Nach über zwei Jahren besuchen wir unseren Partner in Mumbai.

Endlich war es möglich, wieder nach Indien einzureisen. Drei mal mussten die Teamreisen abgesagt werden. Ganz spontan entschied ich (Nancy), die günstigen Einreisebedingungen zu nutzen und unsere Partner Imcares in Mumbai zu besuchen.

Welche Freude! Am Flughafen wurde ich herzlich willkommen geheißen vom Leiter der NGO, Timothy und einem weiteren bekannten Gesicht Indira(Namen geändert). Sie wuchs im IMCARES-Kinderdorf auf. Nach dem Schulabschluss hatte sie keine Familie zu der sie zurückkehren konnte. Daher wohnt sie seither mit Timothy und seiner Frau Sonali im IMCARES-Haus. Mittlerweile hat sie ihre Ausbildung zur Pflegekraft beendet und arbeitet in einem privaten Krankenhaus in Mumbai auf einer Entbindungsstation. Leider reicht das Einkommen noch nicht, um sich eine eigene Wohnung anzumieten.

Ich wurde einen ganzen Tag mitgenommen auf die Straßen und die Communities Mumbais. Die drei Sozialarbeiter zeigten stellten mich ein paar Familien vor mit denen sie arbeiten. Unter anderem einem 10-jährigen Mädchen aus dem Dharavi-Slum, das aufgrund von Sehschwäche und weiteren kognitiven und körperlichen Beeinträchtigungen in das Ankur-Projekt aufgenommen wurde. In einem späteren Blog mehr zu dieser emotionalen Begegnung.

Außerdem trafen wir zwei Familien, die sich gemeinsam einen Fußweg zum leben teilen. Sie sind sehr interessiert, sich mit uns zu unterhalten. Ein Vater kann etwas Englisch und so stellen wir uns mit Namen und Alter vor und teilen ein Lächeln.
Die Eltern verdienen ihr Geld durch Betteln oder einfache, unregelmäßige Reinigungsarbeiten. Es reicht nicht für regelmäßige Mahlzeiten. Die Situation als wohnungsloser Mensch ist katastrophal und gefährlich. Die Eltern sind Tuberkulose erkrankt und die Väter Drogen- bzw. Alkoholanhängig. Jeweils ein Kind lebt seit einigen Jahren im Kinderdorf von Imcares. Ich erzähle den Eltern begeistert, dass ich ihre Kinder morgen treffen werde. Der Vater bringt ein schläfriges Kind auf seiner Schulter herbei. Ich schätze das Alter auf 1. Doch das Mädchen ist schon 3 Jahre alt. Die Aufnahme ins Kinderdorf ist für Juni diesen Jahres geplant.

Mit dabei Nici und Stephanie aus Deutschland. Sie reisen ein paar Monate durch Asien und haben einen Zwischenstopp in Mumbai eingelegt, um die Arbeit von Imcares kennen zu lernen.

Viele Grüße aus Indien sendet Nancy (Vorstand Seek and Care eV)

Unsere Freiwilligendienste starten wieder – Daniel Landes stellt sich vor

Good day, my name is Daniel Landes.

 I am a 22-year-old Physics student currently living in Munich. I was born into a mixed family with a South African mum and a German dad. This left me with either of my feet in two very different realities. 

 In 2008, my family moved from Germany to Cape Town, South Africa. Here my parents would open a child and family centre called Elonwabeni. Elonwabeni was to be a home for kids from struggling families. Naturally, my parents invested much time into the development of this project. My sisters and I had our perfect little world turned on its head. After school, weekends and even holidays were spent at Elonwabeni. Initially, this time led to much boredom and frustration. It was quite tough to get along with the kids at Elonwabeni. We seemingly had nothing in common. 

 But time passed. With this, I began to learn a lot from my friends at Elonwabeni. The contrast of their realities really put my privilege into perspective. I began to understand the importance of a supportive family. It is a gift that I had taken for granted all my life and one that every child deserves. It is up to us as adults to invest time and energy into the well-being of our children. Only this way do we offer them a foundation on which to build a solid future. I hope to join the Agape Village with this in mind. I intend on learning all that I can from the team at Imcares, while hopefully making as big an impact as I can.

Hallo, ich bin der Daniel.

 Ich bin 22 Jahre alt und studiere momentan Physik an der Technischen Universität München. Ich bin in einem gemischten Haushalt aufgewachsen. Meine Mum kommt aus Südafrika und mein Dad aus Deutschland. Dadurch stehe ich mit beiden Füßen in zwei sehr unterschiedlichen Lebenswelten.

