bekam einen Ehrenplatz in der Fahrerkabine.

 

 

So erreichten wir nach aufregenden neun Stunden das Agape Village.
Es war so schön, die Kinder wieder zu sehen. Sie sind in den letzten zwei Jahren so groß geworden! Die Älteren Kids sind zu kleinen Damen und Männern herangewachsen. Mit strahlenden Augen standen sie um uns herum. Und dann ging es ans Namen lernen. Einige wusste ich noch, andere mussten wieder neu ins Gedächtnis gerufen werden. Für die anderen aus meinem Team war es schon eine große Herausforderung diese neuen Klänge und Betonungen der indischen Namen zu verinnerlichen. Aber auch unsere Namen waren nicht alle ganz einfach für die Kids auszusprechen. So kam es immer wider zu großen Lachern, wenn ein Name nicht ganz gelungen über die Lippen ging.

Nach einer kurzen Spielzeit gab es eine Abendandacht, die wir mit einigen Bewegungsliedern mitgestalten durften. Anschließend, gesättigt vom Abendessen, fielen wir erschöpft von der Reise mit all ihren Eindrücken ins Bett.

Es ist so schön wieder hier zu sein!

Rebekka

Mitarbeiterseminar, 03.02.2017

Mareike, Rebekka und ich durften dem Team von IMCARES einen Seminartag anbieten.

Rebekka initiierte das Projekt ANKUR mit, bei dem Familien mit behinderten Kindern in den Slums geholfen wird.

So wollten die Mitarbeiter einiges über Behinderungen/ Trauma/Autismus wissen. Eigentlich ein mehrere Tage füllendes Programm. So trafen wir eine Auswahl. Auch wurde das Seminar in Englisch und Marathi gehalten. Sonali hat mit großer Leidenschaft übersetzt.

Gut war, dass ich als Neuankömmling in Indien am Mittwoch Gelegenheit hatte, Einblick in die Lebensweise der Menschen in Armut und die Arbeitsweise der Sozialarbeiter zu bekommen. Tiefer Respekt  machte sich in mir dabei vor den Sozialarbeitern von IMCARES breit, die HIV positive Mütter, alkoholkranke  Menschen, unterernährte Kinder täglich unterstützen.

So war es uns auch ein großes Anliegen, dem Team widerzuspiegeln welch großartige Hilfe sie bieten. Gleichzeitig, dass auch sie erschöpft sein und trauern dürfen, wenn Menschen sterben, die sie betreut haben.

Inhalte des Tages:

– Die Mitarbeiter zu sensibilisieren, dass sie ihre Erfahrung, ihr Wissen, ihr Können abrufen.

– Eine kollegiale Fallbesprechung mit Familienbrett

– Besprechung der Sinne des Menschen und welche Bedeutung sie bei der Entwicklung spielen

– Fallbeispiele aus Mareikes (Ergotherapeutin) und meinem Berufsalltag

– Praktische Tips beim Umgang mit Autisten, behinderten Kindern

– Teamstärkung durch ein Team Challenge am Anfang und am Ende des Seminars

– Stärkung durch eine positive Rückmeldung ihrer Arbeit durch Rebekka, die schon seit mehreren Jahren Einblick hat und das gute Ergebnis bei einigen Kindern sehen konnte

IMG_6043Die Arbeit am Familienbrett fand ich richtig spannend. Ich nutzte die Form eines Plakates als Brett und kleine und große Pappbecher als Symbole für Menschen. Vorher bekamen sie noch neutrale Gesichter und Farbmarkierungen als boy, girl, woman und man. Eine Mitarbeiterin konnte sehr gut ihren Fall aufstellen und auch nach dem theoretischen/praktischen Input des Seminars ihre Lösung für die Familie mit behindertem Kind vorstellen.

Wir hatten viel Spaß die 5 Sinne und die Tiefenwahrnehmung zu erklären. Aufgelockert wurde das Seminar durch Experimente. z. B. Luftballons fangen mit Brillen, die anderen gehörten, einen Blinden führen und Tee trinken lassen, Stimmen heraushören, wenn alle gleichzeitig reden.

Erstaunlich, mit welcher Freude sie diese neuen Anregungen aufgenommen haben.

Auch wurde erklärt, wie die Entwicklung bei Behinderten anders verläuft, wenn Sinne beeinträchtigt sind und nicht im Wechselspiel mit den anderen sensorischen In- und Outputs stehen. Wie wichtig dann die Struktur von Außen wird, um Orientierung zu haben.

Die Fallbeispiele machten deutlich, dass es auch hier in Deutschland eine Herausforderung ist, Menschen mit Behinderungen angemessen helfen zu können.

