Die ersten 48 Stunden

Hallo 🙂 ,

Ich bin am vergangenen Freitag gut in Mumbai gelandet. Kaum war ich aus dem Flughafengebäude herausgetreten war meine erste Assoziationen – Tropenhaus. Schwüle Hitze, Menschen und hupender Verkehr gab es genüge, von der Überschwemmungen war jedoch nichts mehr in Sicht.

Dieses Wochenende hatte ich Zeit mich an die Umgeben und des Klima zu gewöhnen. Vorallem aber an die Schärfe des Essen und an das Essen mit den Fingern. Beides sollte mit der Zeit einfacher werden. Nach einer Kurzen Tour durch die nähere Umgebung wurden auch gleich Punjabis und Indische Süßigkeiten eingekauft.

Heute hatte ich dann meinen ersten offiziellen Arbeitstag. Ich werde als erstes im Projekt Ankur und im Projekt Pavement Ministry mithelfen bis es dann Anfang nächster Woche zum Agape Village weitergeht.

Sobald die Arbeitswoche vorrüber ist und damit auch erzählenswertes passiert ist werde ich natürlich davon berichten 🙂

Liebe Grüße,

Naomi

Freiwilligendienst Nr. 1 … der Countdown läuft

20160519_132604 Hallo ich bin Naomi Burg 🙂
18 Jahre alt, Abiturientin und wohne seit 3 Jahren in Bamberg. Dort arbeite ich bei 2 Jugendgruppen mit und spiele Fußball im Verein.
Ich gehe bald mit Seek and Care e. V. für ein halbes Jahr nach Indien. Voraussichtlich arbeite ich dort die meiste Zeit im Agape Village, einem Kinderdorf von Imcares, mit. Auf die Zeit und neue Erfahrungen dort freue ich mich besonders weil ich eine neue Kultur mit anderen kulturellen Werten und Prioritäten kennen lernen darf. Ich erhoffe mir ein paar von diesen Werten für mich selber erhalten zu können.
Durch die finanzielle Unterstützung, die ich durch einen Unterstützerkreis bekomme, wird mir dieser
Freiwilligendienst ermöglicht. Ich hoffe in diesem Jahr als Mensch nochmal mehr zu wachsen, Gott mehr zu erfahren und die Lebensfreude dieser Kinder spüren zu dürfen.

Am 01.09. geht der Flieger nach Mumbai. Das heißt bis zum 28.02.2018  bin ich vor Ort und werde regelmäßig über den Freiwilligendienst dort berichten. Schaut also gerne öfters mal in den Blog rein und erlebt das halbe Jahr mit mir gemeinsam. Ich bin schon echt gespannt, was mich dort alles erwartet!

Mit Lieben Grüßen Naomi 🙂

P.S. bis in einer Woche 😉

Bhushan’s Geschichte

Bhushan ist ein Junge voller Lebensfreude und Potential. Seine Behinderung bedeutete auf den ersten Blick jedoch Schande, Ignoranz und Verleumdung. Durch Imcares konnte all das in Freude, Wertschätzung und Annahme verwandelt werden.
Bhushan’s Geschichte bewegt Herzen ….

Filmvorstellung am Erzbischöflichen Abendgymnasium Bamberg

Bericht Offenes EAG
Mi, 26. April 2017, 19.30 – 21.00 Uhr

Bei seinen Aufenthalten im Ausland versucht Timothy Gaikwad in erster Linie, die Arbeit seines indischen Vereins voranzubringen. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen außerhalb der Gesellschaft Indiens in ihren aussichtlosen Situationen eine Stimme zu geben. Die Mitarbeiter von IMCARES halten in den Slums Mumbais Ausschau nach Hilfsbedürftigen, denen sie dann die oft schon lebensnotwendige Hilfe zukommen lassen.