 Im Jahr 2008 zog meine Familie von Deutschland nach Kapstadt, Südafrika. Hier haben meine Eltern ein Kinder- und Familien Zentrum namens Elonwabeni eröffnet. Elonwabeni sollte ein Zuhause für Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen sein. Natürlich investierten meine Eltern viel Zeit in die Entwicklung dieses Projekts. Für meine Schwestern und mich wurde unsere perfekte kleine Welt auf den Kopf gestellt. Nach der Schule, an den Wochenenden und sogar in den Ferien verbrachten wir unsere Zeit bei Elonwabeni. Anfänglich führte dies zu viel Langeweile und Frustration. Es war ziemlich schwierig, mit den Kindern von Elonwabeni zurechtzukommen. Wir hatten scheinbar nichts gemeinsam.

 Aber die Zeit verging. Und so begann ich, viel von meinen Freunden bei Elonwabeni zu lernen. Der Kontrast zwischen unseren Realitäten hat mir gezeigt, wie privilegiert ich wirklich bin. Ich begann zu verstehen, wie wichtig eine unterstützende Familie ist. Es ist ein Geschenk, das ich mein ganzes Leben lang für selbstverständlich gehalten habe und das jedes Kind braucht. Es liegt an uns Erwachsenen, Zeit und Energie in das Wohlbefinden von Kindern zu investieren. Nur so können wir ihnen ein Fundament bieten, auf dem sie eine solide Zukunft aufbauen können.

Ich hoffe, dass ich in diesem Sinne im Agape Village mitwirken kann. Ich möchte helfen, wo immer ich kann, und dabei selbst so viel lernen wie möglich.

Nähen für Indien

Hallo, mein Name ist Anna,

in der Coronazeit traf sich meine Jugendgruppe immer online und einmal entschieden wir uns, statt der gewöhnlichen Gruppenstunde, einmal bei einer Online-Sitzung teilzunehmen, in welcher Timothy Gaikwad über die Coronalage in Indien berichtete. Was er dort erzählte beschäftigte mich auch noch Tage später und ich überlegte, wie ich den Menschen dort vielleicht helfen könnte. Mir kam die Idee, selbstgenähte Produkte zu verkaufen und das gesammelte Geld dann an Indien zu spenden. Gesagt getan, ich fing an Mützen, Haargummis, kleine Täschchen, etc… zu nähen und über den WhatsApp Status und auch persönlich Leute darauf aufmerksam zu machen. Tatsächlich kamen am Ende 350 Euro zusammen, die dann an die Organisation Imcares nach Indien gespendet wurden. 

Presseschau Oktober 2020

Im Oktober freuten wir uns über zwei tolle Artikel.

In Sulzbach-Rosenberg berichtete die Zeitung über die Spende der “Kommode” an Seek & Care in Verbindung mit dem Therapeuteneinsatz vom März 2019.

In Bamberg freuten wir uns über ein Interview mit der “Stadtecho”, das in der Online Ausgabe “Webecho” veröffentlicht wurde. Hier geht’s zum Artikel.

Es ist schön, zu erleben, dass das Interesse an unserer Arbeit auch in die Öffentlichen Medien fließt.

erfolgreicher Spendenaufruf zum Kauf eines Geländewagens

Wir sind überglücklich und stolz! Vielen Dank an euch!

Mithilfe zahlreicher Spender konnten wir über 10.000 € sammeln und diese Woche überweisen. Gemeinsam mit Spendengeldern aus einem Spenderkreis aus Irland kann IMCARES damit einen Geländewagen kaufen, der für viele Jahre Essenspakete, Medikamente und Personal dorthin befördert, wo es gerade gebraucht wird!

Ein besonderer Dank geht an Jenoptik AG, die das Projekt mit 720 € fördern.

https://www.instagram.com/p/CHsesM2Dkz-/?utm_source=ig_web_button_share_sheet

Übergabe von Mario Arnold an unsere 2. Vorsitzende Nancy Reichel

 

 

Corona in Indien – aktueller Stand

Covid 19 konnte in Indien bisher nicht gestoppt werden. Vor allem in den Städten wie Mumbai steigen die Zahlen der erkrankten Menschen, aber auch der verstorbenen Menschen weiter an. Wir stehen in regelmäßigem Kontakt mit unserem Partner IMCARES über die aktuelle Lage.