Die praktischen Hilfen wurden sehr gut angenommen. Dabei haben Mareike und Rebekka darauf geachtet mit einfachen Mitteln umsetzbare Ideen anzubieten. Zum Beispiel ein Kind auf den Rücken legen und mit einem Tuch eine Gliedmaße hin- und her zu schaukeln, um Erregungen herunter zu regulieren.

Körperhaltungen durch Übungen zu stabilisieren, wenn z. B. die Tiefenwahrnehmung nicht funktioniert.

Wichtig war auch, dass die Mitarbeiter die  Wahrnehmungskanäle der Behinderten herausfanden, um entsprechende Interventionen einzuleiten.

Auch wurde auf das  Thema Tics und Stereotypen eingegangen.

Die Teambildungsspiele am Ende waren echt lustig. Dargestellt wurden inaktive, ausgebrannte und überaktive Mitarbeiter.

Zurecht war der Tag zu kurz, aber es gelang ein guter Einstieg.  Auch hat es so viel Spaß gemacht mit Rebekka und Mareike das Seminar zu gestalten. Danke !

Gruß von Christine

Medical Camp, 02.02.2017

Hallo, Ich heiße Charlotte. Dieses Jahr bin ich das erste mal in Indien.

IMG_2989Ich möchte euch vom Donnerstag berichten. An diesem Tag sind ein Teil unsres Teams mit dem „Medical-Van“ zu einem Slum gefahren. Es waren 4 Mittarbeiter von Imcares und ein Doctor dabei. Nach ca. einer halben Stunde Fahrt sind wir angekommen. Unser erster Eindruck war, dass es sehr strak gestunken hat und uns wirklich schlecht geworden ist. Außerdem war es dort extrem  verdreckt und eklig. Einer aus unserem Team meinte, es sei der hässlichste Ort, den er je in Mumbai gesehen hatte. Es war wirklich sehr schwer vorstellbar, dort zu wohnen. Die Kinder sind dort ohne Schuhe in Müllbergen rumgelaufen und haben sich Flugdrachen aus Plastiktüten gebastelt. Die Aufgabe von Imcares war es, die Menschen mit Medizin zu versorgen. Es gab 3 Stationen.

  1. Station: Aufnahme des Name, des  Gewichts und des  Alters der Menschen in ein Buch. Sie haben auch einen Zettel mitbekommen, auf dem all diese Daten drauf standen.
  2. Station: Dann sind sie mit ihrem Zettel weiter zum Doctor, der als nächstes eine Diagnose gestellt hat und die passenden Medikamente auf dem Zettel notiert hat.
  3. Station: Der Zettel wurde weitergegeben zu einer Mittarbeiterin, die die entsprechenden Tabletten oder Tinkturen mit einer Anweisung, wie die Tabletten eingenommen werden müssen, an den Patienten gegeben hat.

Unsere Aufgabe war es beim Aufnehmen der Patientendaten und beim Ausgeben der Tabletten zu helfen.

Im Ganzen war es ein sehr erlebnisreicher Tag. Man hat noch mal eine ganz andere Seite Mumbai´s kennengelernt und konnte sehr konkret helfen. Wir waren nur ein paar Stunden dort und waren froh wieder im sauberen Hotel zu sein.  Bei so einer Aktion fällt einem mal auf wie leicht medizinische Versorgung in Deutschland ist und wie abhängig die Menschen dort in den Slums  von externer Hilfe sind. Schön zu sehen, dass sich Imcares regelmäßig auf den Werg macht, um diese Menschen zu erreichen.

Charlotte

Pioniere und Visionäre

Hallo,

heute war ein spannender Tag, wir haben ein Day Care Center im Slum besucht. Dort durfte ich Integration von einem Behinderten in eine Gruppe von über 76 Kindern erleben. Der Junge blüht sichtbar auf.

Es war faszinierend, welche Freude die Kinder hatten, zu kommen.

IMG_5974Mit Begeisterung haben sie bei den Bewegungsspielen mitgemacht und einer spannenden Geschichte, dargestellt von uns Mitarbeitern, gelauscht.

Die Lehrerin selber, hat eine solche Ausstrahlung und Ruhe, unglaublich. Sie macht das jetzt schon seit 12 Jahren ! Und ist immer noch begeistert. Es gibt eine Gruppe für Kindergartenkinder und eine Gruppe nachmittags zur Hausaufgabenbetreuung. Die Gruppe von 9 Uhr bis 13 Uhr dient auch dazu Müttern, die entweder auf den Gleisen Müll zum Wiederverkauf sammeln oder kleinere Geschäfte am Straßenrand haben, ihre Kinder sicher zurück zu lassen. Die Kinder wären ansonsten Gewalt, Missbrauch oder Menschenhandel ausgesetzt.