IMG_7620Hier in Deutschland verfolgt Timothy nun zwei Ziele. Zum einen erhofft er sich durch Besuche, beispielsweise von deutschen Einrichtungen für Behinderte, neue Erkenntnisse und Ideen für die Arbeit vor Ort in den indischen Slums zu erhalten. Zum anderen möchte er aber auch die Menschen bei uns informieren und um jede Art von Unterstützung bitten. Finanzielle Hilfe ist nicht die einzige Form, die der Verein anstrebt. Auch die Verbreitung von Informationen über seine Arbeit und die tatkräftige Mithilfe in Deutschland sowie in Mumbai sind für IMCARES von großer Bedeutung.

So kam es dann zu einer Zusammenarbeit mit dem 2015 eigens dafür gegründeten Verein Seek and Care e.V.. Die Vorsitzende Rebekka Kaminski koordiniert die Arbeit in Deutschland, reist aber auch selbst regelmäßig mit Vereinsmitgliedern nach Indien.
Sie war es gewesen, die bereits 2016 angefragte, ob von Seiten der Schule Interesse bestünde, über die Arbeit der beiden Vereine zu berichten. Der letztjährig geplante Vortrag musste aufgrund verwehrter Visa für Timothy und seine Frau leider abgesagt werden. Umso mehr freuten wir uns, als wir erfuhren, dass dieses Jahr alles klappen würde und so kam die Schulgemeinschaft am Abend des 26. April 2017 zusammen, um aus erster Hand zu erfahren, was es heißt, christliche Nächstenliebe zu seiner Lebensaufgabe zu machen. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vertreter der Schulleitung Bruno Schmitt stellten Rebekka und Timothy jeweils ihre Vereine und deren Ziele vor. Im Anschluss zeigte Timothy, der zudem auch Filmemacher ist, seinen Film „Zindagi – Break the Cycle“.

IMG_7622Erzählt wird die Geschichte eines Mädchens aus dem ärmlichen Hinterland Indiens. Die schiere Armut treibt die Eltern dazu, das Kind an einen reichen Mann aus Mumbai zu verkaufen, welcher das Mädchen an eine Zuhälterin weiterverkauft. Somit ist ihr Schicksal besiegelt. Sie ist Eigentum einer Frau, die selbst ihre eigene Tochter zur Prostition zwingt und muss fortan ihren Körper verkaufen. Nach fünf Abtreibungen bittet sie, das sechste Kind austragen zu dürfen. Ihr wird offenbart, dass das Kind, sollte es ebenfalls ein Mädchen werden, auch der Zuhälterin gehöre und für sie arbeiten müsste. Ein Teufelskreis entsteht, aus dem die mittellose Frau und ihre Tochter nie aus eigener Kraft entfliehen könnten. An dieser Stelle treten zwei Frauen auf, die ihnen helfen wollen. Um Vertrauen zu schaffen, beten sie mit der verzweifelten jungen Mutter und bieten an, ihre Tochter auf eine Schule bringen zu können. Nach geraumer Zeit lässt sich die Hauptdarstellerin Jyoti auf die Hilfsangebote ein. Als sie die im Sterben

liegende Zuhälterin darum bittet, ihrer Tochter den Schulbesuch zu gewähren, willigt diese ein, denn sie möchte zumindest eine gute Tat in ihrem Leben geleistet haben. Jyotis Tochter besucht nun also eine Schule und auch Jyoti macht sich auf, um selbst Hilfe zu bekommen. Sie entkommt damit ihrer lebenslangen Schuld, ihren Körper der Zuhälterfamilie zu überlassen.
Anschaulich zeigt der Film das Schicksal vieler Mädchen und Frauen, das durch IMCARES zu einem guten Ende gebracht werden kann. Der Zuschauer durchlebt die Verzweiflung und Ausweglosigkeit dieser Menschen. Timothy möchte gezielt das ganze Leid zeigen, um aufzurütteln. Denn seine Botschaft kann nur so eindrücklich vermittelt werden: dort wo auch nur ein wenig Licht in das Dunkel scheint, verschwindet diese unerträgliche Ausweglosigkeit. Eine kleine Geste kann ein Menschenleben verändern und genau dazu brauchen wir Menschen wie Timothy und Rebekka.