Am 31. Juli wurde der landesweite Lockdown aufgehoben. Die Bewegung im Land und in den Stadtgebieten ist dennoch weiter eingeschränkt. Ein Teil der Bevölkerung hat seine Arbeit wieder aufgenommen (z.B. Geschäfte). Restaurants und Hotels bleiben weiter geschlossen. Die Wirtschaft leidet stark und ein Großteil der Bevölkerung hat keine Möglichkeit seine Tätigkeit wieder aufzunehmen. Demnach ist in Mumbai und Umgebung weiterhin Armut und Hungersnot vorzufinden, außerdem die Gefahr von steigenden Infektionszahlen von z.B. Tuberkulose. Die Zahl an Covid-19-Infizierten steigt in ganz Mumbai, vor allem in Süd-Mumbai und im Dharavi-Slum, wo die Haupttätigkeiten von IMCARES stattfinden.

IMCARES setzt die Lieferung mit Versorgungspaketen fort. Diese Tätigkeit ersetzt dabei andere Tätigkeiten von IMCARES, die aufgrund des hohen Infektionsrisikos temporär nicht ausgeführt werden können (z.B. Hausbesuche und Behandlung von Kindern mit Behinderung). Es ist wieder zur Hauptaufgabe von IMCARES geworden, elementare Bedürfnisse wie die Lebensmittelversorgung sicherzustellen. Technisch ist IMCARES dafür nicht ausgerüstet. Deshalb wird der Kauf eines Mehrzweck-PKWs angestrebt.

Die wöchentliche Ausgabe von Essenspaketen an bedürftige Familien hält weiter an.

Die wöchentliche Versorgung von Lebensmittelpaketen für bedürftige Familien hält weiter an.

Karuna vs. Corona

Liebe Leser,

zu Zeiten von Corona sind wir alle in vielschichtiger Weise herausgefordert. Unsere Partner von Imcares antworten dieser Herausforderung mit einem neuen Projekt, das eigens zur Corona Hilfe aus dem Boden geschossen ist. “Karuna”, das bedeutet Gnade. Wie schön, dass es Menschen gibt, die sich ihren benachteiligten Mitmenschen zuwenden. Sie sehen ihre Not und sorgen dafür, dass ihnen Hilfe zukommt. Karuna – Gnade in Zeiten von Corona.

Hier folgt ein Ausschnitt unseres aktuellen Rundbriefes:

Aus einem Slum, nahe des reichsten Viertels der Metropole Mumbai, wurde Imcares kontaktiert und um Hilfe gebeten. Junge Bewohner dieses Slums sahen die Not ihrer Nachbarn und mobilisierten all ihre Kräfte, um Essen und Hygienemittel zu ihnen zu bringen. Nachdem sie selbst nichts mehr in ihren eigenen Hütten fanden, womit sie aushelfen konnten, suchten sie Imcares auf. Diese neu gewonnenen freiwilligen Helfer arbeiten aktuell mit Imcares zusammen, um noch mehr Menschen zu erreichen, die auf der Verliererseite von Covid19 stehen (Foto). So gelangen die Hilfspakete in einem Schneeballsystem  zu den Bedürftigen.  

Wir sind dankbar, beeindruckt und berührt von den vielen Spenden, die bislang bei uns eingegangen sind. Imcares kann damit Großes bewirken!

Entladung neuer Lebensmitelrationen bevor diese zur Verteilung rationiert werden.

Übergabe von Essenpaketen an das St. George Hospital in Mumbai

Bisher können die Hilfspakete wie folgt verteilt werden: 

  • an hunderte Familien in Slums 
  • 100 Familien eines einheimischen Volks-stammes in Nord Mumbai, geplant ist es, 500 weitere Familien zu erreichen
  • täglich an 250 Wohnungslose
  • täglich werden 50 Essenspakete an ein Krankenhaus geliefert. Die Ärzte dort können die Klinik nicht verlassen und haben selbst nur unzureichenden Zugang zu gesunden Lebensmitteln
  • an 60 Familien in einer Kolonie, die von Lepra betroffen sind und deshalb ausgegrenzt leben
  • Verteilung von Medikamenten und Essen an 50 HIV-positive Menschen, weitere 50 Menschen sollen noch erreicht werden 

Essensverteilung an 200 Obdachlose

All diese Maßnahmen werden Tag für Tag durchgeführt. Sie laufen so lange weiter, wie es die aktuelle Situation erfordert und wird den täglichen Anforderungen angepasst.  Bisher konnten somit über 5000 Menschen erreicht werden. 

Wir danken Euch für jede Unterstützung!

Es ist nicht wichtig wie und wo wir helfen, sondern dass wir helfen!

Seek and Care e. V.
Sparkasse Bamberg
IBAN DE71 7705 0000 0302 8603 41
BIC   BYLADEM1SKB
Verwendungszweck: Imcares Soforthilfe

Plötzlich vorbei

Liebe Blogleser!