 

So ist die Idee, die Kinder an einem sicheren Ort zu sammeln, Ihnen einfache akademische Dinge beizubringen, christliche Inhalte zu vermitteln, einfache Gesundheitserziehung beizubringen (Hände waschen …) und eine gute warme Mahlzeit zu bieten, genial. Sie wurde wohl von anderen Organisationen in anderen Slumgebieten übernommen, sodaß Imcares dies nur noch an einem Ort anbietet und sich auf neue Projekte konzentrieren kann. Für mich sind sie Pioniere und Visionäre, die so flexibel sind, Brennpunkte zu erkennen und neue Projekte anzugehen.

Heute hatte ich mit den 2-5 jährigen  beim Spielen echt Spaß. Ein Mädel hat mir ein indisches Handspiel beigebracht.

Gruß Christine

Farbenfreude und Neuorientierung

Hi, ich heiße Christine und bin zum aller ersten Mal in Mumbai.

Sofort war ich begeistert von der Wärme und der Lebendigkeit dieser Stadt. Da ich Mitglied von Seek and Care e. V. in Bamberg bin, war ich sehr gespannt IMCARES life kennen zu lernen und schreibe hier vor allem von Timothys Einführung in die Arbeit.

Seit über 25 Jahren ist IMCARES dabei caritative Arbeit für die Armen anzubieten. Es hat sich gezeigt, dass zur Zeit doch viele andere gute Projekte auch in den Slums stattfinden und auch die Regierung  gute Unterstützung wie medikamentöse Versorgung und Ernährungsprogramme bieten.

Ein wichtiger Schritt zur Neuorientierung bestand darin nicht zurück zu schauen, sondern auf Neues, bzw. auf das was kommt. Alte Erfolge und auch das was runter zieht, schwer war,  loszulassen.

Timothy bewegte in einer intensiven Zeit Projekte, Ziele von IMCARES in seinem Herzen um zu wissen wo es hin gehen sollte.

Dabei wurde es immer deutlicher anlehnend an dem Gleichnis vom verlorenem Schaf sich um das Verlorene zu kümmern, sich auf die Armen der Armen auszurichten. Ihnen ihre vom Staat her anerkannte Existenz wirklich zu geben. Das heißt Ihnen zu helfen ihre Geburtsurkunde  einzufordern, sie zu Behörden und in Krankenhäuser zu begleiten. So nimmt der Dienst auf dem Bürgersteig einen neuen wichtigen Raum ein – sich um die zu kümmern, die  gar keiner will.

Die, die im Abseits, ohne Beachtung, gebrandmarkt als nicht existent, ohne Rechte, verloren  im umfassenden Sinne sind, will IMCARES unterstützen.

 

Timothy faßte dies in 2 Konzepten zusammen:

1: das R-R-R Konzept. Rescue-Rehabilitation-Reinstatement

Rescue: die Armen der Armen finden.

Rehabilitation: Ihnen Stimmrecht, Bürgerschaft verleihen, Rechte, die Ihnen zustehen an medizinischer Hilfe, vom Staat Angebote wahrzunehme. Dies ist oft sehr Personal- und Zeitaufwendig.

Reinstatement: Kinder, die aus ihrer Umgebung in eine sichere Wohnumgebung gebracht wurden, wie z.B. das Agape Village wieder in die Gesellschaft zu integrieren. So konnten schon viele dieser Kinder einen Beruf erlernen und ins Arbeitsleben starten.

 
2: Das W-W-W Konzept  welfare-wellbeing-wholesamness

Versorgung-Wohlsein-Ganzheit

 

WhatsApp Image 2017-01-30 at 19.53.53Neben den vielen Eindrücken der Armut, des Staubes des Hupgetöses, sah ich hier immer wieder Oasen für mein Auge: Papageien in den Bäumen am Straßenrand. Den farbenfrohen Gemüsemarkt, Zitronen, die mit ihrem Gelb einen schönen Kontrast zum grünen, violetten, roten, weißen, orangen Gemüse boten.