Wir danken den beiden für ihren Besuch und die wertvollen Informationen über ihre Arbeit. Ein kleiner Spendenbetrag wurde bereits an diesem Abend überreicht, es können aber jederzeit weitere Spenden über Seek and Care e.V. getätigt oder persönliche Hilfe angeboten werden. Hier kann man sich sicher sein, dass das Geld genau dort ankommt, wo es dringend benötigt wird!

Julia Ellis

Von Künstlern, Handwerkern und Sportskanonen

Wir hatten eine sehr aktive Zeit im Agape Village. Wir haben viel mit den Kindern gespielt. Sie haben uns Cricket und Kabaddi (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kabaddi) beigebracht. Es hat viel Spaß gemacht aber Schürfwunden und zerissene Tshirts gebracht.

 
2017-03-03 Malen1 Ich habe mit den kleineren Kindern mit Acrylfarben und Buntstiften große und kleine Kunstwerke gestaltet. Erstaunlicherweise erwiesen sich einige der aufgedrehten Kinder als ausdauernde Zeichner. Mit den Bildern haben wir dann in verschiedenen Räumen die kahlen Wände verziert.
2017-03-03 MalenEs wurde gemalt, bis alle Tuben leer waren.

 

Gemeinsam mit den größeren Jungs haben wir Spielgeräte repariert, gestrichen und wieder fest einzementiert.
Geschwind wird Zement mit kleineren Steinen und Wasser auf einem Stück Blech angemischt. Die Mitarbeiter hier sind Allrounder. In erster Linie ausgebildete Sozialarbeiter, aber auch Erzieher, Köche, Gärtner und Zementanmischer. Während unseres Aufenthaltes hat die Waschmaschine ihren Geist aufgegeben. Diese Aufgabe war ausnahmsweise auch für den Heimpapa nicht lösbar…

 

Nancy

Wiedersehen macht Freu(n)de

2017-03-03 NancyEnde Februar verbrachten wir eine Woche im Kinderheim Agape Village. Ich habe letztes Jahr als Volunteer dort gearbeitet und mich gefreut, die Jungs und Mädels wieder zu sehen.

2017-03-03Auf den ersten Blick ist alles beim Alten geblieben. Jedoch gab es im vergangenen Jahr Zuwachs. Nicht nur haben die Hühner endlich Küken ausgebrütet, es gab auch zwei Neuaufnahmen im Heim. Ein sechsjähriger Junge und ein etwa gleichaltrigen Mädchen wurden letzten Sommer durch ihre Eltern in die Obhut von IMCARES gegeben. In den nächsten Ferien können sie ihre Familien in Mumbai besuchen. Bis dahin springen sie
ausgelassen durch den Garten und spielen mit den anderen Kindern, als ob sie schon immer hier wohnen würden. Es ist erstaunlich, wie fröhlich die Kleinen wirken. Dabei sind sie die letzten Jahre auf den Straßen Mumbais aufgewachsen. Mit Mängel an Nahrung und sauberem Wasser, ohne Schutz vor Wärme, Nässe – ohne Dach über dem Kopf. Es war mir eine Freude, die beiden Süßen kennen zu lernen.

 

 

Nancy

Der Berg ruft

Am Sonntag, den 05.02.17, konnten wir den Kids ab 14 Jahren einen großartigen Ausflug ermöglichen.

IMG_6242Hinter dem Agape Village, einem Kinderheim außerhalb von Mumbai, erhebt sich eine beeindruckende Bergkette. Ohne Weiteres kann man einen Tagesausflug durch den Wald und auf den Berg unternehmen. Da es allerdings sehr an Mitarbeitern mangelt ist dies so gut wie nicht umsetzbar. Nur die älteren Kinder ab 14 Jahren dürfen bei so einer Tour mitkommen. Das bedeutet  eine doppelte Anzahl an Aufsichtspersonal, einmal für die Wandergruppe und einmal für die Jüngeren, die daheim bleiben.