Ganz unverhofft schreibe ich nun schon meinen letzten Blogeintrag und befinde mich dabei tatsächlich wieder in Deutschland… ja, so hatte sich das keiner vorgestellt, aber durch die aktuelle weltweite Krise wurde der Entschluss gefasst, dass alle Freiwilligen aus dem Ausland wieder nach Deutschland zurück kehren sollten. Aber später mehr dazu…. Zwischen meinem letzten Blogeintrag und dem plötzlichen Zurückkommen ist nämlich noch ein wenig passiert, von dem ich euch gerne berichten möchte.

Kalenderbilder ausmalen mit den Kindern

Als ich von dem Zwischenseminar zurück ins Agape Village fuhr, war meine Freude wirklich groß, denn seit Beginn meiner Zeit, war ich das erste Mal für zwei Wochen von diesem Ort getrennt und sehnte mich doch ein wenig nach meinem indischen Zuhause zurück! Es war wirklich schön, die Kinder und Heimeltern nach längerer Zeit endlich wiederzusehen!!  

Kurz darauf begannen wir auch schon mit allen Vorbereitungen für unseren Besuch aus Deutschland. Alle waren in freudiger Erwartung, als unsere Gäste eintrafen und besonders die Kinder haben sich riesig gefreut! Aber natürlich war auch ich sehr beglückt nochmal meine Muttersprache sprechen zu können und besonders auch Udo, einen guten Freund meiner Familie, Rebekka, meine Mentorin für den Dienst und Naomi, meine Vorgängerin, wiederzusehen/kennenzulernen, aber ebenso auch das restliche Team willkommen zu heißen!
Es war wirklich eine richtig schöne Woche gemeinsam mit ihnen und wir waren ihnen sehr dankbar für alle praktische Hilfe, die sie uns gegeben haben. Besonders schön war auch die Wanderung in den Bergen, die wir gemeinsam mit unseren älteren Kindern machten. Es war ein großartiger Ausblick hinunter ins Tal und wir hatten eine lustige Zeit zusammen mit den Kindern!  

Leider ging die Zeit wirklich schnell vorbei und so stand auch schon der Abschied vor der Türe. Glücklicherweise durfte ich mit der deutschen Truppe nach Mumbai fahren, dort die letzten drei Tage mit ihnen verbringen und selbst ein wenig Urlaub machen. Das war auch wirklich erholsam und gut, denn nach jedem Aufenthalt in Mumbai kommt man immer mit viel mehr Freude zurück ins Agape Village!! Bei der Verabschiedung von den Deutschen und besonders Udo, hätte ich niemals gedacht, dass ich ihn nach nur drei Wochen wiedersehen würde….

Das sich weltweit die Situation durch die Ausbreitung des Coronavirus zuspitzte und in einigen Ländern die ersten Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt wurde, bekamen wir im Kinderdorf auch mit, aber ich selbst machte mir noch nicht viele Gedanken darum, schließlich liegt mein Leben in Gottes Hand und auf Ihn möchte ich vertrauen. 

Dann aber war es so, dass meine zweite deutsche Organisation, bei der ich an den Seminaren in Vorbereitung auf den Freiwilligendienst teilgenommen hatte, von der deutschen Regierung kontaktiert wurde und die Anweisung bekamen, alle Freiwilligen im Ausland zurück nach Deutschland zu bringen…. Alles musste total schnell gehen und innerhalb von 24 Stunden musste ich packen, mich verabschieden von den Kindern und Heimeltern und all diese Ereignisse verarbeiten. Es war total hart und tränenreich das Agape Village und alle mir so lieb gewordenen Menschen dort so schnell verlassen zu müssen… Timothy kam aus Mumbai angereist und nahm mich am nächsten Tag mit dorthin, sodass ich mich bereits Mittwoch abends am Flughafen befand. Bei meinem Rückflug ging leider auch noch einiges schief, denn der Anschlussflug in Delhi wurde gestrichen, sodass ich einen Tag später wieder nach Mumbai zurückfliegen musste und dann von dort aus nach Amsterdam flog, denn es war nicht mehr möglich einen Flug von Delhi oder Mumbai nach Deutschland zu finden – alles war total ausgebucht. Es war echt eine Tortur, aber ich bin Gott sehr dankbar, dass er in all dieser Zeit mit mir war und mich beschützt hat. 