Begeistert bin ich von den Kleidern der Frauen. Es ist eine Freude fürs Auge. So bunt und farbenfroh. Endlich kombiniert mal jemand Farben wie Safran mit Rosa oder Orange und Rot, oder Türkis mit Pink…

Nachmittags war dann ein praktischer Einsatz. Wir sind im Viertel mit einer Mitarbeiterin mitgelaufen. Sehr beeindruckend fand ich Ihren Respekt gegenüber den Armen. Das Mißtrauen sich trotz größter Not nicht helfen zu lassen und einfach nach Namen zu fragen und weiter zu gehen im Wissen Hilfe angeboten zu haben. So kam dieser Mann am nächsten Tag selber zu IMCARES, im Rahmen des Medical Care und ließ sich seine Wunde versorgen.

Und am Bahnhof habe ich als ungeübter Betrachter erst mal nach geraumer Zeit erkannt, daß ganze Familien einfach dort leben, Essen kochen, Kinder spielen, …und nicht auf den Zug warten.

Die Mitarbeiterin verriet uns, wenn die Polizei kommt, rennen alle los, sie werden  vertrieben und ihr weniges was sie haben, wird einfach weggeschmissen und sie müssen von vorne anfangen.

Das zu Montag dem 30.01.17.

Christine

Erste Eindrücke aus Mumbai

Ankunftstag in Mumbai:

DSCN0408Ich bin das erste Mal in diesem Land. Mein erster Eindruck: Es ist richtig krass!!! 30°  statt – 10° !!! Die vielen Autos kreuz und quer auf den Straßen, Gehupe ohne Ende
…, Menschen ohne Ende….provisorische Zelthäuser aus Planen, viele sichtbar arme Menschen!!!

Irgendwie kennt man Bilder aus dem Fernsehen, aber plötzlich mittendrin zu stehen, Wahnsinn!!!

 

Nächster Morgen:

Am Vormittag waren wir bei „Imcares“, der Organisation, mit der Seek and Care e. V. zusammenarbeitet. Der Leiter Timothy hat uns über deren Arbeit, die Projekte, die Grundhaltung den Menschen in Mumbai gegenüber und die Zielrichtung der Arbeit erzählt. Dazu mehr von Christine später….

Am Nachmittag war ich mit einem Mitarbeiter von Imcares (ein Inder) und noch einem Mann aus unserem Team bei der „pavement-ministry“ dabei: Wir waren in verschiedenen Armenvierteln und einem großen Rotlichtviertel.

Bei diesem  Dienst suchen die Mitarbeiter Menschen, die am Straßenrand leben, auf, sprechen sie an, versorgen sie medizinisch oder kaufen z.B. etwas zu essen…. Viele Klienten betreuen sie auch schon seit längerer Zeit.

Auch hier kann ich nur sagen: Echt krass, mittendrin statt nur im Fernsehen.

Ich bin heute Abend total erschlagen und überwältigt von den vielen Eindrücken. Was für ein anderes Leben!!!

 

Uta

Jeevan – Neustart in’s Leben

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Jeevans Geschichte hinterlässt bei mir einen bleibenden Eindruck für die großartige Leistung der Mitarbeiter von IMCARES. Täglich laufen sie durch Mumbais Straßen, um obdachlose, bedürftige und verletzte Menschen zu finden und ihnen die Hilfe zu ermöglichen.

Auf einer dieser Touren der Pavement Minsitry fanden sie den 40jährigen Jeevan (Name geändert) in einem erbärmlichen Zustand vor. Nach dem sich die Mitarbeiter ihm angenähert hatten und sein Vertrauen fanden, untersuchten sie ihn gründlich auf Verletzungen. Dabei fanden sie eine sehr tiefe Wunde an seinem Bein, die bereits von Maden besiedelt war und fürchterlich stank.

Im Beratungsgespräch fanden sie weiterhin heraus, dass Jeevan seit fünf Jahren auf der Straße lebt. Als Karren-Zieher lag sein Tageseinkommen bei ca. 1,50€. Aufgrund seines Alkoholproblems hatte ihn seine Familie ausgestoßen.

Mit Jeevan’s Zustimmung konnten die IMCARES Mitarbeiter seine Wunde reinigen und grundversorgen. Anschließend brachten sie ihn in ein staatliches Krankenhaus zur weiteren Behandlung. Sie besuchten ihn auch nach der Krankenhausbehandlung regelmäßig, um eine optimale Wundversorgung und den Verbandswechsel zu gewährleisten, bis das Bein gänzlich geheilt war. Zusätzlich wurde er in das Versorgungscamp auf dem Gelände von IMCARES eingeladen, wo er regelmäßig Beratung, Essen und Gebet erhält.

Jeevan hat nun wieder begonnen zu arbeiten und damit Selbstverantwortung übernommen. Die Mitarbeiter von IMCARES arbeiten jetzt mit ihm an seinem nächsten Ziel, der Familienzusammenführung.

Rebekka Kaminski