Durch unseren Besuch hatte sich dieses Problem von selbst gelöst und so konnten wir die Kids mit in einen spannenden Wandertag führen. Gemeinsam mit zwei Mitarbeitern, die sich gut auskennen, ging es nach dem Gottesdienst gegen 12:30 Uhr los.

Die Kids waren schon Tage zuvor so aufgeregt und haben sich immer wieder vergewissert, dass ich auch dabei sein werde.

IMG_6300Jeder mit Rucksack, festen Schuhen und Kopfschutz ausgerüstet, verließen wir über einen Hinterausgang das Gelände. Die kleineren Kids winkten uns noch ewig nach und riefen so lange „Byebye Didi“ , bis wir tatsächlich außer Sicht- und Hörweite waren.

Hier ein kleiner Einschub: „Didi“ ist die Bezeichnung für große Schwester und damit die Standartansprache der Kinder an mich =)

IMG_6270Die Tour war ein ziemliches gekraksel. Es machte unglaublichen Spaß zu beobachten wie ausgelassen und fröhlich alle dabei waren. Unsere Mittagspause verbrachten wir auf dem Berg unter einem Mangobaum. Es gab Chapatti und Masala-Huhn – sehr lecker! Nach dem Essen machten wir alle im Schatten dieses weiten Baumes einen kleinen Mittagsschlaf. Dann ging es weiter. Wir genossen atemberaubende Ausblicke über das Land. Die kids brachten mir ein Quatschlied auf Hindi bei, das ich recht schnell beherrschte. Umso mehr brachen sie in Gelächter aus, wenn ich das Lied anstimmte und noch dazu die entsprechenden Bewegungen machte.

Nach einer langen Tour kämpften sogar die energiegeladensten der Kinder, um die letzten hundert Meter nach Hause zu überwinden. Erfüllt, erschöpft und bester Laune kamen wir am Abend zurück. Dort warteten die anderen bereits neugierig, um von unseren Erlebnissen zu hören.

Ich hab diesen Tag besonders genossen, weil ich diese Freude der Kinder so hautnah miterleben durfte. Sie waren so ausgelassen und die gegenseitige Hilfe untereinander beim Abstieg hat mich auch total begeistert.

Es wäre so schön, wenn wir das beim nächsten Besuch wiederholen können!

Rebekka

Streichen in Indien vs. Deutsche Gründlichkeit

Hier sind wir wieder 🙂

Am Samstag haben wir zunächst die Ruhe und die morgendliche Frische des Landlebens auf dem Dach unseres Schlafraumes genossen.

Heute wollten wir mit dem Streichen der Spielplatzgeräte beginnen.

IMG_6224Nach einem erfolgreichen Einkauf von Schleifpapier, Farbe, Terpentin und verschiedenen Pinseln in einem nahegelegenen „Miniort“ ging es am Nachmittag an die Arbeit: erstmal Abschleifen!

IMG_6232Die Kinder vom Agape Village waren sofort voll dabei und entdeckten sehr schnell, dass man mit der abgeschliffenen Farbe sich die Gesichter anmalen kann. Es war ein riesen Spaß für sie, auch für uns. 🙂

Von deutscher Präzisionsarbeit mussten wir uns leider verabschieden. Das Metal ist zum Teil derart verrostet und aufgesprungen, dass die Farbe nur bedingt haftet. Hinzu kommen unzählige kleine Fliegen, die von den frisch leuchtenden Farben angezogen wurden. So wurden dir Geräte gleichzeitig zur Fliegenfalle.

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Nichts desto Trotz war das Ergebnis am Abend sehr zufrieden stellend. Als Stärkung zwischendurch gab es einen sehr leckeren Kokos-Milchbrei aus etwas Ähnlichem wie Gries hergestellt.

Der Tag ging zu Ende mit einer Andacht der Hauseltern. Wir haben mit Liedern und einem Puppentheater dazu beigetragen.