Am 21. März, genau vier Monate vor meiner eigentlich geplanten Rückkehr, empfingen mich meine Eltern in Amsterdam am Flughafen und wir fuhren gemeinsam nach Hause.
Mittlerweile befinde ich mich schon wieder seit drei Wochen in Deutschland und gewöhne mich wieder an das Leben hier, vermisse aber auch sehr meine Familie in Indien… 

Mein letzter Sonnenuntergang im Agape Village

Ich bin allen Menschen und besonders Gott sehr dankbar, die mir diesen Freiwilligendienst ermöglicht und mich in dieser Zeit begleitet haben. Es waren viele wertvolle Erfahrungen, die ich dadurch machen durfte, so viele Begegnungen mit Menschen, denen ich sonst vermutlich nie über den Weg gelaufen wäre, die mein Leben aber sehr bereichert haben!! Und die Hoffnung lebt in mir, dass es eines Tages wieder möglich sein wird, zurück zu reisen und all meine Lieben wiederzusehen.

Liebste Grüße,
Lena

Rückblick mit Weh- und Frohmut

07.März: seit einer Woche sind wir wieder in Deutschland

– ich genieße die Ruhe und vermisse die gut abgestimmte Würze der indischen Küche

– ich freue mich über die nahezu müllfreien Städte und vermisse die spontanen netten Unterhaltungen mit Menschen, die ich noch nie gesehen habe und wohl auch nie mehr sehen werde

– ich bin glücklich, nicht ständig von Klimaanlagen eiskalt umpustet zu werden und vermisse die sommerlichen Außentemperaturen

Ich könnte noch lange weitermachen mit all den Eindrücken, die oft so konträr auf uns einprallten. Den stärksten Eindruck aber machten auf mich die Menschen von IMCares:
– Timothy und Sonali Gaikwad, die sich in westlichen Ländern wie Deutschland oder England genauso gut zurechtfinden wie in ihrer indischen Heimat, die so viel Elend erleben und doch so viel Zuversicht und Hoffnung ausstrahlen, die so vielen hoffnungslosen Menschen durch ihre Projekte wieder Perspektive und Lebensfreude gegeben haben!
– Preeti und Jayant, die Hauseltern von Agape Village, die dort zur Zeit 17 Kinder betreuen, ihnen nicht nur Aufgaben geben, sondern auch Anerkennung und Liebe, eine große Familie, in der man nicht nur miteinander, sondern auch füreinander lebt.
– Rakesh, Deepak und Vivaan (Namen geändert), die drei Jungs, die uns bei unseren Reparaturarbeiten in Agape Village mit großem Eifer unterstützten und so viel handwerkliches Geschick an den Tag legten.
– Raju, Timothy’s Mitarbeiter, der uns mit viel Geduld durch die Slumgebiete von Mahim im Norden von Mumbai führte. Er setzt sich mit so viel Kraft und Liebe für die Kinder im Day Care Center, für Obdachlose auf der Straße und für Behinderte ein und wohnt selbst mit Frau und vier Kindern im Slum in einer viel zu kleinen Wohnung.

Reislieferung für’s “Day Care Center” im Slum. Ganz links: Raju, Mitarbeiter von Imcares

– Joty (Name geändert), die als Tuberkulose-krankes Kind von Timothy’s Mutter gesund gepflegt wurde und dann in Agape Village aufwuchs. Es war bewegend, wie sie uns ihre Geschichte voller Dankbarkeit erzählte.
– Shrutika, die als HIV-positiv von Familie und ihrem Umfeld ausgestoßen worden war und die durch ein Stipendium-Programm von IMCares wieder Perspektive und Lebensmut bekam und schließlich sogar zu einer wichtigen Mitarbeiterin von IMCares wurde.

Ich könnte noch etliche Zeilen anfügen…

Diese Menschen zu erleben war der Höhepunkt der Reise. Ich hoffe sehr, dass wir die Arbeit von IMCares auch weiterhin unterstützen können, durch Wort und Tat, im Gebet und finanziell!

Und ich bin mir bewusst: es sind nicht nur wir, die die Arbeit von IMCares unterstützen – auch umgekehrt gilt: der Dienst dieser Menschen an uns, die Begegnungen, das vorbildliche Glaubensleben, die Liebe im Miteinander und uns gegenüber – mit all diesen Eindrücken profitieren wir von IMCares mindestens ebenso wie IMCares von uns à eine klassische Win-Win-Situation!

Mein Dank geht an alle genannten und ungenannten Mitarbeiter von IMCares, an die Kinder von Agape Village, an unser Reiseteam, das so gut harmonierte und besonders an die “Reiseleiterin” Rebekka mit ihrer “Assistentin” Naomi.

Wolfram