 

Uta

Zugfahrt ins Landleben

Am Freitag machten wir uns auf den Weg ins Agape Village. Zuerst ging es mit dem Zug nach Pune. Mit Sack und Pack holte uns Mangesh, ein Mitarbeiter von Imcares, am Hotel ab. So war uns die Orientierung für jegliche Transportmittel gesichert. Christines Rücken machte einige Probleme, weshalb wir uns zunehmend der Entschleunigung hingeben mussten.

IMG_6131Mit indischer Pünktlichkeit fuhr der Zug los. Die Fenster mit Gittern versehen, um sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen zu können. Durch die nicht vorhandenen Fensterscheiben drang jegliche Geruchs- und Geräuschimpression von draußen auf uns ein. Doch mit zunehmender Fahrtzeit füllte sich das Abteil rasant. „Zum Glück haben wir reservierte Sitzplätze.“ Meinte Uta, als es schließlich so voll war, dass Menschen in den Gängen gedrängt standen und vor den Ausgängen auf dem Boden kniend schliefen. Durch das ganze Gedränge quetschten sich hier und da Händler, die Snacks oder Obst verkaufen wollten, oder blinde Bettler, die mit orientalischen Gesängen auf sich aufmerksam machten.

Nach vier Stunden erreichten wir Pune, wo wir zu Mittag aßen und mit einem abenteuerlichen Bus zu einem weiteren Bus fuhren, der uns ans Endziel bringen sollte. Mit dem zweiten Bus ging es über viele Ortschaften ca 1,5 Stunden Richtung Agape Village. 1km vor unserer Endstation hatte der Bus eine Panne, sodass alle aussteigen und zu Fuß weiterlaufen mussten. Wir schnappten also unsere Koffer und Rucksäcke uns überlegten, ob es Christine wohl schaffen würde. Zur Stärkung gab es noch ein Glas frisch gepressten Zuckerrohrsaft, den besten, den wir je getrunken hatten.

Nach ca. 100 Metern wies uns Mangesh an kurz zu warten und verschwand. Kurz darauf kam ein Inder in einem Minilader angefahren und redete auf Marathi auf uns ein. Wir verstanden natürlich nur Bahnhof. Als Mangesh zurück war, stellte sich raus, dass wir unsere Sachen und uns selbst auf die Ladefläche verfrachten sollten, um die letzte Strecke zu bewältigen. Christine bekam einen Ehrenplatz in der Fahrerkabine.

 

 

So erreichten wir nach aufregenden neun Stunden das Agape Village.
Es war so schön, die Kinder wieder zu sehen. Sie sind in den letzten zwei Jahren so groß geworden! Die Älteren Kids sind zu kleinen Damen und Männern herangewachsen. Mit strahlenden Augen standen sie um uns herum. Und dann ging es ans Namen lernen. Einige wusste ich noch, andere mussten wieder neu ins Gedächtnis gerufen werden. Für die anderen aus meinem Team war es schon eine große Herausforderung diese neuen Klänge und Betonungen der indischen Namen zu verinnerlichen. Aber auch unsere Namen waren nicht alle ganz einfach für die Kids auszusprechen. So kam es immer wider zu großen Lachern, wenn ein Name nicht ganz gelungen über die Lippen ging.

Nach einer kurzen Spielzeit gab es eine Abendandacht, die wir mit einigen Bewegungsliedern mitgestalten durften. Anschließend, gesättigt vom Abendessen, fielen wir erschöpft von der Reise mit all ihren Eindrücken ins Bett.

Es ist so schön wieder hier zu sein!

Rebekka

Mitarbeiterseminar, 03.02.2017

Mareike, Rebekka und ich durften dem Team von IMCARES einen Seminartag anbieten.

Rebekka initiierte das Projekt ANKUR mit, bei dem Familien mit behinderten Kindern in den Slums geholfen wird.

So wollten die Mitarbeiter einiges über Behinderungen/ Trauma/Autismus wissen. Eigentlich ein mehrere Tage füllendes Programm. So trafen wir eine Auswahl. Auch wurde das Seminar in Englisch und Marathi gehalten. Sonali hat mit großer Leidenschaft übersetzt.

Gut war, dass ich als Neuankömmling in Indien am Mittwoch Gelegenheit hatte, Einblick in die Lebensweise der Menschen in Armut und die Arbeitsweise der Sozialarbeiter zu bekommen. Tiefer Respekt  machte sich in mir dabei vor den Sozialarbeitern von IMCARES breit, die HIV positive Mütter, alkoholkranke  Menschen, unterernährte Kinder täglich unterstützen.

So war es uns auch ein großes Anliegen, dem Team widerzuspiegeln welch großartige Hilfe sie bieten. Gleichzeitig, dass auch sie erschöpft sein und trauern dürfen, wenn Menschen sterben, die sie betreut haben.

Inhalte des Tages:

– Die Mitarbeiter zu sensibilisieren, dass sie ihre Erfahrung, ihr Wissen, ihr Können abrufen.

– Eine kollegiale Fallbesprechung mit Familienbrett

– Besprechung der Sinne des Menschen und welche Bedeutung sie bei der Entwicklung spielen

– Fallbeispiele aus Mareikes (Ergotherapeutin) und meinem Berufsalltag

– Praktische Tips beim Umgang mit Autisten, behinderten Kindern

– Teamstärkung durch ein Team Challenge am Anfang und am Ende des Seminars

– Stärkung durch eine positive Rückmeldung ihrer Arbeit durch Rebekka, die schon seit mehreren Jahren Einblick hat und das gute Ergebnis bei einigen Kindern sehen konnte

IMG_6043Die Arbeit am Familienbrett fand ich richtig spannend. Ich nutzte die Form eines Plakates als Brett und kleine und große Pappbecher als Symbole für Menschen. Vorher bekamen sie noch neutrale Gesichter und Farbmarkierungen als boy, girl, woman und man. Eine Mitarbeiterin konnte sehr gut ihren Fall aufstellen und auch nach dem theoretischen/praktischen Input des Seminars ihre Lösung für die Familie mit behindertem Kind vorstellen.

Wir hatten viel Spaß die 5 Sinne und die Tiefenwahrnehmung zu erklären. Aufgelockert wurde das Seminar durch Experimente. z. B. Luftballons fangen mit Brillen, die anderen gehörten, einen Blinden führen und Tee trinken lassen, Stimmen heraushören, wenn alle gleichzeitig reden.

Erstaunlich, mit welcher Freude sie diese neuen Anregungen aufgenommen haben.

Auch wurde erklärt, wie die Entwicklung bei Behinderten anders verläuft, wenn Sinne beeinträchtigt sind und nicht im Wechselspiel mit den anderen sensorischen In- und Outputs stehen. Wie wichtig dann die Struktur von Außen wird, um Orientierung zu haben.

Die Fallbeispiele machten deutlich, dass es auch hier in Deutschland eine Herausforderung ist, Menschen mit Behinderungen angemessen helfen zu können.

Die praktischen Hilfen wurden sehr gut angenommen. Dabei haben Mareike und Rebekka darauf geachtet mit einfachen Mitteln umsetzbare Ideen anzubieten. Zum Beispiel ein Kind auf den Rücken legen und mit einem Tuch eine Gliedmaße hin- und her zu schaukeln, um Erregungen herunter zu regulieren.

Körperhaltungen durch Übungen zu stabilisieren, wenn z. B. die Tiefenwahrnehmung nicht funktioniert.

Wichtig war auch, dass die Mitarbeiter die  Wahrnehmungskanäle der Behinderten herausfanden, um entsprechende Interventionen einzuleiten.

Auch wurde auf das  Thema Tics und Stereotypen eingegangen.

Die Teambildungsspiele am Ende waren echt lustig. Dargestellt wurden inaktive, ausgebrannte und überaktive Mitarbeiter.

Zurecht war der Tag zu kurz, aber es gelang ein guter Einstieg.  Auch hat es so viel Spaß gemacht mit Rebekka und Mareike das Seminar zu gestalten. Danke !

Gruß von Christine